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Mehrere Kommunen, die an der geplanten Stromtrasse Süd-Ost-Link liegen, haben heute in Regensburg ein Gutachten vorgestellt, das die Notwendigkeit dieser Trasse anzweifelt. Außerdem gäbe es für die Stromversorgung günstigere Alternativen.

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Süd-Ost-Link: Gutachten gegen Planungen im Kreis Regensburg

Mehrere Kommunen entlang der geplanten Stromtrasse Süd-Ost-Link haben am Freitag in Regensburg ein Gutachten gegen das Projekt vorgestellt. Sie bezweifeln dessen Notwendigkeit. Außerdem gebe es für die Stromversorgung günstigere Alternativen.

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Von
  • Sebastian Grosser
  • Meike Föckersperger

Mit einem neuen Gutachten wollen Gemeinden entlang der geplanten Stromtrasse Süd-Ost-Link gegen das Projekt vorgehen. Das heute vorgestellte Gutachten zweifelt an der Notwendigkeit der Trasse. Außerdem kritisieren Gemeindevertreter bereits in Kraft getretene Änderungssperren. Der Oberpfälzer Bezirkstagspräsident befürwortet das Projekt dagegen.

"Trasse nicht für die Stromversorgung in Bayern zwingend"

Laut Gutachten des Wirtschaftswissenschaftlers Lorenz Jarass ist der Süd-Ost-Link nicht für die Stromversorgung in Bayern erforderlich. Grund sei, dass die Trasse ausschließlich für den Export von Nord- und Ostdeutschem Überschussstrom nach Österreich von Bedeutung sei.

Gutachten: Alternative sind Wasserstoffanlagen

Dem Gutachten zufolge gibt es kostengünstigere Alternativen wie zum Beispiel Wasserstoffanlagen. Diese könnten den überschüssigen Strom in Küstennähe in Gas umwandeln.

In Gebieten, in denen die Trasse gebaut werden soll, gelten teilweise Änderungssperren - für die nächsten fünf Jahre zum Beispiel in der Gemeinde Brennberg.

Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung in Brennberg

Die Bürgermeisterin von Brennberg (Lkr. Regensburg), Irmgard Sauerer (FW), kritisiert das Trassen-Projekt. Die Stromtrasse des Süd-Ost-Links soll direkt durch ihre Gemeinde laufen. Problematisch sei, dass Anlagen zur Trinkwasserversorgung im Bereich der Veränderungssperre liegen.

"Wir haben jetzt 100.000 Euro investiert in zwei Brunnen aus denen bestes Wasser kommt, weil hier keine Nitratbelastungen sind. Wir dürfen allerdings nicht anschließen, das ist es, was uns ärgert." Irmgard Sauerer, Bürgermeisterin Brennberg (FW)

Außerdem sei durch die geplante Stromtrasse die Kulturlandschaft besonders gefährdet. In Brennberg seien die Voraussetzungen für den Erhalt der Artenvielfalt eigentlich günstig, so Sauerer. Das liege am hohen Grünlandanteil sowie an der gut strukturierten Landschaft mit mehreren Bio-Landwirtschaftsbetrieben.

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Die beiden Landwirtschaftsfamilien in Kirmberg bei Brennberg fürchten wegen der Veränderungssperre um ihre Existenz.

Landwirtin fühlt sich "überrannt"

Im Brennberger Ortsteil Himmelthal fürchten einige Landwirte um ihre Existenz. Auch Evi Luft bangt um ihren Hof wegen der festgelegten Änderungssperre. Sie hat die Sorge, dass durch die Einschränkungen keiner ihrer Nachkommen den Hof weiterführen will und sagt dem BR: "Ich habe die Sorge, dass unsere Jungen die Landwirtschaft dann nicht mehr attraktiv finden. Durch die Änderungssperre können wir nicht mehr mit den Kühen aufstocken, flächenmäßig geht sowieso nichts. Es gibt so viele Arbeitslose, müssen wir Bauern auch noch arbeitslos werden?"

Franz Löffler befürwortet Süd-Ost-Link

Franz Löffler, Bezirkstagspräsident der Oberpfalz und Landrat von Cham (CSU) hat am Donnerstag im Presseclub Regensburg den Bau des Süd-Ost-Links hingegen befürwortet. Die Energieversorgung ohne Stromtrassen werde künftig nicht ganz möglich sein, so Löffler. Er wirbt dafür, das Thema auch wirtschaftlich zu sehen. Löffler verweist vor allem darauf, dass der Strom, den man mit Hilfe der Trassen aus dem Norden bezieht, kostengünstiger sei als der vor Ort produzierte Strom. Trotzdem wolle man in Zukunft so viel Strom wie möglich in der Region erzeugen.

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