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Studie: Warum Langzeitarbeitslose nicht wählen gehen | BR24

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Eine Studie geht der Frage nach, warum viele Langzeitarbeitslose nicht wählen gehen. Die Ergebnisse seien alarmierend, sagen die Herausgeber.

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Studie: Warum Langzeitarbeitslose nicht wählen gehen

Warum gehen viele Langzeitarbeitslose nicht wählen? Warum haben sie das Vertrauen in die Demokratie verloren? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Studie, die in Nürnberg vorgestellt wurde. Die Ergebnisse seien alarmierend, so die Herausgeber.

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Mehr als 250 Seiten umfasst die Studie mit dem Titel "Unerhört. Langzeitarbeitslose Nichtwähler melden sich zu Wort", die das Diakonische Werk Bayern und der Evangelische Fachverband für Arbeit und soziale Integration in Auftrag gegeben haben. In mehr als 70 Interviews schildern Langzeitarbeitslose ihren Alltag, ihre Sorgen und Nöte und warum viele von ihnen nicht mehr wählen gehen. Das Besondere an der Studie: Langzeitarbeitslose wurden selbst zu Forschern und interviewten auf Augenhöhe andere Menschen in der gleichen Situation.

Gefühl von Politik ignoriert zu werden

Die Ergebnisse seien ein Alarmsignal, sagt Michael Bammessel, der Präsident des Diakonischen Werks Bayern. Viele Langzeitarbeitslose hätten das Gefühl, dass es nichts bringe, wählen zu gehen. Auf ihren Beitrag komme es nicht an. Zudem hätten viele Studienteilnehmer das Gefühl, von der Politik ignoriert zu werden. Ihre einzige Möglichkeit des Protests sei, den Wahlen fernzubleiben. Das ist das Ergebnis der Studie, die keine Zahlen erhoben hat, sondern die Lebenslage der Arbeitslosen in den Mittelpunkt stellt.

"Die Studie zeigt, dass das Nichtwählen von Langzeitarbeitslosen ein Anzeichen dafür ist, dass sie insgesamt den Eindruck haben, sie werden nicht gebraucht, sie zählen nicht, sie haben sowieso keinen Einfluss." Michael Bammessel, Präsident Diakonisches Werk Bayern

Das Diakonische Werk fordert deswegen von den Politikern, dass sie das Gespräch mit den Langzeitarbeitslosen suchen, und bietet dazu Politikersprechstunden zum Beispiel in Sozialkaufhäusern oder Aktionen wie gemeinsam mit Arbeitslosen zu kochen. Nur so sei es möglich, die Sorgen und Nöte der Langzeitarbeitslosen wirklich zu verstehen und zu erfahren, was ein Leben mit Hartz IV bedeutet, sagt Bammessel. Das Diakonische Werk fordert in diesem Zusammenhang von den Politikern auch den Hartz-IV-Betrag zu erhöhen, da dieser nicht ausreiche, um über die Runden zu kommen.