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Sturm Sabine in Oberbayern: Probleme bei Bahn und am Flughafen | BR24

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Am Münchner Flughafen wurden am Montag 929 Starts und Landungen annulliert. Am Dienstag folgten noch einmal 80 weitere Flüge. Wie verständnisvoll reagieren die Passagiere?

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Sturm Sabine in Oberbayern: Probleme bei Bahn und am Flughafen

Sturm Sabine bereitet Bahnfahrern im oberbayerischen Regionalverkehr weiterhin Probleme. Bei Garmisch-Partenkirchen, Kochel am See und der Münchner S-Bahn läuft's noch nicht so richtig. Am Münchner Flughafen wurden weitere 80 Flüge gestrichen.

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Als Folge des Sturms Sabine wurden am Dienstag noch einmal 80 von insgesamt 1.000 Starts und Landungen am Flughafen München gestrichen – etwa nach London, Toulouse, Kopenhagen, Paris und Warschau. Diese Annullierungen haben weniger mit der aktuellen Wetterlage zu tun, sondern sind eine Folge des Montags: Viele Flugzeuge und Crews sind nicht dort, wo sie nun gebraucht würden – oder die Maschinen starten nicht, weil sie am Zielort wegen des Wetters dort nicht landen könnten. Sollte der Sturm dort zulegen, ist erneut mit einem Abfertigungsstopp zu rechnen. Erst im Laufe des Tages wird sich der Flugplan wieder normalisieren.

Am Montag waren in München 929 Flüge ausgefallen. Nur knapp 170 von 1.100 geplanten Flügen konnte abgewickelt werden. Die Passagiere, die am Abend noch festsaßen, wurden von den Airlines größtenteils in Hotels untergebracht – Feldbetten in den Terminals waren nicht nötig.

Ausfälle am Flughafen und im Bahnverkehr

Bahnfahrer im Regionalverkehr müssen in Bayern weiterhin mit wetterbedingten Einschränkungen rechnen. Der Schwerpunkt lag südlich von München.

Mittlerweile konnte aber fast überall der Zugverkehr wieder aufgenommen werden. Lediglich zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte fahren noch keine Züge. Dort ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Bei der Münchner S-Bahn gibt es noch Einschränkungen auf der S7 zwischen Wolfratshausen und Baierbrunn. Die Bahn schätzt, dass die Störung dort am Abend behoben sein werden.

Beim Meridian können die Züge zwischen Deisenhofen bis etwa 17 Uhr nur eingleisig fahren. Daher kommt es dort weiter zu Verspätungen. Der Bahnhof Schliersee ist derzeit gesperrt, wegen einer defekten Weiche.

Umgefallene Bäume und Stromausfall

Sturm Sabine hat in der Nacht im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd zu rund 75 Einsätzen geführt. Meist handelte es sich um umgestürzte Bäume und heruntergefallene Äste. Laut Polizeisprecher war vor allem der Osten betroffen. So gab es mehrere Einsätze um Traunreut und im Landkreis Mühldorf. Verletzte gab es keine.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord gab es auch mehrere Einsätze wegen des Sturms, ebenfalls meist wegen Bäumen und Ästen. Auch hier gab es keine Verletzten.

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von rund 180 km/h zog das Sturmtief in der Nacht über die Zugspitze. Im gesamten Oberland entfaltete der Sturm ab Mitternacht bis gegen 5 Uhr in die Früh nochmal seine stärkste Kraft. Vielerorts kam es zu Orkanböen bis zu 110 Kilometern pro Stunde.

Laut einem Sprecher der integrierten Leitstelle Oberland, die für die drei Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz und Weilheim-Schongau spricht, kam es zu zahlreichen Einsätzen. Vielerorts mussten Straßen von Ästen und Bäumen befreit werden. In Seeshaupt fiel ein Baum in eine Stromleitung. Für zwei Stunden kam es zu einem Stromausfall. Auf der Zugspitze ist weiter der Betrieb der Seilbahn eingestellt.

Ab 118 Stundenkilometern ist es ein "Orkan"

Erreicht ein Sturm Windgeschwindigkeiten von 118 Stundenkilometern, sprechen Meteorologen von einem Orkan. In Mühldorf erreichte "Sabine" mit 131 Kilometern pro Stunde Orkanstärke. In Weihenstephan im Landkreis Freising wurden 117 km/h gemessen. In Chieming im Landkreis Traunstein war es Tempo 100 – das entspricht Windstärke 10.

Für Dienstag erwartet der Deutsche Wetterdienst noch teils schwere Sturmböen. Auf den Alpengipfeln könnte es zu einzelnen orkanartigen Böen kommen.

Kiten und Surfen auf dem Ammersee

Einige Kiter und Surfer nutzten den Orkan auf dem Ammersee am Montag folgendermaßen:

© BR / Felix Hörhager

Kiter bei Sturm Sabine auf dem Ammersee

© BR / Felix Hörhager

Ein Windsurfer bei Sturm Sabine auf dem Ammersee