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Suche nach Atommüll-Endlager: Bayern sieht Fehler in Bericht | BR24

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Laut des Zwischenberichts zur Suche eines Endlagers für Atommüll sind weite Teile Bayerns dafür geeignet - oder vielleicht doch nicht?

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Suche nach Atommüll-Endlager: Bayern sieht Fehler in Bericht

Weite Teile Bayerns kommen als möglicher Standort für ein Atommüll-Endlager in Frage. Das hat der Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ergeben. Doch angeblich sind einige Ergebnisse aus falschen Annahmen heraus entstanden.

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  • BR24 Redaktion

Die bayerischen Behörden sehen erhebliche Fehler in dem Zwischenbericht zur Suche eines atomaren Endlagers. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) meldet, gehe das aus einer Stellungnahme des Geologischen Dienstes des Landesamtes für Umwelt (LfU) hervor.

Umweltminister Glauber fordert Korrektur

Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) verlangt deshalb von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), dass diese ihre Einschätzung zur Eignung bayerischer Gebiete für ein mögliches Endlager korrigiert. "Bayern begleitet die Endlagersuche in Deutschland konstruktiv, aber auch kritisch", sagte Glauber am Mittwoch auch im Hinblick auf den zehnten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Am 11. März 2011 hatte ein Tsunami in Japan zu der Nuklearkatastrophe geführt.

Weite Teile des Freistaats sind als Endlager-Standort denkbar

Im vergangenen September hatte der BGE-Zwischenbericht insbesondere im Freistaat für viel Kritik gesorgt. Dem Bericht zufolge sind etwa zwei Drittel der Landesfläche geologisch für das angestrebte Endlager unter Tage für hoch radioaktive Abfälle geeignet. Damit wies Bayern im Verhältnis deutlich mehr geeignete Flächen aus als Deutschland insgesamt.

Bundesbehörde hat falsche Annahmen über Gebiete aufgestellt

In dem Zwischenbericht sind die Granitregionen im Osten Bayerns vom Fichtelgebirge bis zum Bayerischen Wald und eine große Fläche nördlich einer Linie zwischen Augsburg und Landshut als mögliche Standorte für ein Endlager enthalten. Ebenfalls aufgeführt werden in dem Bericht Gebiete mit Tongestein in der Gegend rund um Rosenheim, Mühldorf und Burghausen. Nach Ansicht des LfU habe die Bundesbehörde für insgesamt sechs Gebiete in Bayern falsche Annahmen aufgestellt. Beispielsweise sei ein Gebiet mit Tongestein deutlich zu groß bemessen worden.

"Die Kritikpunkte müssen zeitnah von der BGE berücksichtigt und die betroffenen Gebiete schnellstmöglich aus dem weiteren Verfahren ausgeschlossen werden." Thorsten Glauber, Umweltminister Bayern
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