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Stunde der Gartenvögel: Bayerns Blaumeisen geht es schlecht | BR24

© Picture Alliance/Sven Simon

Nur noch durchschnittlich 30 Vögel wurden bei der diesjährigen "Stunde der Gartenvögel" in heimischen Gärten gezählt.

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    Stunde der Gartenvögel: Bayerns Blaumeisen geht es schlecht

    Nicht das Coronavirus, sondern ein Bakterium verursacht bei Blaumeisen derzeit eine Lungenentzündung. Daran sind viele Singvögel in Deutschland bereits gestorben. In Bayern hat die "Stunde der Gartenvögel" einen weiteren Grund zur Sorge geliefert.

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    Bei der bayernweiten Zählaktion "Stunde der Gartenvögel", wozu der Landesbund für Vogelschutz (LBV) derzeit aufgerufen hat, wurden bislang 21 Prozent weniger Blaumeisen gezählt als im Vorjahr. Der Rückgang entspricht in etwa dem Bundesdurchschnitt. Zahlreiche Blaumeisen sind seit dem Frühjahr an einer bakteriell verursachten Lungenentzündung gestorben.

    Und noch eine schlechte Nachricht gibt es: Im Gegensatz zur ersten Schätzung zeigt sich nun, dass in diesem Jahr weniger Vögel pro Garten gezählt wurden.

    Auch weniger Stare, Sperlinge und Grünfinke

    LBV-Sprecher Markus Erlwein zufolge wurden heuer so wenige Vögel wie noch nie in den Gärten gezählt. "Wir nähern uns einem Schnitt von 30. Das mag dem ein oder anderen jetzt noch viel erscheinen, aber wenn man ein paar brütende Vögel am Haus oder im Garten hat, dann hat man schnell mehr als 30 zusammen", sagt Erlwein.

    Außerdem seien teilweise auch weniger Feldsperlinge und Stare gezählt worden, Gleiches beim Grünfink. "Also, es geht vielen Vögeln im Siedlungsraum im Garten gar nicht gut und da ist es umso wichtiger, dass man den Garten naturnah gestaltet", sagt Erlwein.

    Erfreulich dagegen ist, dass an der diesjährigen Zählaktion deutlich mehr Menschen teilgenommen haben, nämlich bereits über 21.000. Das sind fast doppelt so viele Teilnehmer wie im Vorjahr. Für die Naturschützer ist die Rekordbeteiligung ein Beweis, dass sich in der Coronakrise deutlich mehr Menschen für ihre nähere Umgebung interessieren.

    In ganz Deutschland wurde gezählt

    Neben dem LBV hatte auch der Naturschutzbund (NABU) in ganz Deutschland dazu aufgerufen, sich an der "Stunde der Gartenvögel" zu beteiligen. Laut NABU haben insgesamt mindestens 120.000 Menschen das Muttertagswochenende genutzt, um Vögel zu zählen. "Wir sind völlig überwältigt, das ist ein dickes Plus", freut sich NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Im vergangenen Jahr hatten gut 76.000 Naturfreundinnen und- freunde teilgenommen. Da noch bis 18. Mai nachgemeldet werden kann, könnten es in diesem Jahr sogar noch doppelt so viele wie 2019 werden. "Das verstärkte Interesse an der heimischen Natur durch die Corona-Krise und das beunruhigende Blaumeisensterben haben deutlich mehr Menschen bewegt, bei unserer Vogelzählung mitzumachen", vermutet Miller.

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