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Südostlink: Naturschützer sorgen sich um Brennberger Trinkwasser | BR24

© BR/Sebastian Wintermeier

BN-Vorsitzender Mergner (2. v. l.) und Brennbergs Bürgermeisterin Sauerer (2. v. r.) sorgen sich um das Trinkwasser in Brennberg

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    Südostlink: Naturschützer sorgen sich um Brennberger Trinkwasser

    Die geplante Stromtrasse Südostlink gefährdet nach Ansicht von Naturschützern die Trinkwasserversorgung von Brennberg. Zwei neue Brunnen könnten wegen der Stromtrasse nicht genutzt werden. Die Bürgermeisterin verwahrt sich unterdessen gegen Vorwürfe.

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    Von
    • Sebastian Wintermeier

    Mit einer Flurbegehung durch das Himmeltal bei Brennberg im Kreis Regensburg haben Lokalpolitiker und Bund Naturschutz am Vormittag für den Erhalt von Landschaft und Artenvielfalt geworben. Die Kulturlandschaft sei besonders durch die geplante Stromtrasse Südostlink gefährdet, sagte Brennbergs Bürgermeisterin Irmgard Sauerer (FW).

    "Hotspot der Artenvielfalt"

    In Brennberg seien die Voraussetzungen für den Erhalt der Artenvielfalt eigentlich günstig, so Sauerer. Das liege am hohen Grünlandanteil sowie an der gut strukturierten Landschaft mit mehreren Bio-Landwirtschaftsbetrieben. Brennberg sei deshalb ein "Hotspot der Artenvielfalt", sagte die Bürgermeisterin bei der Flurbegehung.

    Dem stehe aber die Planung zur Stromtrasse entgegen. "Wir können es nicht fassen, dass man in diesem Bereich diese Planung gemacht hat, hier mit den Gegebenheiten einer tollen, intakten Naturlandschaft. Das bedroht uns sehr", so Sauerer.

    Zwei neue Brunnen gebohrt

    Richard Mergner, Landesvorsitzender des Bund Naturschutz, sieht neben der Landschaft auch die örtliche Wasserversorgung in Brennberg bedroht. Denn dazu wolle die Gemeinde Brennberg neben einem bestehenden Brunnen eigentlich zwei weitere in Betrieb nehmen, so Mergner.

    Die beiden Brunnen seien bereits gebohrt. Allerdings soll genau dort die geplante Stromtrasse verlaufen. Der Betreiber Tennet habe auf Grundlage der Bundesfachplanung die Nutzung der neuen Brunnen untersagt, so Mergner auf BR-Nachfrage.

    Brennberg ist eine von zehn sogenannten Biodiversitätsgemeinden in Bayern. In diesen Kommunen soll die Artenvielfalt gezielt gefördert werden.

    Bürgermeisterin kontert Vorwürfe

    Bürgermeisterin Sauerer hat unterdessen auf Vorwürfe reagiert, die Gemeinde habe versucht, den Verlauf der geplanten Stromtrasse Südostlink mit dem Bau der zwei Trinkwasser-Brunnen zu verhindern. Wie Sauerer auf BR-Anfrage sagte, habe die Gemeinde bereits zu Beginn der Bundesfachplanung 2017 darauf hingewiesen, dass der Bau zweier neuer Brunnen nur dort möglich sei, wo die geplante Stromtrasse verlaufen würde. Das Gutachten eines unabhängigen Geologen sei zu diesem Ergebnis gekommen. Die Möglichkeit, die beiden neuen Brunnen auf ein anderes Feld mit bereits bestehenden Brunnen zu bauen, sei außerdem ausgeschieden. Die Brunnen hätten sich laut dem Gutachter gegenseitig beeinflusst und weniger Wasser gefördert. Eine dritte Lösung, den Brunnen einen Kilometer vom Pumphaus zu bauen, sei aus Kostengründen ausgeschieden.

    Die Gemeinde wolle jetzt gegen die bestehende Veränderungssperre klagen, sagte Sauerer im BR-Gespräch weiter. Diese verbiete es der Gemeinde für die Dauer von zehn Jahren, die beiden neuen Brunnen in Betrieb zu nehmen.

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