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Studie: Queere Menschen haben es in Bayern immer noch schwer | BR24

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Beim Sex und in der Liebe ist vieles möglich. Auch bei der sexuellen Identität ist die Bandbreite groß. Dennoch werden viele Menschen, die nicht heterosexuell leben, diskriminiert und angefeindet - auch in Bayern.

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Studie: Queere Menschen haben es in Bayern immer noch schwer

Eine Online-Befragung der Hochschule Landshut von Homo- und Transsexuellen hat ergeben, dass ihr Lebensentwurf teilweise auf Ablehnung stößt. Zudem gibt es auf dem Land kaum Vereine und Anlaufstellen.

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Marlene Schönberger ist bisexuell und aktiv in Sachen Gleichberechtigung von queeren Menschen. Im vergangenen Jahr hat sie den Verein Queer in Niederbayern mitgegründet. Es ist die einzige Anlaufstelle weit und breit für Schwule, Lesben, Trans- und intersexuelle Menschen – und natürlich für alle Leute, die Fragen dazu haben.

So etwa gehe es bei Dorffesten zu: "Während sich heterosexuelle Paare ganz offen küssen bei solchen Veranstaltungen, machen das homosexuelle Paare nicht. Und das hat einen Grund: Man erntet mindestens Blicke, blöde Kommentare. Und gerade, wenn noch Alkohol im Spiel ist, kann man nicht nur am Land, auch in München, dafür Schläge einstecken," schildert Marlene Schönberger ihre Erfahrungen.

Studie: Bayern kein diskriminierungsfreier Raum

Diskriminierung, so Schönberger, ist gerade am Land ein großes Thema. Das deckt sich auch mit den Ergebnissen einer gerade erschienen wissenschaftlichen Studie zum queeren Leben in Bayern. Im Auftrag der Grünen-Landtagsfraktion hat Alis Wagner von der Hochschule Landshut 900 Online-Fragebögen ausgewertet.

Eine Erkenntnis: Bayern ist kein diskriminierungsfreier Ort für LGBTs, sagt Sozialwissenschaftlerin Wagner. Knapp jede zweite Person hat Diskriminierung erlebt. Das trifft aber nicht jeden gleichermaßen, sondern es gibt Menschen, die machen überdurchschnittlich häufig diese Erfahrungen.

Der Studie zufolge werden die häufigsten Diskriminierungserfahrungen im öffentlichen Raum gemacht – beispielsweise Beschimpfungen im Bus. Besonders betroffen sind transsexuelle Menschen: also Menschen, die sich nicht, oder nicht nur mit dem Geschlecht identifizieren, mit dem sie geboren wurden und möglicherweise eine operative Umwandlung wollen oder schon gemacht haben.

Hemmschwelle in der Stadt niedriger

Solche Menschen werden in der Stadt häufiger Opfer von Diskriminierung, zeigt Alis Wagners Untersuchung. Das erklärt die Sozialwissenschaftlerin damit, dass es im städtischen Raum mehr Gelegenheiten für diskriminierende Situationen gibt – wie zum Beispiel in Parks oder Einkaufszentren. Es sei aber auch so, dass die Anonymität in der Stadt höher und damit die Hemmschwelle für Täter niedriger sei.

Eine weitere Erkenntnis aus Wagners Studie: Die Heftigkeit der Diskriminierung – die sei auf dem Land eine andere, sagt Wagner: "Interessant ist, dass die Befunde darauf hinweisen, dass die Repressionen am Land größer sind. Darauf weist hin, dass auf dem Land weniger ihr Coming-out haben."

Die Befragung zeigt auch: Obwohl Queere quantitativ mit mehr Diskriminierung in der Stadt rechnen müssen, ziehen die meisten, die auf dem Land groß geworden sind, in die Stadt um. Was beispielsweise an einem größeren Angebot von Clubs und Cafés speziell für homosexuelle Menschen erklärt werden kann.

Frühe Aufklärung in den Schulen gefordert

Sowohl Alis Wagner als auch Marlene Schönberger vom Verein Queer in Niederbayern haben wegen der wissenschaftlichen Untersuchung beziehungsweise ihrer persönlichen Erfahrung konkrete Vorschläge, wie die Situationen verbessert werden kann: Zum einen müsse das Beratungsangebot weiter ausgebaut werden. Zum zweiten sollten Regenbogen-Familien, also beispielsweise schwule Väter mit Kind, mehr in Schulbüchern abgebildet und auch im Unterricht besprochen werden. Damit Schwul-, Lesbisch-, Bi- oder Trans-Sein schon beim Aufwachsen der Kinder kein Tabu-Thema sei, sondern eine von vielen möglichen Lebensformen.

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