BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Unwetter in Bayern: Sturm, Orkanböen und Starkregen | BR24

© BR

Lage entspannt sich

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Unwetter in Bayern: Sturm, Orkanböen und Starkregen

In der Nacht ist ein schwerer Sturm mit Orkanböen und Starkregen über Bayern hinweggefegt. Umgestürzte Bäume, steigende Flussstände und Lawinenwarnungen sind die Folge. Im Süden und Südosten Bayerns sinken die Pegel, im Franken steigen sie aktuell.

Per Mail sharen
Teilen

Ein heftiger Sturm wütete über Bayern, dazu gab es Dauerregen. Aktuell gibt es Entwarnungen für die ersten Pegelstände von Flüssen. Betroffen sind aber jetzt vor allem die Gebiete in Unter- und Oberfranken. Die prognostizierten Niederschläge sind nur noch gering, im alpinen Bereich oberhalb 800 m fällt Schnee. Ab morgen stellt sich Hochdruckeinfluss ein und die Lage entspannt sich weiter.

Oberbayern: Züge fahren nicht

Eine Entwarnung gibt es aktuell für den Landkreis Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz/Wolfratshausen, Traunstein und Berchtesgadener Land. Die Wasserstände an den Pegeln sind wieder unterhalb der Meldegrenze. In München musste die Polizei bis in den Vormittag rund dreißig Mal ausrücken. Hauptgrund waren überwiegend umgestürzte Bauzäune und Bäume. Im Westpark im Stadtteil Sendling wurde auf einem Sportgelände eine Traglufthalle vom Sturm niedergedrückt.

Auf den Strecken der Bayerischen Oberlandbahn kommt es wegen der Sturmböen auf zwei Strecken wegen umgestürzter Bäume derzeit zu Einschränkungen: zwischen Schaftlach und Holzkirchen und bei Fischbachau. Fahrgäste müssen mit Verspätungen und Zugausfälle rechnen und zwar wohl ganztags, so die BOB. Es wird ein Bus-Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Die Bahnstrecke zwischen Huglfing und Uffing am Staffelsee ist aktuell noch gesperrt aufgrund eines Baumes in der Oberleitung. Die Züge aus Richtung München verkehren bis Huglfing und enden dort vorzeitig. Die Züge aus Richtung Garmisch-Partenkirchen verkehren bis Uffing am Staffelsee und enden dort. Die Strecken Langenbach-Freising und Freising-Neufahrn (b. Freising) sind weiterhin nur eingleisig befahrbar. Es kommt zu erheblichen Verspätungen und auch zu Teilausfällen.

Erhebliche Lawinengefahr

Im Landkreis Fürstenfeldbruck musste die Feuerwehr mehrfach ausrücken um vollgelaufene Keller auszupumpen. Der Hochwassermeldedienst Bayern vermeldet (6.15 Uhr) vor allem für den Bereich Neuburg Donau, Dasing und Aichach die Meldestufe 2. In den bayerischen Alpen wurde indes erhöhte Lawinengefahr gemeldet. Der Lawinenwarndienst rief in mehreren bayerischen Gebieten die Warnstufe drei von fünf aus, was eine "erhebliche Lawinengefahr" bedeutet. Im Bereich Ingolstadt kam es in der Nacht zu 120 Einsätzen der Polizei. Verletzt wurde niemand, es handelte sich überwiegend um abgerissene Äste und umgewehte Verkehrsschilder, auch auf der Autobahn A9.

Sturmschäden in Niederbayern

30 Einsätze vermeldet die Polizei im Bereich Niederbayern. Die Zahl steigt weiter an. Meist handelt es sich dabei um umgestürzte Bäume. In einem Fall ist ein Autofahrer gegen einen Baum auf der Straße geprallt. Über Verletzte gibt es aktuell noch keine Informationen. Schwerpunkt der Sturmschäden sind aktuell die Landkreise Kelheim und Landshut.

Wichtig für alle Bahnpendler ist eine Streckensperrung zwischen Langenbach (Oberbayern) und Freising. Dort ist ein Baum ins Gleis gestürzt. Die Züge werden an den Bahnhöfen zurückgehalten. Die Sperrung betrifft auch die Verbindungen Plattling-München. Der Hochwassermeldedienst Bayern gibt für den Bereich Naab-Regen noch normale Pegelstände an.

"Die nördlichen Donauzuflüsse vor allem an Wörnitz, Altmühl und Schwarzer Laber steigen noch an, bleiben aber im Bereich eines kleineren Hochwassers mit leichten Ausuferungen, nur in Harburg könnte der Scheitel noch in Meldestufe 3 steigen. Zu leichten Ausuferungen kommt es auch vereinzelt an Regen und Naab." Hochwassernachrichtendienst Bayern

Hochwasser: Meldestufe 3 an Schmutter im Allgäu

Schneeschmelze und anhaltender Regen sorgten in der Nacht im Allgäu für steigende Wasserstände. Nach Angaben des Wasserwirtschaftsamtes Kempten sinken die Pegel der meisten Flüsse und Bäche. Auch der starke Niederschlag sei abgezogen. Man könne insgesamt Entwarnung geben. Meldestufe 4 wird aktuell nur in Achsheim, im schwäbischen Landkreis Augsburg, gemeldet. Hier steigt nach wie vor der Pegel.

Durch ein Aufstauen des im Winter leeren Forggensees im Ostallgäu habe man den Pegelanstieg im Lech dämpfen können. Auch das Aufstauen des Grüntensees habe den Pegelanstieg der Wertach gedämpft, so das Wasserwirtschaftsamt. An der gesamten Donau bleibt es nach Angaben der Hochwassermeldedienstes Bayern bei einem kleineren Hochwasser, der Scheitel verlagert sich langsam donauabwärts bei überwiegend Meldestufe 1 und 2. An der oberen Donau bis Donauwörth sind die Scheitel bereits erreicht. Für heute und Mittwochmittag wird der Schwerpunkt im Raum Kelheim und evtl. Neuburg mit einem Scheitel in Meldestufe 3 erwartet.

Steigende Pegel in Franken

Eine Warnmeldung wurde mittlerweile für den Bereich Aschaffenburg ausgerufen. Am Pegel Weilbach, im Landkreis Miltenberg, wurde die Meldestufe 3 überschritten. Um 7 Uhr erreichte die Steinach, ein Zufluss der Rodach, die Meldestufe 3. Betroffen sind die Orte Steinach und Fürth am Berg. Aktuell sinken aber dort die Stände. In Franken sind vor allem auch die Gebiete Frankenwald und Fichtelgebirge betroffen sowie Weißer Main, denn die Hochwasserlagen verlagert sich nach Angaben des Hochwassernachrichtendienst Bayern zunehmend nach Nordbayern und an die Donau. Ansteigende Pegel meldet die amtliche Stelle für Franken im Landkreis Ansbach. Für die Fränkische Rezat wird im Bereich Mitteldachstetten und Oberheßbach Meldestufe 2 angegeben. Innerhalb einer Stunde sind hier die Wasserstände um 10 cm gestiegen.

Was bedeuten die Meldestufen?

Bei der Meldestufe 2 werden dem Meldedienst Überflutungen von land- und forstwirtschaftlichen Flächen gemeldet. Es kann dabei auch zu Verkehrsbehinderungen kommen. Ab Meldestufe 3 betrifft es auch bebaute Grundstücke. Auch kommt es zu überfluteten Kellern und Straßen. Die Meldestufe 4 ist die höchste. Hier sind dann bebaute Gebiete im größerem Umfang überflutet. Es kann auch zum Einsatz der Wasser- oder Dammwehr im größerem Umfang kommen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

© BR

Ein Sturm fegte über den Landkreis Lindau. Bäume stürzten auf Straßen und blockierten sie. Die Feuerwehr zersägte die Bäume und machte die Straßen passierbar.