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Südostlink: Bundesnetzagentur legt Pläne aus | BR24

© picture alliance/Carsten Rehder

Die Bundesnetzagentur legt die Pläne für die umstrittene Gleichstromtrasse Südostlink aus.

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Südostlink: Bundesnetzagentur legt Pläne aus

Die Bundesnetzagentur legt zwei Wochen lang die Pläne zur umstrittenen Gleichstromtrasse Südostlink aus. Ausgerechnet in Wunsiedel, wo seit Monaten über eine Klage gegen den Bau nachgedacht wird, sind die Pläne aber nicht zu sehen.

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Die Bundesnetzagentur legt von Montag (20.01.20) an die Pläne zur umstrittenen Gleichstromtrasse Südostlink aus. Zu sehen sind der geplante Korridor der Trasse sowie weiteres Kartenmaterial.

Umweltveränderungen werden dokumentiert

Ausgelegt werden die Pläne zwei Wochen lang. Außerdem soll ein Konzept vorgestellt werden, wie potentielle Umweltveränderungen durch die geplante Trasse dokumentiert und beobachtet werden, so Pressesprecher Fiete Wulff zum Bayerischen Rundfunk. Die Pläne für den Abschnitt zwischen Hof und Schwandorf liegen in der Bundesnetzagentur in Bayreuth, bei der Stadt Hof, im Landratsamt Tirschenreuth und bei der Stadt Weiden aus. Die Bundesnetzagentur ist gesetzlich verpflichtet diese Unterlagen für alle zugänglich zu machen und vor Ort auszulegen.

Pläne sind in Wunsiedel nicht zu sehen

Ausgerechnet im Landkreis Wunsiedel können die Pläne nicht eingesehen werden. Laut Bundesnetzagentur ist dies aber nur Zufall, denn eine Anreise von 50 bis 60 Kilometer sei für den Verbraucher zumutbar. Aus diesem Grund sei Wunsiedel ausgespart worden.

Landkreis Wunsiedel droht mit Klage

Der Landkreis hatte schon im Sommer angekündigt eventuell gegen den Verlauf der Stromtrasse zu klagen. Die Entscheidung steht noch aus und soll zeitnah fallen. Pressesprecher Wulff betonte weiter, dass das gleiche Material auch online bei der Bundesnetzagentur einsehbar sei. Der festgelegte Trassenkorridor mit 1.000 Metern Breite ist für das Planfeststellungsverfahren verbindlich. Innerhalb dieses Korridors wird dann der konkrete Leitungsverlauf festgelegt.

Bürgerforen finden statt

Währenddessen finden in den betroffenen Regionen auch sogenannte Bürgerforen von Netzbetreiber Tennet statt. Tennet wird den Bürgern vor Ort noch bis zum 30. Januar 2020 auf insgesamt zwölf Terminen die Inhalte der ersten beiden Anträge für die Abschnitte C1 (Münchenreuth bis Marktredwitz) und C2 (Marktredwitz bis Pfreimd) vorstellen und über die nächsten Schritte sowie Beteiligungsmöglichkeiten informieren, so heißt es von Tennet selbst.

Gemeinde Leonberg klagt gegen Südostlink

Das erste Vorhaben gegen den Südostlink zu klagen gibt es schon: Die Gemeinde Leonberg im Landkreis Tirschenreuth wird gegen die Stromtrasse klagen. Der Ort hat zwar nur gut 1.000 Einwohner, trotzdem sei es wichtig, seinen Protest kundzutun, so Bürgermeister Johann Burger zum BR.

"Mir ist klar, dass das ein Kampf von David gegen Goliath wird". Johann Burger, Bürgermeister von Leonberg

Laut aktuellem Planungsstand soll die Stromtrasse mitten durch den Leonberger Ortsteil Themenreuth führen. Unter anderem soll sie dort durch ein Privatgrundstück verlaufen, auf dem gerade eine Lagerhalle entstehen soll. Die Baugenehmigung dafür wurde bereits 2017 erteilt. Leonberg, das zur Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich gehört, will dann in seinem Protest eng mit betroffenen Nachbargemeinden wie Konnersreuth oder Pfreimd zusammenarbeiten.

Gutachten: Südostlink ist eine Fehlinvestition

Ein am vergangenen Donnerstag veröffentlichtes Gutachten zum Südostlink bemängelt, dass die Netzausbaukosten beim Netzentwicklungsplan nicht berücksichtigt würden. "Die fehlende Berücksichtigung der Netzausbaukosten ist ein schwerer methodischer Fehler, der die gesamte Bedarfsanalyse des aktuellen Netzentwicklungsplans fragwürdig macht", heißt es im Gutachten. Kurz gesagt: der Südostlink sei eine Fehlinvestition – durch sie würde sogar die Energiewende behindert.

Initiativkreis gibt Gutachten in Auftrag

Der "Initiativkreis NEP 2030" hatte das Gutachten beim Wirtschaftswissenschaftler Lorenz Jarass in Auftrag gegeben. Dieser Initiativkreis besteht unter anderem aus Bürgerinitiativen, der Nürnberger N-Energie-Aktiengesellschaft, dem Bund Naturschutz und auch Kommunen aus Ostbayern.

Südostlink ist umstritten

Die Stromtrasse ist bei vielen Anrainergemeinden umstritten. Sie bezweifeln, ob die Trasse überhaupt gebraucht wird, halten die das Projekt für unwirtschaftlich und befürchten eine Verschandelung der Landschaft. Der Südostlink soll quer durch Oberfranken, die Oberpfalz und Niederbayern führen und ab 2025 als Gleichstrom-Erdkabelverbindung die windreichen Regionen Ostdeutschlands mit Bayern verbinden, so heißt es von Tennet, dem Netzbetreiber. Die Verbindung wird in Wolmirstedt bei Magdeburg beginnen, Endpunkt ist der Bereich am Kernkraftwerk Isar bei Landshut.

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