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Sturm-Panne an ICE: Fahrgäste beklagen mangelnde Information | BR24

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Bei Roth mussten sich mehrere hundert Reisende in Geduld üben - umgestürzte Bäume hatten die Oberleitung beschädigt. Auch BR-Journalist Peter Dalheimer war unter den Fahrgästen.

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Sturm-Panne an ICE: Fahrgäste beklagen mangelnde Information

Weil ein Orkan am Sonntagabend die Oberleitung beschädigt hatte, saßen 400 Passagiere über Stunden in einem ICE in Franken fest - manche mussten später im strömenden Regen ausharren. Viele kritisieren das Informations-Management der Deutschen Bahn.

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Es gab kein Licht, keine funktionierenden Toiletten und keine Klimaanlage - in der Nacht auf Montag saßen 400 Fahrgäste fast fünf Stunden in einem liegengebliebenen ICE bei Roth/Unterheckenhofen fest. Oberleitungen und Bäume waren durch den orkanartigen Sturm auf die Gleise gestürzt. In Teilen von Franken hatten am Sonntagabend heftige Unwetter gewütet.

Der Strom wurde sofort abgeschaltet und die Leitungen geerdet, teilte ein Bahnsprecher dem BR mit. Da die Notstrombatterien eines ICE aber nicht für mehrere Stunden ausgelegt seien, hätten die Passagiere im Dunkeln sitzen müssen. Das Zugpersonal öffnete laut Augenzeugen aber schließlich alle Waggontüren. Wer zur Toilette musste, durfte den Zug verlassen. Die Fahrgäste wurden vom Roten Kreuz mit Getränken und Snacks versorgt und ärztlich betreut. Rund 200 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Passagiere mussten in strömendem Regen warten

Viele Fahrgäste kritisierten die mangelhafte Information durch die Bahn. Denn es habe zunächst im Zug geheißen, dass in Kürze ein Ersatzzug bereit stünde. Laut Bahnsprecher sei aber schnell klar gewesen, dass ein solcher Zug wegen der umgestürzten Bäume nicht heranfahren konnte. Die Feuerwehr musste zunächst Wege durch ein Waldstück bis zu einer rund 80 Meter entfernten Straße schneiden, deshalb sei die Wartezeit so lang gewesen, erklärte der Sprecher.

Feuerwehren, Bahnmitarbeiter und weitere Helfer brachten die Fahrgäste kurz nach Mitternacht dann zur nahe gelegenen Landstraße. Allerdings habe sich auf die Schnelle nur ein einziger Ersatzbus auftreiben lassen, um die gestrandeten Fahrgäste zum fünf Kilometer entfernten Bahnhof in Georgensgmünd zu bringen, wo der Zug zur Weiterfahrt wartete, so der Bahnsprecher. Der Bus fuhr dann im Pendelverkehr, viele Fahrgäste mussten in strömendem Regen ausharren.

Ticket-Preis wird komplett erstattet

Gegen fünf Uhr früh erreichten die Passagiere des ICEs schließlich München, wohin der Zug aus Berlin unterwegs war - eigentlich hätten sie um 20:44 Uhr ankommen sollen.

Wie eine Bahnsprecherin dem BR mitteilte, sollen die Fahrgäste im Rahmen einer Sonderkulanzregelung den vollen Fahrpreis erstattet bekommen. Zunächst hatte es geheißen, die Passagiere bekämen nur die Hälfte des Reisepreises zurück.

Durch umgestürzte Bäume ist die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Treuchtlingen auch zur Stunde noch blockiert.

Ähnlichkeiten mit Meridian-Panne

Rund eine Woche zuvor hatten 600 Menschen mehrere Stunden wegen eines Defekts in einem Meridian-Zug bei Bad Endorf ausharren müssen. Auch sie hatten vor allem mangelnde Informationen moniert, abgeschlossene Toiletten und stundenlanges Warten auf einen Ersatz-Transport.

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Weil ein Orkan am Sonntagabend die Oberleitung beschädigt hatte, saßen 400 Passagiere über Stunden in einem ICE in Franken fest - manche mussten später im strömenden Regen ausharren. Außerdem vernichtete der Sturm Teil der Hopfenernte.