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Sushimesser-Prozess: Sieben Jahre Haft gefordert | BR24

© picture alliance/Armin Weigel/dpa

Der Angeklagte steht im Verhandlungssaal des Landgerichts Regensburg neben seinem Verteidiger Michael Haizmann.

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    Sushimesser-Prozess: Sieben Jahre Haft gefordert

    Weil er mit einem Sushimesser seinem Pächter die Kehle durchgeschnitten und ihn so beinahe getötet haben soll, soll der Betreiber eines vietnamesischen Lokals in Regensburg sieben Jahre in Haft. Das forderte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer.

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    Der Betreiber eines vietnamesischen Lokals in Regensburg soll seinem Pächter mit einem Sushimesser die Kehle durchgeschnitten haben - für den lebensbedrohlichen Angriff auf seinen Geschäftspartner soll der mutmaßliche Täter für mehrere Jahre ins Gefängnis. Anders als die Staatsanwaltschaft sprach die Verteidigung in ihrem Plädoyer nicht von versuchtem Totschlag.

    Staatsanwaltschaft plädiert auf versuchten Totschlag

    Die Staatsanwaltschaft beantragte am Montag vor dem Landgericht Regensburg eine siebenjährige Freiheitsstrafe für den Gastronomen wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

    Die Verteidigung sieht in der Tat keinen versuchten Mord und plädierte auf gefährliche Körperverletzung. Sie habe für den Wirt eine Haftstrafe von lediglich drei Jahren und neun Monaten gefordert, sagte ein Sprecher auf Anfrage von Bayern 1.

    Opfer tritt als Nebenkläger auf

    Das Opfer selbst tritt in dem Prozess als Nebenkläger auf. Er beantragte eine Verurteilung wegen versuchten Mordes aus Heimtücke. Welche Strafe der Täter bekommen soll, das stellte das Opfer aber ins Ermessen des Gerichts, so der Sprecher weiter.

    Opfer musste notoperiert werden

    Laut Anklage hatte der 57 Jahre alte Gastronom während einer Gesellschafterversammlung ein Messer aus der Küche geholt und seinem drei Jahre jüngeren Pächter die Kehle durchgeschnitten. Das Opfer verlor eineinhalb Liter Blut und musste notoperiert werden. Der Mann ist seit der Tat traumatisiert.

    Nach der Version des mutmaßlichen Täters handelt es sich um einen Unfall. Er habe dem Kontrahenten das Messer lediglich an den Hals gehalten, um ihn zum Gehen zu bewegen, ließ er das Geschehen zu Prozessbeginn Anfang August von seinem Anwalt schildern. Dann habe sich das Opfer zu seiner Aktentasche nach vorne gebeugt, wodurch er erschrocken sei und den 54-Jährigen versehentlich geschnitten habe.

    Streit um Umsatzbeteiligung

    Vorausgegangen war offenbar ein Streit um die Umsatzbeteiligung und um Schwarzarbeitsvorwürfe. Angeklagter und Opfer sind vietnamesische Staatsangehörige. An der Gesellschafterversammlung außerhalb der Betriebszeiten hatten auch die Frau des Angeklagten und deren Sohn teilgenommen.