Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Wetter: Sturmtief über Bayern - Warnung vor Orkanböen | BR24

© dpa-Bildfunk/Karl-Josef Hildenbrand

Wolkenfront bei Remlingen

Per Mail sharen

    Wetter: Sturmtief über Bayern - Warnung vor Orkanböen

    Sturmtief Eberhard bringt Regenfälle und schweren Sturm nach Bayern. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor orkanartigen Böen mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde. Züge können derzeit nur langsam fahren, in Fürth musste ein Fußballspiel abgesagt werden.

    Per Mail sharen

    Sturmtief Eberhard zieht nach Bayern und bringt heftige Regenfälle und schweren Sturm mit. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Orkanböen in weiten Teilen Bayerns.

    Aufenthalt im Freien nicht ratsam

    Bis in die Nacht zum Montag hinein treten im südwestlichen Alpenvorland und im Nordosten Bayerns orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten um 110 Kilometern pro Stunde auf. Im Bergland können sie sogar bis zu 120 Kilometern pro Stunde erreichen, auf exponierten Gipfeln ist mit Windspitzen bis 140 Kilometern pro Stunde zu rechnen.

    Der Deutsche Wetterdienst warnt davor, sich im Freien aufzuhalten. Es können Gebäude beschädigt, Bäume entwurzelt werden. Gegenstände können herabstürzen - im Freien sollten diese gut gesichert werden.

    Betroffen sind vor allem die folgenden Landkreise:

    Oberbayern:

    Kreis Altötting, Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Kreis Berchtesgadener Land, Kreis Dachau, Kreis Ebersberg, Kreis Eichstätt, Kreis Erding, Kreis Freising, Kreis Fürstenfeldbruck, Kreis Garmisch-Partenkirchen, Kreis Landsberg am Lech, Kreis Miesbach, Kreis Mühldorf a. Inn, Kreis München, Kreis Neuburg-Schrobenhausen, Kreis Pfaffenhofen a.d. Ilm, Kreis Rosenheim, Kreis Starnberg, Kreis Traunstein, Kreis Weilheim-Schongau, Stadt München, Stadt Rosenheim

    Niederbayern:

    Kreis Deggendorf, Kreis Freyung-Grafenau, Kreis Kelheim, Kreis Landshut, Kreis Regen, Kreis Straubing-Bogen

    Oberpfalz:

    Kreis Amberg-Sulzbach, Kreis Cham, Kreis Neumarkt, Kreis Neustadt a.d. Waldnaab, Kreis Regensburg, Kreis Schwandorf, Kreis Tirschenreuth, Stadt Amberg, Stadt Weiden

    Oberfranken:

    Kreis Bamberg, Kreis Bayreuth, Kreis Coburg, Kreis Forchheim, Kreis Hof, Kreis Kronach, Kreis Kulmbach, Kreis Lichtenfels, Kreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge, Stadt Bamberg, Stadt Bayreuth, Stadt Coburg, Stadt Hof

    Mittelfranken:

    Kreis Ansbach, Kreis Erlangen-Höchstadt, Kreis Fürth, Kreis Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim, Kreis Nürnberger Land, Kreis Roth, Kreis Weißenburg-Gunzenhausen, Stadt Ansbach, Stadt Erlangen, Stadt Fürth, Stadt Nürnberg, Stadt Schwabach

    Unterfranken:

    Kreis Aschaffenburg, Kreis Bad Kissingen, Kreis Haßberge, Kreis Kitzingen, Kreis Main-Spessart, Kreis Miltenberg, Kreis Rhön-Grabfeld, Kreis Schweinfurt, Kreis Würzburg, Stadt Aschaffenburg, Stadt Schweinfurt, Stadt Würzburg

    Schwaben:

    Kreis Aichach-Friedberg, Kreis Augsburg, Kreis Donau-Ries, Kreis Günzburg, Kreis Lindau (Bodensee), Kreis Neu-Ulm, Kreis Oberallgäu, Kreis Ostallgäu, Kreis Unterallgäu, Stadt Augsburg, Stadt Kaufbeuren, Stadt Kempten (Allgäu), Stadt Memmingen

    Fußballspiel abgesagt: SpVgg Greuther Fürth und Dynamo Dresden spielen nicht

    Das für den frühen Nachmittag angesetzte Spiel der 2. Fußball-Bundesliga zwischen der SpVgg Greuther Fürth und Dynamo Dresden wurde aufgrund der Unwetterwarnung abgesagt. Das teilten beide Klubs rund zwei Stunden vor dem geplanten Anpfiff um 13.30 Uhr mit. Denn das Fürther Stadion ist offenbar nur bis zur Windstärke 8 sicher. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

    In seiner jüngsten Unwetterwarnung spricht der Deutsche Wetterdienst von orkanartigen Böen von bis 120 km/h, die durch Franken ziehen - das Ganze in Verbindung mit schweren Gewittern.

    "Der Gastgeber kann als Veranstalter des Spiels die Sicherheit der Stadionbesucher bei solch schweren Sturmböen nicht garantieren, daher war die Spielabsage unumgänglich." Michael Born, kaufmännischer Geschäftsführer Dynamo Dresden

    Sturmtief ein Schnellläufer

    Motor von Sturmtief Eberhard, das nach Bayern hereinzieht, sind die großen Temperaturunterschiede. An der Südflanke über Frankreich herrschen sehr milde Temperaturen. Auf der Rückseite dagegen zieht über England polare Kaltluft herein. Das führt zu extremen Unterschieden im Luftdruck und macht das Sturmtief zu einem sogenannten Schnellläufer.

    Alpen wirken wie Leitplanken für den Sturm

    Dort, wo die Temperaturen am höchsten sind, ist der Sturm am stärksten, so Meteorologe Michael Sachweh. Das sei an der Südflanke der Fall. In Bayern seien besonders Franken, Schwaben und Oberbayern betroffen. Hier werden im Laufe des Tages sehr milde Temperaturen erwartet. Dazu kommt:

    "Die Alpen wirken wie eine Leitplanke für den Sturm. Deshalb sind im Alpenvorland besonders starke Sturmböen zu erwarten." Michael Sachweh, Meteorologe

    Gefahr von umstürzenden Bäumen

    Besonders gefährdet: die Münchner Schotterebene. Die Sturmböen könnten hier in der Spitze mehr als 100 km/h erreichen, so Meteorologe Sachweh. Er warnt besonders vor herabfallenden Ästen, möglich seien auch umstürzende Bäume. Auch sei ein Sicherheitsabstand zu Baugerüsten empfehlenswert. Gefahr bestehe auch durch herumfliegende Dachziegel. Auch der Deutsche Wetterdienst rät in den betroffenen Gebieten von Spaziergängen ab.

    Auf Straßen müsse mit extremem Seitenwind besonders auf Brücken gerechnet werden. Das Sturmtief werde gegen Mittag bei uns eintreffen.

    Böe erfasst Auto - eine Schwerverletzte

    Am gestrigen Samstag wurde in Finningen bei Neu-Ulm ein Fahrzeug von einer Windböe erfasst. Die 18-jährige Fahrerin verlor die Kontrolle über ihr Fahrzeug, das ins Schleudern geriet und sich überschlug. Die Fahrerin kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

    Warnungen auch von der Deutschen Bahn

    Auch die Deutsche Bahn warnt infolge des Sturmtiefs vor möglichen Beeinträchtigungen im Zugverkehr. Ebenso private Betreiber wie die Länderbahn, die auf den Strecken von Waldbahn und Alex-Süd Störungen befürchtet. Die Einsatzstellen bereiten sich auf die erneute Ausnahmesituation vor, heißt es seitens der Länderbahn. Es könne bis Montagfrüh zu Einschränkungen im Fahrbetrieb kommen. Aus Sicherheitsgründen wurden zunächst die Lokführer angewiesen, mit verminderter Geschwindigkeit zu fahren.

    Bei einer Verschärfung der Wetterlage sei auch eine Einstellung des Zugverkehrs nicht auszuschließen, so ein Bahnsprecher. In Nordrhein-Westfalen wurden der Fernverkehr und Teile des Regionalverkehrs bereits eingestellt. Die Züge würden nun am nächsten Bahnhof gestoppt, so der Sprecher weiter - darunter auch ICE-Züge auf der Hauptstrecke von Dortmund nach München.

    Starke Regenfälle im Allgäu zu erwarten

    Im Allgäu kommt zum Sturm auch noch Tauwetter. Hier können laut Deutschem Wetterdienst in den kommenden 24 Stunden örtlich mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Mit Wind und Regen ist noch bis in die Nacht zum Montag zu rechen. Dann wird es nochmals kälter. Oberhalb von 400 Metern fällt dann in den Alpen und den Mittelgebirgen Schnee.

    Orkanböen auch in Ostbayern befürchtet

    Der Deutsche Wetterdienst warnt vor orkanartigen Böen auch in der Oberpfalz und in Niederbayern. So gilt eine Unwetterwarnung für die Stadt Weiden und die Landkreise Neustadt an der Waldnaab, Amberg-Sulzbach, Schwandorf, Tirschenreuth und Cham. Außerdem in den niederbayerischen Landkreisen Regen, Freyung-Grafenau und Deggendorf. Auch hier seien Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h zu erwarten.