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Aiwanger zu Südostlink: "Wahl zwischen Erhängen und Erschießen" | BR24

© BR/Margit Ringer

Energieminister Hubert Aiwanger (FW) hat sich mit Experten und Kommunalpolitikern getroffen und sich darüber informiert, ob der Südostlink entlang der A93 verlaufen könnte. Ergebnis: Der Bau wäre problematisch und "technisch kaum realisierbar".

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Aiwanger zu Südostlink: "Wahl zwischen Erhängen und Erschießen"

Energieminister Hubert Aiwanger (FW) hat sich mit Experten und Kommunalpolitikern getroffen und sich darüber informiert, ob der Südostlink entlang der A93 verlaufen könnte. Ergebnis: Der Bau wäre problematisch und "technisch kaum realisierbar".

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Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) fordert eine neue politische Diskussion über die Notwendigkeit des Südostlinks. Aiwanger hat sich am Montag in der Oberpfalz informiert, ob die geplante Stromtrasse entlang der A93 verlaufen könnte.

Zusammen mit Kommunalpolitikern und Experten von Tennet sah sich Aiwanger drei Stellen an, an denen laut Tennet eine Verlegung entlang der Autobahn problematisch ist, weil die Wohnbebauung zu nah sei, ein Wasserschutzgebiet direkt an der Autobahn liege und eine hohe Autobahnbrücke mit tiefem Taleinschnitt zu durchqueren wäre.

Aiwanger zu Südostlink: "technisch kaum realisierbar"

Aiwanger sieht die Variante an der Autobahn als "technisch kaum realisierbar" an. Sie sei genauso schlecht, wie die Variante querfeldein.

"Wir haben jetzt die Wahl zwischen Erhängen und Erschießen. Und meine Aussage ist: Ich will keine dieser Trassen." Energieminister Hubert Aiwanger

Aiwanger zählt selbst zu den Trassengegnern, räumte aber ein, dass er nichts ausrichten kann: "Ich kann Bundesentscheidungen nicht aushebeln", sagte er am Dienstag nach der Kabinettssitzung.

Die Experten von Tennet zeigten am Montag auf, wie weit der sogenannte Grünstreifen entlang der Autobahn gehe, nämlich bis zu 50 Meter weit von der Fahrbahn weg. Gewerbegebiete, Wohngebiete und auch Wasserschutzgebiete seien "absolutes Tabu".

Aiwanger schließt sich Demo an

Nach dem Treffen mit Tennet und den Kommunalpolitikern schloss sich der Energieminister am Abend in Trebsau in der Gemeinde Bechtsrieth (Lkr. Neustadt a.d. Waldnaab) einer Demonstration gegen die geplante Trasse an. CSU-Kommunalpolitiker fordern seit Langem, den Südostlink in den Grünstreifen der A93 zu verlegen. Die Bundesnetzagentur und Tennet müssten das vertieft prüfen. Das ist bislang aber nicht vorgesehen. (Hier sehen Sie den geplanten Trassenverlauf)

Trassenverlauf vorgestellt

Ein 1.000 Meter breiter Korridor steht bereits rechtsverbindlich fest, der sich durch die Landschaft von Hof bis Pfreimd (Lkr. Schwandorf) schlängelt. Innerhalb dieses Korridors soll die Trasse verlaufen. Die Stromtrasse Südostlink soll in Zukunft Windstrom aus Norddeutschland nach Bayern transportieren und die Stabilität der Stromversorgung im Süden sichern. Ende 2022 wird laut Fahrplan für den Atomausstieg als letztes deutsches Kernkraftwerk Isar II bei Landshut abgeschaltet, der leistungsstärkste Meiler in der Bundesrepublik.

Insbesondere die bayerische Wirtschaft fürchtet Strommangel und stark steigende Strompreise, wenn die Trassen nicht gebaut werden. "Bayern braucht leistungsfähige Übertragungsnetze, wenn es ein führender Industriestandort bleiben will", sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. "Natürlich zerren viele an diesem Rockzipfel", sagte Aiwanger über seine ungemütliche Lage zwischen Trassengegnern und Wirtschaft.

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Der Widerstand ist groß. Energieminister Aiwanger, selbst ein Kritiker der Trassen, hat sich heute eingeschaltet. Er wollte sich die Argumente der Netzbetreiber vor Ort anhören.