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Corona hat den Familienalltag verändert. Kinder und Eltern sind viel öfter Zuhause. Das prägt auch den Alltag von Mama Franziska Zauter aus Würzburg. Doch sie ist nach wie vor davon überzeugt: Studieren mit Kind, das lässt sich gut vereinbaren.

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Studieren mit Kind – und das in Zeiten von Corona

Corona hat den Familienalltag verändert. Kinder und Eltern sind viel öfter Zuhause. Das prägt auch den Alltag von Mama Franziska Zauter aus Würzburg. Doch sie ist nach wie vor davon überzeugt: Studieren mit Kind, das lässt sich gut vereinbaren.

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Von
  • Carolin Hasenauer

Montagnachmittag, kurz nach 16.00 Uhr: Während andere Studierende jetzt für Hausarbeiten recherchieren, Seminare nachbereiten oder coronakonform eine Runde allein spazieren gehen, beginnt für Studentin Franziska Zauter jetzt ihr zweiter Job: Mama. Sie ist damit eine von rund 1.500 Studierenden in Würzburg mit Kind.

Anspruch auf Corona-Notbetreuung

Als alleinerziehende Mutter darf sie ihre beiden Söhne, den 5-jährigen Noah und den 3-jährigen Maxim, zumindest vormittags in den Kindergarten geben – Notbetreuung in der Corona-Pandemie. Ausgelastet sind die beiden Jungs dann aber nicht. Immer wieder muss die 27-Jährige dazwischen gehen. "Immer so die erste halbe Stunde nach dem Kindergarten sind die beiden so aufgedreht, dass sie nicht allein spielen können. Da brauchen sie die intensive Zeit, in der die Mama dabei ist", so Zauter.

Uni-Vorbereitung bleibt auf der Strecke

Den Lateinkurs vorbereiten, der in zwei Stunden beginnt: Fehlanzeige. "Das bleibt aktuell extrem auf der Strecke. Klar, ich könnte mich gegen 20.30 Uhr noch einmal hinsetzen – aber dann bin ich auch durch." Wegen der Corona-Pandemie finden die Kurse in ihren beiden Hauptfächern Italienisch und Englisch alle als Online-Seminar statt. So kann sie ihren Alltag viel flexibler organisieren. Allerdings fällt es umso schwerer, klare Grenzen zu ziehen zwischen Arbeit und Privatleben.

Finanzierung: aufwändig, aber möglich

Die Wohnung, neue Schuhe für die Jungs oder dieser Spielzeug-Kran aus der Werbung: Um das alles auch finanziell stemmen zu können, beantragt sie jede mögliche staatliche Förderung. Zu erfahren, wie sie sich finanzieren kann, hat sie viel Zeit und Nerven gekostet. Ein Wahnsinns-Aufwand – aber es lohnt sich. Zum Studierenden-Bafög kommen Kinderbetreuungs-Bafög und Kindergeld hinzu. Und natürlich der Unterhalt vom Vater der Kinder.

Aufgeben? Keine Option

Zwischen Seminar-Unterlagen und Spielzeugautos bereitet Franziska Zauter das Abendessen vor. "Ich habe in der Pandemie gemerkt: Ich habe Probleme, die Kinder zu beschäftigen. Und ich bin ja auch gar nicht dafür geschult."

Ob sie schon mal den Gedanken hatte, alles hinzuschmeißen? "Ja. Weil man oft das Gefühl hat, dass man nicht allem gerecht werden kann: Den Erwartungen, die man selbst an sich hat, die die Kinder an einen stellen und die die Dozenten an einen haben." Ob aufgeben aber eine Option ist? "Nein. Ich sage immer: Jammern bringt nichts. Aufstehen und weitermachen. Es kommen auch wieder bessere Zeiten."

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