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Die Aufarbeitung des Missbrauchs bei den Domspatzen | BR24

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Vorstellung der Studien zum Missbrauch bei den Domspatzen

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    Die Aufarbeitung des Missbrauchs bei den Domspatzen

    Hunderte Kinder sind bei den Regensburger Domspatzen körperlich und auch sexuell misshandelt worden. Wie konnte es so weit kommen? Zwei Studien haben die grausamen Vorfälle aufgearbeitet.

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    In Regensburg sind zwei Studien vorgestellt worden, die den Misshandlungs- und Missbrauchsskandal bei den Regensburger Domspatzen wissenschaftlich aufarbeiten. Die erste Studie hat der Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte an der Universität Regensburg erstellt. Die Verfasser haben vor allem Strukturen innerhalb des Chors untersucht, die die Fälle begünstigt haben sollen.

    Die zweite Studie wurde von der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden durchgeführt. Sie soll die Gewalt dokumentieren, die in den Einrichtungen der Domspatzen zwischen 1945 und 1995 verübt wurde.

    Studien gehen auf Initiative der Opfer zurück

    Den Wunsch nach einer wissenschaftlichen Aufarbeitung hatten die Vertreter der Betroffenen im Laufe des Aufarbeitungsprozesses geäußert. Auch die Auswahl der durchführenden Institute konnten sie mitbestimmen. Anschließend führten die Wissenschaftler die Studien unabhängig vom Bistum durch.

    Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hatte den Geschädigten eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Vergangenheit zugesichert. Mit der Veröffentlichung der Studien werde dieses Versprechen nun eingelöst, teilt Bistums-Sprecher Clemens Neck mit.

    Hunderte Domspatzen wurden jahrelang misshandelt

    Bei den Regensburger Domspatzen und in den dazugehörigen Einrichtungen waren hunderte Kinder und Jugendliche in den vergangenen Jahrzehnten körperlich misshandelt und dutzende sexuell missbraucht worden. Nach zuvor langem Zögern konnte sich das Bistum erst vor wenigen Jahren auf eine gemeinsame Aufarbeitung mit den Betroffenen einigen. Mittlerweile gab es auch Anerkennungszahlungen an Betroffene.