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Studie zeigt: Bayerische Schüler kennen kaum Vögel | BR24

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© BR / Gabriel Wirth

In Bayern können Gymnasiasten im Schnitt nur fünf der 15 häufigsten Singvogelarten richtig benennen. Das beklagt der Landesbund für Vogelschutz (LBV). Münchner Wissenschaftler befragten für eine entsprechende Studie knapp 2.000 Jugendliche.

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Studie zeigt: Bayerische Schüler kennen kaum Vögel

In Bayern können Gymnasiasten im Schnitt nur fünf der 15 häufigsten Singvogelarten richtig benennen. Das beklagt der Landesbund für Vogelschutz (LBV). Münchner Wissenschaftler befragten für eine entsprechende Studie knapp 2.000 Jugendliche.

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Amsel, Blaumeise und Rotkehlchen sind nicht nur leicht zu erkennen, sie sind auch nach wie vor die bekanntesten Vögel bei Kindern und Jugendlichen in Bayern. Rund drei Viertel der befragten Jugendlichen zwischen zehn und 19 Jahren erkannten die Amsel. Blaumeise und Rotkehlchen landeten auf Platz zwei und drei, sie konnten nur noch 67 bzw. 64 Prozent richtig identifizieren, den Spatz gar nur noch ein Drittel. Grünfink, Buchfink und Erlenzeisig landeten bei der Untersuchung des Lehrstuhls für Didaktik-Biologie der Ludwig-Maximilians-Universität München auf den letzten Plätzen.

Gleichbleibend schlechte Kenntnisse

Bereits vor über zehn Jahren gab es eine ähnliche Umfrage - mit einem ähnlich schlechten Ergebnis. 2007 führte die Hochschule Weihenstephan eine Vogel-BISA-Studie durch. BISA steht für "Biodiversität im Schulalltag". Keine einzige Vogelart wurde im Vergleich nun deutlich besser erkannt, erklärte der Autor der diesjährigen BISA-Studie Thomas Gerl im BR. Bei vielen der abgefragten Arten ging die Bekanntheit sogar im Vergleich zur früheren Erhebung stark zurück, allen voran bei der Elster und dem Grünfink.

LBV alarmiert

Der LBV plädiert dafür, dass sich Schüler im Biologieunterricht viel stärker mit der heimischen Pflanzen- und Tierwelt beschäftigen müssten.

"Wenn wir so weitermachen, wird es bald niemanden mehr geben, der überhaupt noch merkt, welche Arten aussterben." Thomas Gerl, Studienautor

Gerl, der auch Biologielehrer ist, setzt auf die Zukunft und vor allem auf den "LehrplanPLUS" für das neunjährige Gymnaisum G9. Dort wird gleich an mehreren Stellen die Vermittlung der Artenvielfalt erwähnt.

Lehrerverband bleibt gelassen

Beim Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) bleibt man gelassen. Wichtig sei es bei den Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen Grundlagen zu schaffen, meint BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Bei den vielen weiteren Fächern gelte es, sich grundsätzlich in der Welt zu orientieren. Da müsste man nicht jeden Vogel auf Anhieb benennen können. Ihr zufolge reicht es, zu wissen, wie man eine Art bestimmt und identifizieren kann. Es gehe um Arten- und Umweltschutz: Das sei mehr als reines Wissen, so Fleischmann.

Die "Stunde der Wintervögel" bringt was

Daneben lohnt es sich für Schülerinnen und Schüler, an der Mitmachaktion des LBV, "Stunde der Wintervögel", teilzunehmen. Denn die Studie hat auch gezeigt, dass Jugendliche, die bei der Vogelzählung mitmachten, im Durchschnitt fast zwei Arten mehr erkannt haben.

Stadtkinder kennen mehr Vögel

Dabei hatten übrigens nicht die Kinder auf dem Land die besten Kenntnisse über ihre heimische Vogelwelt, sondern ihre Altersgenossen in größeren Städten wie Augsburg und München.

"Dies könnte eine Folge des dramatischen Rückgangs der Vogelzahlen im ländlichen Raum sein, wo Kinder kaum noch Vogelarten beobachten können." Thomas Gerl

Für den LBV ist das auch ein Beleg dafür, dass sich die heimische Vogelwelt mittlerweile häufiger in Ballungsgebiete zurückzieht. Bei dem Test schnitten übrigens Mädchen besser ab als die Buben.