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Südostlink: Tennet führt bereits Vermessungsflüge durch | BR24

© BR/Sebastian Grosser

Ein Hubschrauber, mit dem Tennet Vermessungsflüge durchführt

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Südostlink: Tennet führt bereits Vermessungsflüge durch

Der Stromtrassenbetreiber Tennet führt derzeit Vermessungsflüge über seinem favorisierten Korridor für den umstrittenen Südostlink durch - dabei ist der endgültige Trassenverlauf längst noch nicht beschlossen.

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Der Verlauf der Stromtrasse Südostlink ist eines der Streitthemen in Ostbayern und darüber hinaus. Mittlerweile ist ein Korridor bekannt, den der Netzbetreiber Tennet favorisiert. Dagegen regt sich Widerstand von Bürgergruppen und von Lokal-, Landes- sowie Bundespolitikern. Sie fordern eine Verlegung der Stromtrasse an der A93.

Vermessungsflüge über favorisiertem Korridor

Das Unternehmen Tennet führt über seinem favorisierten Korridor aber bereits Vermessungsflüge durch. "Wenn wir in die 'Feintrassierung' gehen, dann müssen wir ganz genau wissen, wie ist die Topographie, wie ist der Baumbestand, wie sind Gebäude, Straßen, etc. vorhanden", erklärt Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht.

Endgültiger Trassenverlauf noch nicht beschlossen

So könne der Netzbetreiber dann innerhalb des bisherigen 1.000 Meter breiten Korridors eine 15 Meter breite Trasse so planen, dass größtmöglicher Schutz für Umwelt, Natur und Mensch gegeben sei. Dabei ist der endgültige Trassenverlauf längst nicht beschlossen. Bürgermeister vor Ort, wie Elisabeth Kerscher (CSU) von der Gemeinde Wiesent, sind von den Vermessungsflügen daher überrascht.

"Letzte Woche waren wir erst bei der Bürgerinformationsveranstaltung beieinander. Und diese Woche geht es dann schon in Riesenschritten wieder weiter. Also das macht natürlich schon Angst, in welcher schnellen Geschwindigkeit wohl dieses Projekt auch durchgezogen werden soll." Elisabeth Kerscher, Bürgermeisterin der Gemeinde Wiesent

Politiker fordern Verlegung der Trasse

Wie Kerscher fordern inzwischen mehrere Politiker aus der Region sowie auf Landes- und Bundesebene, die Trasse entlang der Autobahn A93 zu verlegen. Unterstützung bekommen sie von Bayerns Heimatminister Albert Füracker (CSU):

"Es wäre gut, wenn man das Ganze an der Autobahn orientieren könnte. Man bräuchte nur öffentlichen Grund, man müsste keine Entschädigungszahlungen bereitstellen, hätte weniger betroffene Menschen und eine weitaus höhere Akzeptanz." Albert Füracker (CSU), bayerischer Heimatminister

Das Problem: Im Schutzstreifen, der neben der Autobahn verläuft, sind Bauten eigentlich verboten; es sei denn, das Bundesverkehrsministerium (BmVI) würde sich für eine Lockerung des Gesetzes stark machen. Zumindest soll die Machbarkeit nun überprüft werden, heißt es aus dem Ministerium. "Das BmVI unterstützt die Ansicht, dass die Überlegung, die Erdkabel entlang der A93 zu verlegen, in einer Machbarkeitsstudie der Bundesnetzagentur Betrachtung finden sollte", sagte eine BmVI-Sprecherin auf der gestrigen Regierungspressekonferenz.

Vermessungsflüge noch bis Ende der Woche

Tennet sieht diese Möglichkeit derzeit nicht. "Wir wissen, dass es an vielen Stellen aufgrund der Hanglagen, aufgrund der Annäherung an Wohnbebauung, aber auch aufgrund von Wasserschutzgebieten oder Teichen schwierig bis mehr oder weniger unmöglich ist, die Trasse großflächig entlang der A93 zu planen", sagt Sprecher Lieberknecht. Die Vermessungsflüge dauern noch bis Ende der nächsten Woche an. Falls sich der von Tennet favorisierte Korridor doch noch ändern sollte, werde man weitere Flüge ansetzen.

© BR/Sebastian Grosser

Trassenführung Süd-Ost-Link