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Südostlink: Tennet forciert Stromtrassen-Planung in Ostbayern | BR24

© BR / Ulrich Scherr

Der Netzbetreiber Tennet will das Planfeststellungsverfahren für einen umstrittenen Stromtrassen-Abschnitt durch Ostbayern vorantreiben. Zeitgleich hinterfragt Wirtschaftsminister Aiwanger Argumente gegen eine Trassenbündelung an der A93.

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Südostlink: Tennet forciert Stromtrassen-Planung in Ostbayern

Der Netzbetreiber Tennet will das Planfeststellungsverfahren für einen umstrittenen Stromtrassen-Abschnitt durch Ostbayern vorantreiben. Zeitgleich hinterfragt Wirtschaftsminister Aiwanger Argumente gegen eine Trassenbündelung an der A93.

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Die Planungen für die Gleichstromtrasse Südostlink durch die Oberpfalz und das westliche Niederbayern gehen in eine entscheidende Phase. Der Netzbetreiber Tennet hat am Montag bei der Bundesnetzagentur den Antrag auf Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens für einen Teilabschnitt der geplanten Stromleitung gestellt. Es geht dabei auch um einen der umstrittensten Abschnitte überhaupt. (Hier sehen Sie den geplanten Trassenverlauf)

Trassenverlauf mit Donau-Querung

Seit Jahren wird kontrovers diskutiert, wo die ohnehin umstrittene Gleichstromtrasse genau verlaufen soll. Den meisten Gegenwind haben die Südostlink-Planer für den Trassenabschnitt D2 geerntet. Der verläuft zwischen Nittenau im Landkreis Schwandorf und der Gemeinde Pfatter am Südufer der Donau. Tennet will die unterirdische Stromleitung möglichst weit östlich verlegen, auf der sogenannten Vorwaldtrasse. Nahe der Gemeinde Wiesent im Landkreis Regensburg würde die Stromleitung dann die Donau queren und von dort weiter Richtung Süden nach Niederbayern führen.

Anträge für weitere Südostlink-Abschnitte folgen

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens, dessen Einleitung am Montag beantragt worden ist, muss Tennet jetzt einen ganz konkreten Trassenvorschlag vorlegen. In den kommenden Wochen bis April will der Netzbetreiber auch die Anträge für die übrigen Südostlink-Abschnitte in Ostbayern stellen.

Die Gleichstromtrasse soll ab 2025 auf einer Länge von insgesamt 200 Kilometern durch die gesamte Oberpfalz und das westliche Niederbayern bis zum Atomkraftwerk Isar bei Landshut führen.

© tennet.eu

Hier sieht man den Streckenabschnitt zwischen Wiesent und Pfatter.

Aiwanger hinterfragt beschlossenen Korridor in Abschnitt C

Am Montag hat der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bei einem Termin in Altenstadt an der Waldnaab (Lkr. Neustadt an der Waldnaab) Argumente gegen eine Autobahnbündelung des bereits beschlossenen Südostlink-Korridors im Abschnitt C hinterfragt. Das teilte das Bayerische Wirtschaftsministerium mit.

Im Dezember hatte die Bundesnetzagentur den Stromtrassenkorridor für den Abschnitt Hof-Schwandorf verbindlich festgelegt. Dafür gab es viel Kritik aus der betroffenen Region: Nur über zehn Kilometer soll die Trasse mit der Autobahn A93 gebündelt werden. Kommunalpolitiker aus der nördlichen Oberpfalz hatten eine durchgehende Bündelung mit der Autobahn gefordert.

Bundesnetzagentur verteidigt Entscheidung

Laut einer Mitteilung der Bundesnetzagentur vom Dezember ist die direkte Verbindung entlang des 137 Kilometer langen Abschnitts zwischen Hof und Schwandorf aus mehreren Gründen nicht möglich: Zum einen wegen der großen Siedlungs- und Gewerbegebieten, die nahe an der Autobahn liegen. Zum anderen aufgrund von Wasserschutz- und Natura 2000-Gebieten. Wegen der bewegten Geländetopographie müssten mit einer Bündelung an der A93 zudem die Naab sowie mehrere Täler überquert werden.

Minister selbst in der Kritik

Aiwanger hat bei einer Besichtigung der Engstellen und Hindernisse vor Ort diese Argumente hinterfragt. Der Wirtschaftsminister wurde nach der Entscheidung der Bundesnetzagentur selbst kritisiert: Der Weidener CSU-Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht warf Aiwanger vor, nicht noch einmal bei der Bundesnetzagentur auf eine intensive Prüfung des Grünstreifens an der Autobahn gedrängt zu haben. Das habe der Minister Kommunalpolitikern versprochen.

Bei dem Termin in Altenstadt waren neben Verantwortlichen von Tennet auch Abgeordnete aus dem Bundes- und Landtag sowie Landräte und Bürgermeister aus der Region eingeladen.

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Die Region wünscht sich, dass die Stromtrasse entlang der Autobahn A93 verlegt wird. Der Betreiber Tennet erklärt, dass dies nicht machbar ist.