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"Stunde der Wintervögel": Bleiben Zugvögel in Unterfranken? | BR24

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Bei der "Stunde der Wintervögel", der größten Vogelzählung in Bayern, zählen Naturfreunde eine Stunde lang Vögel im heimischen Garten. Die erhobenen Daten sollen Aufschluss über die Entwicklung heimischer Vogelbestände geben.

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"Stunde der Wintervögel": Bleiben Zugvögel in Unterfranken?

Am Wochenende findet die "Stunde der Wintervögel" statt. Mit der Vogelzählung wollen Naturschützer herausfinden, wie die Vögel mit dem milden Winter umgehen. Die Ergebnisse sollen auch Aufschluss darüber geben, wie es Grünfink und Amsel geht.

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In seinem Garten in Blankenbach im Landkreis Aschaffenburg hat Peter Bedel ein Buffet für Wintervögel angerichtet: In den Bäumen hängen Apfelschaukeln, Silos voller Erdnüsse und Vogelhäuschen bestückt mit Körnern und Haferflocken. Die Meisen mögen am liebsten die Futterglocken, die überall im Garten verteilt sind. Das sind umgedrehte Blumentöpfe, die der 67-Jährige mit Schweinefett, Körnern und Nüssen gefüllt hat.

Kein Artensterben bei Gartenvögeln

Schon als Kind hat sich Bedel um Vögel gekümmert. Seitdem habe sich einiges geändert: "Der Vogelbestand ist ziemlich rückläufig, das sieht man am eigenen Garten", sagt der Rentner. Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) jedoch sagt, dass bei Gartenvögeln noch nicht von einem Artensterben zu sprechen sei. Sorgen mache sich Erlwein um Grünfink und Amsel. Der Grünfink werde von einem Einzeller befallen, die Amsel kämpfe mit dem Usutu-Virus.

© BR/Irina Hanft

Am Wochenende findet die "Stunde der Wintervögel" statt. Mit der Vogelzählung wollen NABU und LBV herausfinden, wie die Vögel mit dem milden Winter umgehen. Die Ergebnisse sollen auch Aufschluss darüber geben, wie es Grünfink und Amsel geht.

Vogelzählung in Gärten und Parks

Um herauszufinden, wie es den Vögeln geht, rufen Naturschutzbund (NABU) und LBV zur bundesweiten Aktion "Stunde der Wintervögel" auf. Am kommenden Wochenende sollen die Teilnehmer eine Stunde lang Vögel in Gärten oder Parks zählen. Dabei sollen sie notieren, wie viele Vögel einer Art sie gleichzeitig sehen. So wird vermieden, dass Vögel, die wegflattern und wieder zurückkommen, mehrfach gezählt werden. Die Ergebnisse können die Teilnehmer auf der Website des LBV melden.

Milder Winter: Wie gehen Vögel damit um?

Die Vogelzählung soll vor allem Aufschluss darüber geben, wie die Vögel mit dem milden Winter umgehen. "Wir sind gespannt, ob sich Zugvögel wie Stare und Bachstelzen den Flug in den Süden sparen", sagt Erlwein. Im vergangenen Jahr haben in Unterfranken 3.000 Menschen Vögel gezählt, in ganz Bayern waren es über 30.000. In Deutschland war der Haussperling – besser bekannt als Spatz – im letzten Winter am häufigsten zu sehen.

© BR

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