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© Transnet BW / Benjamin Stollenberg Fotografie
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Die Universität Hohenheim untersucht die Auswirkungen von Stromkabeln in der Erde. In Großrinderfeld werden deshalb Kabel verlegt.

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    SuedLink Unterfranken: Eigentümer-Dialog über Leitungsverlauf

    Grundstückseigentümer der SuedLink-Trasse können sich über den konkreten Verlauf informieren. Zum Auftakt sind mehr als 100 Betroffene aus den Orten Oerlenbach, Ramsthal, Sulzthal und Wasserlosen im Landkreis Bad Kissingen eingeladen.

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    Von
    • Ralph Wege

    Wo verläuft die Suedlink-Leitung auf meinem Grundstück, kann ich den Verlauf noch beeinflussen, was kann ich dort noch anpflanzen und wie hoch ist meine Entschädigung? Von heute bis zum 25. Juni sind die betroffenen Gemeinden von TransnetBW zu einem Eigentümer Dialog zum konkreten Verlauf der Suedlink-Leitungen eingeladen. Start ist heute im Landkreis Bad Kissingen für die Orte Sulzthal, Oerlenbach, Ramsthal und Wasserlosen.

    Versuch, "verträgliche" Lösungen zu finden

    In der Sulzthaler Mehrzweckhalle informieren heute ab 14.00 Uhr Experten von TransnetBW über den aktuellen Stand der Planungen von SuedLink. Ziel des Dialogs sei es unter anderem, mit den Grundstückseigentümern die "beste und verträglichste Lösung“ für den Verlauf der Erdkabel zu finden, sagt der Sprecher des Netzbetreibers Alexander Schilling. Momentan besteht ein 1.000 Meter breiten Korridor. In diesem soll SuedLink verlaufen. Über welche Grundstücke aber genau die Stromtrasse gehen werde, müsse mit den Grundstücksbesitzern besprochen werden. Somit sei ein weiteres Ziel des Dialoges, Eigentümer im Laufe der Zeit dafür zu gewinnen, dass über deren Grundstücke die Stromtrasse SuedLink verläuft.

    Nutzung für Landwirtschaft mit Einschränkungen möglich

    Bei der Trasse handelt es sich um zwei Erdkabel. Jedes hat einen Durchmesser von 18 Zentimetern. Die Erdkabel werden dem Betreiber zufolge in eineinhalb Metern Tiefe verlegt. Der darüber liegende Boden könne nach der Verlegung beispielsweise für Landwirtschaft wieder genutzt werden. Über den Erdkabeln dürfen aber auf einer Breite von bis zu 20 Metern keine tiefwurzelnden Gehölze wie Bäume angepflanzt werden. „Auch Gebäude dürfen darauf nicht errichtet werden“, sagte Schilling.

    Betreiber: Stromtrasse notwendig für Zeit nach Kohle und Strom

    Durch die beiden Erdkabel fließen insgesamt zwei Gigawatt Strom. "Das entspricht der Leistung von zwei großen Kraftwerken“, ergänzte Schilling. Neben dem SuedLink sind auch noch weitere Trassen wie der SuedOstlink geplant. Für deren Genehmigung ist die Bundesnetzagentur zuständig. Diese ist der Ansicht, die geplanten Leitungen seien notwendig. Denn Kohle- und Kernkraftwerke gingen in den nächsten Jahren vom Netz. Dadurch komme es zu einer "Stromerzeugungslücke“ in Süddeutschland. Windstrom aus dem Norden solle diese schließen.

    Trassengegner: Suedlink verhindert Energiewende

    Dörte Hamann, Sprecherin des bundesweiten Aktionsbündnisses Trassengegner, erklärte dagegen dem BR, für sie seien die geplanten Stromleitungen nicht nötig. "Wir fürchten, dass die Energiewende durch noch mehr Stromtrassen verhindert wird und sehen im Augenblick die große Gefahr, dass der Klimaschutz darunter leiden wird.“ Statt diese Leitungen zu bauen, solle Bayern sich unter anderem dezentral mit erneuerbaren Energien versorgen.

    Wissenschaftler fordert Reservekraftwerke

    Ähnlich sieht es auch der Energie-Experte Lorenz Jarass, Professor an der Hochschule Rhein-Main Wiesbaden. Wörtlich sagte er BR24: "SuedLink kann nicht verhindern, dass es in Bayern dunkel wird, wenn oben im Norden kein Wind weht. Deshalb müssen in Bayern statt neuer Leitungen Reservekraftwerke gebaut werden, die nicht von Sonne und Wind abhängig sind, beispielsweise kleine, dezentrale Blockheizkraftwerke, die mit Holz oder erneuerbarem Gas den Strom erzeugen.“

    Weitere Eigentümerdialoge geplant

    Verantwortlich für Planung und Bau des Südlink ist neben TransnetBW auch Tennet. Beide Unternehmen sind sogenannte Übertragungsnetzbetreiber. Weitere Termine für den Dialog zwischen TransnetBW und Grundstückeigentümern finden am 16. Juni für Leinach und Birkenfeld in der Egerbachhalle Birkenfeld, am 17. Juni für Uettingen und Greußenheim in der Aalbachtalhalle, am 21. und 22. Juni für Arnstein und Thüngen in der Stadthalle, am 23. und 24. Juni für Retzstadt, Thüngersheim und Zellingen in der Raiffeisen-Sporthalle Thüngersheim und am 25. Juni für Helmstadt und Altertheim in der Welsbachhalle Holzkirchhausen statt.

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