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Tagespflege trotz Corona: Das Beispiel Curamus in Burghausen | BR24

© BR/Laila Heyne

Tagespflegeeinrichtungen für Senioren haben es in der Corona-Pandemie besonders schwer: Sie betreuen ihre Gäste nicht einzeln, sondern in Gruppen. Die Ansteckungsgefahr zu minimieren ist eine große Herausforderung, auch bei Curamus in Burghausen.

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Tagespflege trotz Corona: Das Beispiel Curamus in Burghausen

Tagespflegeeinrichtungen für Senioren haben es in der Corona-Pandemie besonders schwer: Sie betreuen ihre Gäste nicht einzeln, sondern in Gruppen. Die Ansteckungsgefahr zu minimieren ist eine große Herausforderung, auch bei Curamus in Burghausen.

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Die besondere Herausforderung für die Tagespflege ist: Die Gäste kommen zwischen ein- und fünfmal die Woche, ganztags oder auch halbtags. Die Tagespflege funktioniert wie ein Seniorentreff. Wichtig sind der Kontakt und der Austausch untereinander. Das zu ermöglichen - trotz Abstands- und Hygieneregeln - stellt die Pflegekräfte immer wieder vor neue Aufgaben.

Nur sechs Gäste in einem Raum

Nach der Coronaschließung hat die Curamus Tagespflege in Burghausen seit einem Monat wieder geöffnet. Statt wie früher bis zu 20 Gäste dürfen im Moment nur noch sechs gleichzeitig in einem Raum sein. Die Gäste müssen zwar Masken tragen, aber nur – ähnlich wie in einem Restaurant - wenn sie sich in den Räumen bewegen. So soll ihnen der Aufenthalt so angenehm wie möglich gemacht werden. Trotz strenger Hygieneauflagen.

Zweite Welle wäre fatal

Hinter den Kulissen werden zum Beispiel die WCs nach jedem Toilettenbesuch gereinigt. Bei der Essensausgabe werden Schutzkleidung und Handschuhe getragen. Eine zweite Welle und eine erneute Schließung der Tagespflegeeinrichtungen würde die Besucherinnen und Besucher sowie deren Angehörige hart treffen. Denn schon während der ersten Schließung wegen Corona, wurden viele der Gäste aus ihrer gewohnten Tagesroutine gerissen: Viele Senioren saßen nur noch vor dem Fernseher und hatten überhaupt keine Kontakte mehr.

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Draußen auf der Terrasse dürfen mehr Tagesgäste sitzen als drinnen.

Hirntraining und Zeitungslektüre

Gerade löst Pflegefachkraft Ruth Stemplinger Kreuzworträtsel mit den Gästen: "Nach dem Frühstück machen wir die Zeitungsrunde, da gehen wir das Lokale durch und ich mach halt einfach gern mit den Herrschaften das Rätsellösen, das ist ein bisschen Hirntraining".

Die Tagespflege auf dem schönen, hergerichteten Stadler-Hof in Burghausen ist neu, erst im letzten Oktober hat die Familie Sturmböck sie eröffnet. Schon seit 20 Jahren betreibt sie einen ambulanten Pflegedienst. Gerade als sich die Gäste an ihre neue Tagespflege gewöhnt hatten, musste sie im März wegen Corona wieder schließen.

"Uns haben Klienten angerufen, uns haben Angehörige angerufen, die einfach gesagt haben: ‚Bitte, wann macht ihr wieder auf, weil wir schaffen das zu Hause nicht mehr.‘ Weil die Kontakte einfach komplett weggefallen sind von heute auf morgen und das sich auf alles ausgewirkt hat. Wir haben gehört, dass ganz viele von unseren Besuchern dann wirklich nur noch vor dem Fernseher gesessen haben und die haben teilweise geweint, weil dieser Rhythmus einfach komplett weggefallen ist." Linda Sturmböck, Tagespflege Curamus
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Strenge Hygienevorschriften auch bei der Zubereitung von Speisen.

Beim Reingehen werden die Hände desinfiziert und wenn man sich jetzt im Raum bewegt, dann nur mit Maske. Die Pflegefachkräfte tragen sie immer, die Tagespflege-Gäste legen sie am Platz ab.

"Ich finde es notwendig, weil das anders kaum möglich ist und wir müssen froh sein, dass es welche gibt, die sich darum kümmern und dafür da sind und ich kann nur ein bestes Zeugnis ausstellen." Wihelm Neumeir, Gast in der Tagespflege

Hinter den Kulissen sind die Corona-Regeln strenger. Bei der Essensausgabe werden Schutzkleidung, Maske und Handschuhe getragen. Und beliebte Aktivitäten wie das gemeinsame Backen und Singen fallen weg. Kaffeetrinken, Kuchenessen, im großen Garten spielen und Sport machen - das alles geht mit Abstand aber sehr gut.

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