Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Süd-Ost-Link: Kleiner Sieg für Oberpfälzer Trassen-Kritiker | BR24

© picture alliance

Die geplante Stromtrasse Süd-Ost-Link soll hauptsächlich entlang der A93 verlaufen und schmäler werden.

Per Mail sharen

    Süd-Ost-Link: Kleiner Sieg für Oberpfälzer Trassen-Kritiker

    Nordoberpfälzer CSU-Politiker begrüßen den Kompromiss der Staatsregierung mit dem Bundeswirtschaftsministerium: Laut Wirtschaftsminister Aiwanger soll die Stromtrasse schmaler werden und weitgehend entlang der A93 verlaufen.

    Per Mail sharen

    Die Nordoberpfälzer CSU-Politiker fühlen sich bestätigt durch den Kompromiss der Staatsregierung am Dienstag mit dem Bundeswirtschaftsministerium zum geplanten Süd-Ost-Link. Laut Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger solle die Stromtrasse durch moderne Kabel schmaler werden und weitgehend an der A93 verlegt werden. Grund dafür sei, dass die neue 525kV-Leistung der Erdkabel bevorzugt werde.

    CSU-Politiker suchen Gespräch mit Bundenetzagentur

    Dadurch werde die Trasse schmaler bei gleichzeitig mehr Leistung, hieß es am Dienstag von Aiwanger. Eine Verlegung entlang der Autobahn fordern die nordoberpfälzer CSU-Politiker schon seit Langem. Eine entsprechend Machbarkeitsstudie soll laut Aiwanger in Angriff genommen werden, das ergab ein Kompromiss mit dem Bundeswirtschaftsminister. CSU-Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht fordert, dass die Machbarkeitsstudie zur Verlegung an der A93 lösungsorientiert sei und keine "Verhinderungsprüfung" wird. Er spricht damit auch für die beiden CSU-Landtagsabgeordneten Tobias Reiß (Tirschenreuth) und Stephan Oetzinger (Weiden/Neustadt/Waldnaab) sowie für den neuen Europaabgeordneten der CSU Christian Doleschal (Tirschenreuth) und mehrere CSU-Kommunalpolitiker. Die Politiker bieten zeitnahe Gespräche an über die nächsten Schritte und laden den Chef der Bundesnetzagentur Jochen Homann sowie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in die Region ein.

    Bundesnetzagentur lehnte A93-Lösung bislang ab

    Gemeinsames Ziel ist seit Langem, die Stromtrasse weitgehend im Grünstreifen der A93 verlaufen zu lassen, um so wenig Einschnitte wie möglich für Mensch, Natur und Umwelt zu haben. Der Vorschlag wurde aber von der Bundesnetzagentur bislang aus technischen Gründen abgeschmettert. Mit dem Kompromiss zwischen Bund und Land gestern sind auch Leer-Rohre vom Tisch. Deren Verlegung war angedacht, um die Kapazität der Trasse in 20 oder 30 Jahren erhöhen zu können. Entsprechende Vorhaben hat Netzbetreiber Tennet im Februar im Netzentwicklungsplan für 2035 vorgeschlagen. Die Leer-Rohre wären aber nur verlegt worden, bei einer Kabel-Kapazität von 320 kV pro Kabel. Der Neustädter Landrat Andreas Meier (CSU) kritisierte diese "Vorratsplanung" im Februar. Durch den Einsatz der modernen 525kV-Technik wird die Trasse nun schmaler.

    Genauer Trassen-Verlauf noch unklar

    Strom wird aber nicht vor 2025 durch die Stromtrasse fließen. Der Süd-Ost-Link führt von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt einmal von Nord nach Süd durch die Oberpfalz bis nach Landshut. Ein genauer Verlauf steht derzeit noch nicht fest, lediglich ein 1 km breiter Vorzugskorridor. Gegner des Projekts stellen die Notwendigkeit der Trasse insgesamt infrage.