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© Daniela Stahl + Claudia Schaffer / BR
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Die B5-Moderatorinnen Daniela Stahl und Claudia Schaffer im Thema des Tages

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Studieren in Pandemiezeiten: Eine große Herausforderung

Für Studenten hat sich seit Beginn der Corona-Krise vieles geändert. Statt Vorlesungen zu besuchen und sich hinterher auf dem Campus auszutauschen, verbringen die jungen Menschen ihre Tage vor dem Computerbildschirm. Mit unschönen Folgeerscheinungen.

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Von
  • Michael Küster

Ablenkungen durch Kultur oder Sport gibt es kaum, auch Studentenpartys fallen weg. Dazu ist das Geld oft noch knapper als sonst, denn viele Nebenjobs sind weggebrochen. Kein Wunder, dass das den Studenten aufs Gemüt drückt.

Laut einer aktuellen Bertelsmann-Studie haben die psychischen Belastungen für junge Menschen zum Teil erheblich zugenommen. "Vor allem für die Studienanfänger ist es sehr schwierig. Sie mussten sich von Beginn an alleine durchkämpfen. Weil die Erfahrung im Studium fehlt, ist das für sie eine Riesen-Herausforderung", sagt Annette Stein, Bildungsexpertin der Bertelsmann-Stiftung, im B5-Thema des Tages.

Wunsch zurück zur Normalität sehr groß

Fachhochschulstudentin Anna-Maria Trinkgeld (22) vermisst vor allem die sozialen Kontakte, aber "die meisten sind sehr pragmatisch und sehen, dass es aktuell einfach nicht möglich ist, wieder vollständig in einen Präsenzbetrieb zurückzukehren." Ähnlich sieht das auch Maximilian Frank (26), Student an der TU München, der gemeinsam mit Anna-Maria Trinkgeld Sprecher der Landesstudierendenvertretung Bayern ist: "Vor allem für die Erstsemester-Studenten ist es einfach schwierig. Man kommt in einen neuen Lebensabschnitt, es gibt keine Parties - das alles kann man nicht digitalisieren!"

Und das schlägt natürlich auch auf die Psyche. Die Anfragen seien bei den Studierendenwerken und entsprechenden Beratungsstellen seit dem letzten Jahr "explodiert", so Trinkgeld. "Der Alltag sieht so aus: In der 15-Quadratmeter-Wohnung aufstehen, Computer anmachen, online der Vorlesung folgen, mittags was zu essen kochen, nachmittags trifft man sich vielleicht noch virtuell mit den Kommilitonen, und abends geht man wieder ins Bett - und am nächsten Tag geht das gleiche Spiel wieder von vorne los."

Prekäre finanzielle Situation

Zwei Drittel der Studenten finanzieren sich ihr Studium durch Nebenjobs - vor allem in der Gastronomie oder im Messebereich. Das alles ist derzeit nicht möglich. "Die finanzielle Lage für die Studierenden ist sehr angespannt. Sie werden entweder von den Eltern finanziert oder müssen sogar ihr Studium abbrechen", so Trinkgeld weiter.

Problemfeld: Prüfungen

Zum Ende des Wintersemesters gab es verschiedene Prüfungsmodelle: Entweder mit ausreichend Abstand im Vorlesungssaal oder - mit eidesstattlicher Erklärung, dass man sich nicht helfen lässt - von zu Hause aus. Maximilian Frank: "Ein Problem war definitiv die Kurzfristigkeit der Organisation. Teilweise wurde kurz vorher noch der Prüfungsmodus gewechselt - also statt Präsenzprüfung nun doch online. Die Studierenden waren deshalb schon angespannter als sonst."

Die Probleme werden erst einmal bleiben, vor allem "weil man bestimmte Bereiche des Studiums nicht digitalisieren kann. Man braucht die Präsenz zum Beispiel bei einem Laborpaktikum oder bei Sportpraktika. Wir benötigen also in Teilen Präsenz. Auch Masken und Selbsttests sollten von den Hochschulen und Universitäten zur Verfügung gestellt werden", sagt Frank im B5-Thema des Tages. "Es kann nicht sein, dass die Studierenden sich das auf eigene Kosten beschaffen müssen!"

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