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T-Shirt kann Darmerkrankungen erkennen | BR24

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Mit dem "GastroDigitalShirt" haben Erlanger Mediziner des Lehrstuhls Digitale Medizin ein T-Shirt mit Ohren entwickelt. Die acht eingebauten Mikrofone zeichnen die Bauchaktivitäten über Tage oder Wochen auf, um chronische Leiden besser zu behandeln.

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T-Shirt kann Darmerkrankungen erkennen

In das "GastroDigitalShirt" sind acht Mikrofone eingenäht. Mit Hilfe dieser Überwachung können Ärzte die Behandlung bei Beschwerden im Magen-Darmbereich anpassen. Für die Entwicklung des smarten T-Shirts wurde die Erfinderin nun ausgezeichnet.

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Wenn man Bauchschmerzen hat und damit zum Arzt geht, dann hört er sich in der Regel mit dem Stethoskop die Bauchgeräusche an. Das ist eine der ältesten und gängigsten Untersuchungsmethoden. An der Uni Erlangen haben Mediziner und Wissenschaftler diese Idee weitergedacht. In dem "GastroDigitalShirt" sind vorne auf der Innenseite acht Mikrofone eingenäht. Mittels der Mikrofone wird der Bauch der T-Shirt-Träger abgehört.

Gesamter Magen-Darm-Trakt soll erfasst werden

Was Ärzte mit ihrem Stethoskop nur kurz machen, kann dieses Shirt tage- oder sogar wochenlang durchführen, heißt es in einer Mitteilung. Dadurch soll die komplette Verdauung gescannt werden.

"Wir wollen damit den gesamten Magen–Darmbereich erfassen, das heißt: Wir messen sowohl die Speiseröhre als auch dann den Magenbereich und den gesamten Darmbereich, als auch den Dünndarm und den Dickdarm, so dass wir den gesamten Magen-Darmbereich akustisch erfassen können." Oliver Ampft, Lehrstuhl für Digital Health

Intensiver Austausch mit Ärzten

Um möglichst viele solcher Geräuschmuster für die Datenbank zu bekommen, kooperieren die Forscher mit den Medizinern der Gastroenterologie des Uniklinikums in Erlangen. Diese freuen sich schon auf die Innovation, denn die Mediziner wissen, dass Bauchgeräusche und Schmerzen zusammenhängen.

"Wir erhoffen uns davon ein neues diagnostisches Werkzeug, um bei chronisch erkrankten Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen Verlaufskontrollen machen zu können. Aber auch voll funktionalen Störungen des Darms, die bisher nicht diagnostiziert und klassifiziert worden sind." Sarah Fischer, Assistenzärztin am Uniklinikum Erlangen

Smarte Kleidung wird immer wichtiger

Sollte der Prototyp des T-Shirts in Serie gehen, könnte er künftig vielen Patienten die oft lästige Magen- oder Darmspiegelung ersparen. Smarte Kleidung, die unsere Vitalfunktionen ständig kontrolliert, wird immer wichtiger, sagen die Forscher aus Erlangen.

Auszeichnung für T-Shirt

Für die Entwicklung des T-Shirts ist die Erlanger Ärztin Sarah Fischer nun mit dem Innovationspreis "Digitale Gastroenterologie" ausgezeichnet worden. Dieser wurde in diesem Jahr zum ersten Mal von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) verliehen.