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Stumme Künstler: Hilferuf der Kulturschaffenden in Würzburg | BR24

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Mit einer Kundgebung haben Kulturschaffende aus Würzburg auf der Hafentreppe hinter dem Kulturspeicher auf ihre corona-bedingte prekäre Lage aufmerksam gemacht. Die Aktion ist Teil der bundesweiten Kampagne "Stumme Künstler".

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Stumme Künstler: Hilferuf der Kulturschaffenden in Würzburg

Unter dem Motto "Stumme Künstler haben Kulturschaffende aus Würzburg gestern Abend mit einer Protestkundgebung auf der Hafentreppe hinter dem Kulturspeicher auf ihre prekäre Lage aufmerksam gemacht. Verursacht durch die Corona-Pandemie.

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Die Kundgebung gehört zu der in Dresden gestarteten Aktion "Stumme Künstler", die bundesweit auf die existenzielle Bedrohung von Kulturschaffenden durch die Corona-Krise aufmerksam machen will. Rund 80 lokale Sängerinnen, Bildhauer, Techniker, Veranstalter, Regisseure oder Choreografen waren gekommen.

"Ich bin hier, weil mir, wie allen anderen, alles weg gebrochen ist. Ich habe keine Konzerte oder Auftrittsmöglichkeiten und das wahrscheinlich noch für einige Monate. Es geht in der Luftfahrt, in der Automobilbranche gerade auch bergauf - klar, da ist auch nicht alles toll, aber wir fühlen uns schlichtweg vergessen." Edeltraud Rupeck, klassische Sängerin in Würzburg

Auch Kabarettist Georg Königer aus Würzburg ist gekommen, um ein Zeichen zu setzen: "Ich bin hier, weil ich seit Monaten quasi Auftrittsverbot habe. Die Bayerische Staatsregierung hat zwar hier und da Maßnahmen ergriffen, aber die können nicht alle wahrnehmen." Das Problem, so Ralf Duggen vom Dachverband freier Würzburger Kulturschaffender, der zu der Veranstaltung in Würzburg eingeladen hatte, sei, dass die Lebensentwürfe der Betroffenen so unterschiedlich seien, dass eine pauschale Maßnahme längst nicht für alle nutz- und brauchbar wäre. Der Verband fordert deshalb, dass die Kommunen anstehende oder schon geplante Projekte nicht auf Eis legen, sondern weiter planen und "mutig" sein sollen.

Zeichen für die Kulturschaffenden

Das wäre ein Zeichen an die Kulturschaffenden, aber auch an die Bevölkerung, dass es weitergeht. Daneben fordert der Verband, dass die Kommunen alle zugesagten Zuschüsse an die freie Kultur auszahlen und die Zuschüsse aufstocken solle. Dennoch: "Die Situation in Würzburg ist an einer Stelle ganz gut, weil die Stadt sich wirklich glaubhaft bemüht, etwas für die Kulturszene zu tun und da eben auch schon Programme aufgelegt hat, wie etwa die Aktion "Zugabe digital". Allerdings ändere das nichts am Grundproblem: Viele Kulturschaffende wüssten nicht, wie sie die nächsten zwei Monate ihre Miete zahlen sollen. Während einige mittlerweile Hartz4 beantragt hätten, erfüllten viele der Betroffenen die Voraussetzungen hierfür nicht.

Nächste Stationen in Augsburg und München

Nachdem einige Kulturschaffende Einblick in ihre jeweilige Situation gegeben haben, hat ein Ensemble - passend zum Beethovenjahr - die "Ode an die Freude gespielt und gesungen. Allerdings nur jeden vierten Ton: Ein Symbol für die derzeit notwendigen Abstandsregelungen. Nach Würzburg geholt hat das Projekt der Dachverband freier Würzburger Kulturträger unter Mitwirkung der Initiative "Kunstleerer Raum", in Zusammenarbeit mit der Initiative Kulturschaffender und #ohneunswirdsstill und #kulturerhalten. Die nächste Station der Deutschlandtour der "Stummen Künstler" ist Augsburg und München.

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© dpa Picture-Alliance Sebastian Kahnert

Aktion "Stumme Künstler am Elbufer in Dresden