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Rosenheim: Flüchtlinge befreien sich nach einer Woche aus Lkw | BR24

© pa / dpa / Torsten Krueger

Der Bahnhof in Rosenheim (Archiv)

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Rosenheim: Flüchtlinge befreien sich nach einer Woche aus Lkw

Die Bundespolizei spricht von "menschenunwürdigen Zuständen": Auf engstem Raum hat eine vierköpfige Familie aus Syrien auf der Flucht nach Deutschland eine ganze Woche in einem Lastwagen ausgeharrt. In Rosenheim konnten sich die Menschen befreien.

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Ein bisher unbekannter Schleuser hat eine syrische Familie eine Woche lang auf einem Lastwagen eingepfercht und so von der Türkei nach Deutschland gebracht. "Es waren menschenunwürdige Zustände", erklärte der Pressesprecher der Bundespolizei Rosenheim, Rainer Scharf.

Die 43 und 38 Jahre alten Eltern und ihre neun und zehn Jahre alten Kinder hätten neben der Ladung des Lkw in einem etwa zwei bis drei Meter langen Zwischenraum ausgeharrt und nur Plastiktüten für ihre Notdurft gehabt.

Bei einem längeren Halt in Rosenheim schnitten sie dann mit einem Messer die Plane der Ladefläche von innen auf, sprangen ab und liefen Richtung Bahnhof. Dort sprachen sie einen Taxifahrer an und baten darum, zur Polizei gefahren zu werden.

24.000 Euro für den Schlepper

Für ihre Flucht hätten sie in Syrien Haus und Auto verkauft, berichtete die Familie der Polizei. Sie seien zunächst in die Türkei geflüchtet, wo ein Schleuser anbot, sie für 24.000 Euro nach Deutschland zu bringen.

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion seien sie dann am Montag vergangener Woche mit ein paar Decken und einem kleinen Vorrat an Nahrungsmitteln auf die Lkw-Ladefläche gestiegen, die sie während der gesamten Fahrt nicht verlassen durften.

Die Polizei ermittelt nun gegen den noch unbekannten Schlepper. Die Familie will einen Asylantrag stellen.

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© pa/dpa/Krystian Maj

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