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Tag des offenen Denkmals: Diese bayerischen Stätten machen mit | BR24

© dpa/pa/Werner Thoma

Kloster Andechs macht beim Tag des offenen Denkmals mit

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Tag des offenen Denkmals: Diese bayerischen Stätten machen mit

Zum Tag des offenen Denkmals sind heute auch in Bayern Hunderte historische Stätten für Besucher zugänglich – darunter viele, die sonst geschlossen bleiben. Einige Denkmäler machen dieses Jahr zum ersten Mal mit.

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Vom Kloster, über Schlösser, bis hin zu alten Wohnhäusern: Rund 8.000 historische Stätten in ganz Deutschland können heute zum Tag des offenen Denkmals besichtigt werden – Hunderte davon auch in Bayern. Darunter sind viele, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind.

"Diese Bandbreite, auch das etwas Unauffälligere zu entdecken und zu präsentieren, die macht den Tag des offenen Denkmals aus", sagt Steffen Skudelny von der Stiftung Deutscher Denkmalschutz, die den Tag koordiniert. Das Motto dieses Jahr: "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur."

Internet-Karte zeigt alle offenen Denkmäler

Am leichtesten lassen sich alle teilnehmenden Denkmäler auf einer interaktiven Karte im Internet einsehen, dort stehen ebenfalls Öffnungszeiten oder Informationen zu Führungen. Auch eine eigene App für Smartphones und Tablets hilft bei der Wahl. Der Besuch ist überall kostenlos.

Unter den Teilnehmern sind viele Klassiker wie die Walhalla bei Regensburg, das Wasserwerk am Hochablass in Augsburg oder der Würzburger Hofgarten. Doch auch viele kleine, weniger bekannte Denkmäler im ländlichen Raum machen mit.

Neue Teilnehmer unter anderem aus Bamberg und Wolfratshausen

Unter den historischen Bauten in Bayern sind auch mehrere Neuzugänge, die zum ersten Mal teilnehmen – zum Beispiel die alte Schule Wollishausen in Gessertshausen (Landkreis Augsburg) aus dem 19. Jahrhundert, die heute als Künstleratelier dient. In der Happschen Apotheke in Wolfratshausen, die ebenfalls aus dieser Zeit stammt, ist bis heute noch die alte Ladeneinrichtung erhalten.

Auch der Riegelhof in Bamberg ist erstmals mit dabei, ein Ensemble aus acht Gebäudeteilen, die am Regnitzufer rund um einen zentralen Hof liegen. In der Nähe von Bamberg öffnet zudem ausnahmsweise die historische Kelleranlage Viereth ihre Türen, die sonst verschlossen sind.

Tag des offenen Denkmals jedes Jahr im September

Der Tag des offenen Denkmals findet jedes Jahr am zweiten Sonntag im September statt. Er soll auf das kulturelle Erbe der Stätten aufmerksam machen und für deren Erhalt werben. Besitzer, Vereine und Initiativen können sich selbst für die Teilnahme bewerben. Seit 1993 zieht der Tag jedes Jahr mehrere Millionen Besucher an.

SPD und Grüne: "Zu wenig Fördermittel für Baudenkmäler"

Ein schlechtes Zeugnis stellt der kulturpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Volkmar Halbleib, der Denkmalpflege in Bayern aus. Seit 1990 hätten sich die Fördermittel für den Erhalt von Baudenkmälern mehr als halbiert. Halbleib beruft sich dabei auf Zahlen des Landesamts für Denkmalpflege. Halbleib befürchtet, dass ohne staatliche Mittel viele Gebäude in den Städten und Gemeinden verfallen. Vor allem im Nordosten Bayerns könnten bereits seit Jahren zahlreiche Sanierungsprojekte nicht mehr gefördert werden. Ein Problem insbesondere für Privatleute. Der Etat müsse mindestens verdoppelt werden, appelliert der SPD-Politiker.

Vor allem private Eigentümer klagen

Kritik kommt auch von den Grünen im Landtag. Die denkmalschutzpolitische Sprecherin Sabine Weigand hat sich in allen Regierungsbezirken vor Ort über die Lage des Denkmalschutzes informiert. Immer wieder habe sie dabei Klagen gehört über eine unzureichende finanzielle Unterstützung für private Eigentümer. Die Grünen-Politikerin setzt sich auch für moderne Energiekonzepte in den Gebäuden ein.

Kunstminister Sibler: Mittel leicht erhöht

Bayerns Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler (CSU) lässt die Kritik an einer unzureichenden Denkmalpflege im Freistaat nicht gelten. Für Sibler, selbst studierter Historiker und ehemaliger Vorsitzender des Landesdenkmalrates, ist das Bewahren der Zeugnisse der gemeinsamen Geschichte eine wertvolle Aufgabe und bleibende Verpflichtung: "Denkmäler sind unser kollektives Gedächtnis. Wir müssen sie für unsere zukünftigen Generationen erhalten."

Der Minister betonte, Bayern unterstütze Eigentümer von Denkmälern bei entsprechenden Maßnahmen. Insgesamt stünden für diese Förderung jährlich 13,5 Millionen Euro vonseiten des Freistaats zur Verfügung. Laut Sibler steuern die Kommunen die gleiche Summe pro Jahr bei. Zudem habe er im aktuellen Doppelhaushalt der schwarz-orangen Staatsregierung "eine leichte Erhöhung der Mittel" erreicht - etwa für zusätzliche Stellen beim Landesamt für Denkmalpflege.

© BR

Auch Gebäude jüngeren Baudatums könne Denkmäler sein, so etwa das Schulzentrum an der Quiddestraße in München.