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Seit Mitte Februar finden Klausuren der Friedrich-Alexander-Universität teilweise in Präsenz statt. Als Prüfungsort dient das Messezentrum Nürnberg.

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Studierende schreiben Präsenzprüfungen in der Messe Nürnberg

Wegen Corona schreiben hunderte Studierende aus Nürnberg und Erlangen ihre Klausuren in der Nürnberger Messe. Für Studenten im ersten Semester sind es die ersten Uni-Prüfungen. Viele freuten sich darauf, ihre Kommilitonen endlich mal kennenzulernen.

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Von
  • Constanze Schulze

Hunderte Studierende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) schreiben seit Mitte Februar Präsenzprüfungen in den unterschiedlichsten Fachbereichen in einer Halle der Nürnberger Messe. So zum Beispiel eine Präsenzprüfung im Fach Soziologie. Knapp 300 Studierende sind dafür angemeldet. Der Großteil von ihnen ist im ersten Semester. Die Studierenden haben die Hochschule bislang kaum von innen gesehen. Der Lehrbetrieb findet digital statt, Vorlesungen und Seminare werden per Videokonferenz übertragen. Viele Teilnehmer kennen ihre Mitstudierenden nur vom Bildschirm. Zum ersten Mal treffen sie aufeinander und das nicht um sich Kennenzulernen, sondern um auf Abstand eine Prüfung zu schreiben.

Studierende treffen im realen Leben aufeinander

Zwei Stunden dauert die Prüfung in Soziologie. Für viele Teilnehmer ist das die erste Uni-Prüfung in ihrem Leben, sie haben keinen Vergleich zum früheren Uni-Alltag. Was die meisten gut finden ist: Endlich mal wieder eine Aufgabe, einen Test mit Stift und Papier abzulegen. Aufregend ist so eine Prüfung allemal, erst recht in Corona-Zeiten. Viele Fragen treiben die Studierenden um: Wie gut haben sie das digitale Studium gemeistert, bestehen sie die Prüfung, wie viel wird von ihnen verlangt und ja auch immer wieder die Frage: Wer sitzt da eigentlich neben mir? Die meisten Erstsemester-Studierenden konnten sich ja bisher nicht mal richtig kennenlernen. Insofern finden viele es gut, hier mal ganz real die Professorin und die anderen Studierenden zu sehen.

Strenges Hygienekonzept bei Präsenzprüfungen

Alles ist etwas anders bei dieser Prüfung. Nicht nur, dass das Ganze in der Messe stattfindet, sondern auch die strengen Regularien während der Prüfung. Die Friedrich-Alexander-Universität hat sich für die Präsenzprüfungen entschieden, seit Mitte Februar finden diese hier in der Halle Zwölf der Messe statt: Zwei Meter Abstand in alle Richtungen, es gilt eine OP-Masken-Pflicht, empfohlen sind FFP-2-Masken und jeder muss sich digital einloggen, damit später die Kontakte nachverfolgt werden können.

Tool für Kontaktdaten-Nachverfolgung

Die FAU-Vizepräsidentin Education, Bärbel Kopp, macht sich selbst ein Bild davon, wie die Vorschriften eingehalten werden. Entscheidender Bestandteil des Hygienekonzeptes sei ein Online-Tool zur Kontaktdatennachverfolgung mit dem Titel: "Darf ich rein.de". Dabei müssen sich die Studierenden digital einloggen oder analog registrieren. So gelingt die Identifikation von Personen ganz schnell, falls doch mal ein positiver Fall gemeldet wird", erklärt Kopp. Durch das Tool könne nachvollzogen werden, wo die Person gesessen hat und wer im unmittelbaren Umfeld saß. So könnten ganz zielsicher Einzelpersonen gewarnt werden. Die Uni-Leitung ist von dem Hygienekonzept überzeugt.

Prüfung ohne vorherigen Schnell-Test

Hunderte Studierende nehmen so an der Prüfung teil. Sonst halten sie im digitalen Uni-Alltag Abstand, treffen nicht aufeinander. Bei der Prüfung ist das nun anders. Die meisten von ihnen haben sich bei der Präsenzprüfung sicher gefühlt. Nur wenige hatten gesundheitliche Bedenken. Die Uni Leitung wäge alle Vorkehrungen permanent im Krisenstab ab, versichert Kopp. Schnelltests würden allerdings bislang nicht durchgeführt. "Unsere Mediziner und Medizinerinnen sagen, Schnell-Tests sind eine Art Scheinsicherheit, also die sind nicht so wirklich verlässlich", sagt Kopp. Die Studierenden, die sich überhaupt nicht wohl fühlen, bei dem Gedanken eine Präsenzprüfung zu schreiben, können diese ohne Konsequenzen ablehnen und zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

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