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Corona-Hotspot Garmisch-Partenkirchen: Testen statt feiern | BR24

© BR / Breitkopf

Corona-Teststation am Alpspitz Wellenbad in Garmisch-Partenkirchen

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Corona-Hotspot Garmisch-Partenkirchen: Testen statt feiern

Nach dem Fall einer Superspreaderin sind die Corona-Fälle in Garmisch-Partenkirchen sprunghaft angestiegen. Die Behörden rufen junge Menschen zu Corona-Tests auf, größere Veranstaltungen am Wochenende wurden abgesagt. Wut und Sorge sind groß.

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Aktuell sind im Landkreis Garmisch-Partenkirchen 56 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 54 (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner). Alleine am Samstag kamen fünf neue Coronafälle im Landkreis dazu.

Die Zahl der Infizierten ist in den letzten Tagen sprunghaft angestiegen - viele neue Fälle gehen auf eine Amerikanerin zurück, die wohl trotz verordneter Quarantäne und Corona-Symptomen im Nachtleben von Garmisch-Partenkirchen feierte. Wut und Sorge in der Bevölkerung sind dementsprechend groß.

Corona-Tests statt Party am Samstagabend

Corona-Tests statt feiern: So sah der Samstagabend für viele aus, die zur Partyszene in Garmisch-Partenkirchen gehören. Die Verunsicherung ist groß - viele fragen sich, ob sie sich vielleicht auch angesteckt haben. Dementsprechend lang war am Samstag die Schlange vor dem Testcenter beim Alpspitz-Wellenbad. Bis spät in den Abend hinein wurden Abstriche genommen. Laut Landratsamt waren es über 300 Proben. Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen ruft ausdrücklich junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren dazu auf, sich testen zu lassen.

Am heutigen Sonntag ab 15 Uhr sollen die Tests weitergehen - nach vorhergehender Anmeldung beim örtlichen Gesundheitsamt sind sie kostenlos. Die Ermittlungsteams arbeiten mit Hochdruck und versuchen Kontaktpersonen zu finden. Anscheinend war nicht nur die Amerikanerin infektiös im Nachtleben unterwegs - sondern auch weitere Personen.

Die junge Frau arbeitet in einem amerikanischen Hotel und hat nach derzeitigen Stand weitere amerikanische Kollegen angesteckt. Auch sie sollen mehrfach unterwegs gewesen sein. In der Innenstadt von Garmisch-Partenkirchen wird die Sorge sichtbar. Viele Restaurants und Kneipen bleiben leer.

Wolf-Kundgebung und Radl-Demo wurden abgesagt

Nach der aktuell verhängten Allgemeinverfügung müssen alle Lokalitäten in der Marktgemeinde um 22 Uhr schließen, größere Menschenansammlungen sind untersagt. Zwei größere Veranstaltungen, die eigentlich am Wochenende geplant waren, wurden von den Veranstaltern vorsorglich abgesagt: Zum einen eine Kundgebung des Bayerischen Bauernverbandes unter dem Motto "Kommt der Wolf, stirbt die Weide!". Zum anderen die Radl-Demo "Ausbremst is!". Beide finden nicht statt.

Testergebnisse werden mit Spannung erwartet

Mit Spannung schauen die Verantwortlichen auf die nächsten Tage. Dann werden die Ergebnisse der Corona-Tests vom Wochenende vorliegen und klar sein, wie viele Menschen sich noch infiziert haben. Dann könnte auch entschieden werden, ob die Neuinfektionen Auswirkungen auf den Betrieb von Schulen und Kindertagesstätten haben, teilte das Landratsamt mit.

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Die Angst ist groß in Garmisch-Partenkirchen, dass die Coronainfektionen steigen. Nachdem eine Superspreaderin trotz Quarantäne-Anordnung ausgiebig feiern ging, lassen sich viele Nachtschwärmer testen.

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