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Sturmtief Bianca sorgt in Bayern für Unfälle und Stromausfälle | BR24

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Entwurzelte Bäume, Stromausfälle, Verkehrsbehinderungen und Unfälle: Das Sturmtief Bianca hat in der Nacht vor allem dem Süden Bayerns zu schaffen gemacht. Die Rettungskräfte waren permanent im Einsatz.

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Sturmtief Bianca sorgt in Bayern für Unfälle und Stromausfälle

Mit Schnee und heftigen Windböen ist Sturmtief Bianca durch Bayern gezogen. Auf schneeglatten Straßen gab es zahlreiche Unfälle. Zehntausende Haushalte waren über Stunden ohne Strom. Umgestürzte Bäume sorgen auch bei der Bahn für Probleme.

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Sturmtief Bianca hat fast überall in Bayern zu Beeinträchtigungen im Straßen- und Bahnverkehr geführt. Probleme gibt es im Regionalverkehr: Die Bayerische Oberlandbahn meldet Störungen, vor allem durch Bäume, die ins Gleis gestürzt sind. Beim Meridian fahren bis 8 Uhr keine Züge auf der Strecke Rosenheim-Holzkirchen. Die Strecke von Rosenheim bis Salzburg kann voraussichtlich erst ab 13 Uhr wieder ungehindert befahren werden. Bei Übersee blockiert ein Baum die Gleise. Ein Schienenersatzverkehr ist derzeit mit nur einem Bus beginnend ab Übersee eingerichtet. Die Suche nach weiteren Buskapazitäten läuft laut einem Sprecher der Bayerischen Oberlandbahn weiterhin auf Hochtouren.

Besonders betroffen sind auch die Strecken der Werdenfelsbahn: Zwischen Murnau und Tutzing, Kochel und Tutzing und Murnau und Oberammergau ist die Strecke weiterhin gesperrt. Derzeit ist laut einem Bahn-Sprecher ein Spezialfahrzeug auf dem Weg dorthin, die Oberleitung muss repariert und wieder gespannt werden. Wie lange die Sperrung noch andauern wird, steht derzeit noch nicht fest.

In Franken ist die Strecke Schwabach-Roth wegen Gegenständen in der Oberleitung gesperrt. Die Sperre zwischen Feucht und Altdorf ist inzwischen aufgehoben. Es ist aber weiter mit Verzögerungen und Zugausfällen zu rechnen.

Probleme bei S-Bahn in München

Bei der Münchner S-Bahn sind die meisten Linien wieder in Betrieb - mit Ausnahme der S2 zwischen Markt Schwaben und Erding sowie der S6 zwischen Tutzing und Starnberg. Auch auf den übrigen Strecken kann es noch zu Verspätungen und kurzfristigen Ausfällen kommen. Gestern Abend wurde der Verkehr vorübergehend komplett eingestellt. Auf der Stammstrecke konnte aber ein Pendelverkehr eingerichtet werden.

Behinderungen auch im Fernverkehr

Die Strecke Salzburg-Rosenheim ist derzeit noch gesperrt. Voraussichtlich ab 11 Uhr soll sie nach Auskunft der Bahn wieder eingleisig befahrbar sein. EC- und Railjet Express-Züge der Österreichischen Bundesbahn fallen zwischen München HBF und Salzburg aus. Auch zwischen Nürnberg und Ansbach können keine Züge fahren - voraussichtlich ab 12 Uhr soll hier ein eingleisiger Betrieb möglich sein. IC Züge fallen bis dahin auf diesem Abschnitt aus. Die Strecke Nürnberg-Treuchtlingen ist teilweise nur eingleisig befahrbar.

Im Hauptbahnhof Würzburg sind gestern Abend vier ICEs gestrandet, die wegen der Witterung nicht weiterfahren können. Hilfskräfte versorgten die rund 1.300 Reisenden.

Auf der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Stuttgart ist am Abend ein Baum ins Gleis gekracht. Ein IC-Zug musste bei Leutershausen in Mittelfranken auf freier Strecke anhalten. Rund 200 Reisende mussten rund eine Stunde ausharren, bevor der Zug zu einem nahen Bahnhof fahren konnte.

Unfälle auf schneeglatten Straßen

Aufgrund von schneeglatten Straßen hatten vor allem Lastwagen auf den Autobahnen Schwierigkeiten. Am schlimmsten traf es die A9 in Oberfranken: Zwischen den Anschlussstellen Bayreuth und Trockau standen am Abend die Fahrzeuge in beiden Richtungen. Die Polizei meldete allein auf diesem Abschnitt mehr als 80 Einsätze und zahlreiche Unfälle. Es blieb bei Blechschäden.

Während es aktuell auf den Autobahnen wetterbedingt keine Behinderungen gibt, sind etliche Bundesstraßen und Staatsstraßen nach Unfällen wegen Schneeglätte oder umgestürzter Bäume gesperrt. So die B2 zwischen Eschenau und Heroldsberg sowie die B505 bei Pommersfelden.

In Krailling wurde gestern Abend ein Autofahrer durch einen runtergestürzten Ast lebensbedrohlich verletzt, seine Beifahrerin wurde schwerst verletzt. Der 34-jährige war gegen 22.30 Uhr auf einer Hauptstraße unterwegs, als der Ast durch eine Sturmböe auf sein Fahrzeug krachte. Der Mann und seine 36-jährige Mitfahrerin wurden in dem Wagen eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr befreit werden.

Hoher Sachschaden an Industriedenkmal in Raisting

in Raisting im Landkreis Weilheim-Schongau hat "Bianca" die Außenhülle des Industriedenkmals Radom zerstört. Die Bodenstation wurde ab den 60er Jahren für internationalen Satellitenfunk genutzt und 1985 geschlossen. Die Anlage wird vom Landkreis als Museum betrieben. Die Hülle ist eine Einzelanfertigung und war erst im Jahr 2011 erneuert worden. Der Schaden geht nach Informationen von Kreisrat Peter Ostenrieder in die Millionen.

Massive Stromausfälle

Mehr als 40.000 Haushalte waren in der Nacht über Stunden ohne Strom. Das teilte ein Sprecher des Netzbetreibers "Bayernwerk“ mit Sitz in Regensburg auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks mit. In den meisten betroffenen Haushalten war der Strom von 23.30 bis 2 Uhr Früh weg. Seit 4 Uhr funktioniert die Versorgung zum große Teil wieder. Betroffen war laut Sprecher das komplette Netzgebiet von Bayernwerk von Unterfranken bis Oberbayern. Immer noch sind aber 50 Haushalte in Blaibach im Landkreis Cham ohne Strom. Hier fiel ein Baum auf die Stromleitung, ein Trafohäuschen brannte deswegen vollkommen aus. Bis Mittag werden die Reparaturmaßnahmen mindestens dauern, wie der Sprecher sagt.

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