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Superspreaderin in Garmisch: Innenminister fordert Konsequenzen | BR24

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Garmisch-Partenkirchen ist seit gestern ein Corona-Hotspot. Als Virusschleuder verdächtigt wird eine junge US-Amerikanerin. Nun werden Kontaktpersonen getestet.

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Superspreaderin in Garmisch: Innenminister fordert Konsequenzen

Eine "Superspreaderin" in Garmisch-Partenkirchen hat offenbar mehrere Dutzend Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Nun fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Konsequenzen. Demnach könnte das Verhalten der 26-Jährigen eine Straftat sein.

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Der Fall einer "Superspreaderin" in Garmisch-Partenkirchen beschäftigt nun auch die bayerische Staatsregierung. Im Interview mit dem BR fordert Bayerns Innenminister Konsequenzen.

Der Corona-Ausbruch habe gezeigt, wie wichtig es sei, dass sich alle an die Corona-Regeln hielten, sagte Joachim Herrmann (CSU). In den kommenden Tagen müsse geprüft werden, ob eine Straftat vorliege. Es stelle sich die Frage, ob die 26 Jahre alte Amerikanerin "zumindest fahrlässig Körperverletzungen begangen" habe, sollte jemand durch ihr Verhalten ernsthaft erkranken, so Herrmann.

Herrmann: Es braucht "ein klares Signal"

Dazu muss laut Herrmann das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen die genaue Sachlage prüfen. Sollte die Frau die Quarantäne bewusst ignoriert haben, könne das ein hohes Bußgeld nach sich ziehen. Herrmann wolle in den kommenden Tagen weitere Schritte prüfen. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2.000 Euro verhängt werden.

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Nach den zahlreichen Corona-Infektionen in Garmisch-Partenkirchen, die wohl auf eine 26-Jährige Superspreaderin zurückzuführen sind, will Bayerns Innenminister schärfere Strafen prüfen lassen.

"Gegen so eine Rücksichtslosigkeit sollte ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden, dass jeder mit empfindlichen Sanktionen rechnen muss, der in dieser besonderen Situation der Pandemie gegen die Regeln verstößt und andere vorsätzlich in Gefahr bringt", sagte Bayerns Innenminister zudem gegenüber dem "Münchner Merkur".

"Superspreaderin" trotz Corona-Symptomen unterwegs

Bei der "Superspreaderin" handelt es sich um eine 26-jährige Amerikanerin, die trotz typischer Corona-Symptome und verordneter Quarantäne in mehreren Bars in Garmisch-Partenkirchen unterwegs war. Allein in dem amerikanischen Hotel, indem sie arbeitet, wurden 24 weitere Corona-Fälle identifiziert.

"Die Dame hat Symptome gehabt, war bei uns bei der Teststation und wurde aufgrund der Symptome aufgefordert, in Quarantäne zu bleiben. Das hat sie aber nicht getan", sagt Stefan Scharf, der Sprecher des Landratsamts. Die 26-Jährige sei kurz zuvor aus einem Urlaub in Griechenland zurückgekehrt. Ob sie sich auf der Reise angesteckt hat oder danach in Garmisch-Partenkirchen, das sei aber unklar. "Wo sie sich angesteckt hat, wissen wir nicht", so Scharf.

Zwei neue Corona-Fälle am Sonntag

Die Zahl der Coronafälle in Garmisch-Partenkirchen ist indes am Sonntag lediglich um zwei Personen gestiegen. Jedoch liegen die Ergebnisse der Tests von zahlreichen Partygängern noch nicht vor.

Laut Scharf haben die zwei neuen Corona Fälle keinen Zusammenhang mit den Vorfällen im Garmisch-Partenkirchner Nachtleben. Bei der einen Person handelt es sich um einen Reiserückkehrer, bei einer anderen um eine Kontaktperson eines anderen Falls. Damit erhöht sich die der Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Garmisch-Partenkirchen auf 55 und liegt damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Weitere Corona-Fälle möglich

Die Zahl der positiven Fälle kann sich zum Anfang der Woche jedoch erhöhen - dann liegen die zusätzlichen Testergebnisse vom Wochenende vor. Vor allem viele Jugendliche und typische Partygänger kamen freiwillig zum kostenlosen Coronatest. Laut Scharf kamen gestern rund 340, heute noch mal weitere 350 Personen zum Testcenter, das vom Bayerischen Roten Kreuz betreut wird. Mit den Ergebnissen der Sondertests wegen den Vorfällen im Nachtleben wird frühestens morgen teilweise auch erst übermorgen gerechnet.

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