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Südostlink: Weiter Streit um Stromtrasse von Hof bis Schwandorf | BR24

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In Weiden wird erneut über die Stromtrasse Südostlink diskutiert. Die Bundesnetzagentur lädt die Träger öffentlicher Belange am Dienstag zur Erörterung in die Max-Reger-Halle.

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Südostlink: Weiter Streit um Stromtrasse von Hof bis Schwandorf

2.300 Einwendungen sind gegen den geplanten Verlauf der Stromtrasse Südostlink von Hof bis Schwandorf eingegangen. Jetzt lädt die Bundesnetzagentur Behörden und Fachverbände zur Diskussion nach Weiden. Zwei Landkreise fordern einen Planungsstopp.

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In Weiden wird erneut über die Stromtrasse Südostlink diskutiert. Die Bundesnetzagentur lädt für heute die sogenannten Träger öffentlicher Belange zur Erörterung in die Max-Reger-Halle. Das sind Behörden und Fachverbände, die mit dem Thema befasst sind. Bereits vergangene Woche konnten Privatpersonen ihre Einwendungen diskutieren. Der Termin ist nicht öffentlich. Vor der Max-Reger-Halle wollen heute Trassengegner erneut gegen das Projekt demonstrieren.

2.300 Einwendungen gegen die Trasse

Insgesamt 2.300 Einwendungen gegen eine Trasse im Abschnitt Hof bis Schwandorf sind seit dem Frühjahr bei der Bundesnetzagentur eingegangen. Jetzt werden sie einzeln mit den Vertretern der Bundesnetzagentur sowie den Netzbetreibern Tennet und 50Hertz diskutiert. Die Bundesnetzagentur hat dafür erneut drei Tage vorgesehen. Die Einwendungen, die auf der Tagesordnung stehen, sind vielfältig.

Zwei Landkreise fordern Planungsstopp

Die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab fordern etwa einen Planungsstopp, weil sich die Grundlagen des bisherigen Versorgungskonzeptes geändert hätten. Sie halten Energie aus dezentralen regenerativen Quellen für sinnvoller. Zudem sollen keine Leer-Rohre verlegt werden und die Trasse soll an der A93 gebündelt werden, heißt es aus beiden Landratsämtern. Außerdem müsse es wiederkehrende Leistungen für Grundstücksbesitzer geben. Die neue 525 kV-Technik sei zu bevorzugen, heißt es aus dem Landkreis Tirschenreuth. Zudem hat der Landkreis beanstandet, dass die Unterlagen nicht transparent und nachvollziehbar gewesen wären, so Regina Kestel aus dem Landratsamt Tirschenreuth.

Klage als möglicher nächster Schritt

Wunsiedels Landrat Karl Döhler hat bereits eine Klage in Erwägung gezogen, sollten die Anliegen des Landkreises nicht entsprechend berücksichtigt werden. Eine Klagemöglichkeit gibt es nach derzeitigen Stand aber erst im Planfeststellungsverfahren. Derzeit läuft noch die Bundesfachplanung.

Bürgermeister wollen Trasse durch ihr Gebiet verhindern

Bürgermeister aus Oberfranken und der Oberpfalz wollen den Verlauf des Korridors durch ihr Gebiet entweder verhindern oder aber das Beste daraus machen. Der Bürgermeister von Irchenrieth (Lkr. Neustadt an der Waldnaab) Josef Hammer hat selbst einen Vorschlag für den konkreten Verlauf der Trasse gemacht, damit die Erdkabel nicht so nah an ein Baugebiet für Einfamilienhäuser in seinem Ort heranrücken.

Demo vor der Halle

Trassengegner wollen vor Beginn der Erörterung vor der Max-Reger-Halle demonstrieren. Sie wollen ihre Ablehnung gegenüber dem Bau der Stromtrasse zum Ausdruck bringen, aber auch ihre Empörung gegenüber der Bundesnetzagentur. Bei der Erörterung in der vergangenen Woche gab es Kritik daran, dass private Einwendungen und die von Trägern öffentlicher Belange nicht zusammen erörtert werden.

Trassengegner können erst im Frühjahr 2020 vor Gericht ziehen

Bei der Erörterung will die Bundesnetzagentur zusätzlich Informationen sammeln und dann auf der Basis der bisherigen Planungen von Tennet und 50Hertz, den schriftlichen Einwendungen und den Diskussionen in dieser Woche entscheiden, wie der 1000 Meter breite Korridor verlaufen soll. Im Dezember 2018 hat Tennet einen Vorschlag dafür gemacht. Im Herbst wird die Bundesnetzagentur einen Korridor endgültig festlegen und damit die Bundesfachplanung abschließen. Dann folgt das Planfeststellungsverfahren, bei dem der konkrete Verlauf der Erdkabel innerhalb dieses Korridors fest gelegt wird. Die genauen Grundstücke sollen dann im Frühjahr 2020 feststehen.

Erst dann gibt es nach derzeitigem Stand eine Klagemöglichkeit.