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Mentale Gesundheit

Eine Studie der Uni Erlangen untersucht, wie sich Stress auf unsere Gesundheit auswirkt.

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    Studie der Uni Erlangen: Mit Selbstmitgefühl gegen Dauer-Stress

    Ständiger Stress kann psychisch, aber auch körperlich krankmachen. Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können die Folge sein. An der Uni Erlangen untersuchen Forscher, wie sich dieses Risiko reduzieren lässt.

    Von
    Tina WenzelTina Wenzel
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    Die neue Studie am Lehrstuhl für Gesundheitspsychologie der Uni Erlangen startet mit einem Stresstest. Die Teilnehmer absolvieren ein Vorstellungsgespräch. In einem kahlen Raum müssen sie zwei Personen gegenübertreten, ins Mikrofon sprechen. Eine Kamera zeichnet alles auf. Auch wenn das Vorstellungsgespräch nicht echt ist, es erzeugt dennoch Stress, sagt Professor Nicolas Rohleder. Und der Stress kann quasi im Blut gemessen werden. Nicolas Rohleder und Johanna Janson-Schmitt suchen im Blut nach Entzündungsreaktionen, die durch Stress verstärkt werden.

    Reduzierung von stressbedingten Entzündungen

    Häufige Entzündungen können Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen. In der neuen Studie wollen die beiden Forscher untersuchen, wie sich solche Entzündungen reduzieren lassen. So lässt sich die Wahrscheinlichkeit für spätere Erkrankungen verringern. Die Studienteilnehmer werden dazu in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wird nach dem Stresstest zum Grübeln gebracht: Was hätte besser laufen müssen. "Personen, die dazu neigen, mehr zu grübeln, sind anfälliger, eine Depression zu bekommen. Und es gibt Hinweise, und denen gehen wir jetzt auch nach, dass auch körperliche Erkrankungen viel wahrscheinlicher sind", sagt Nicolas Rohleder.

    Mit Selbstmitgefühl gegen den Stress

    Die Studienteilnehmer der zweiten Gruppe lernen hingegen das Konzept des Selbstmitgefühls kennen – einer positiven Einstellung zu sich selbst. "Wir versuchen, unsere Probanden dazu zu instruieren, sich in die Situation oder in die Lage einer außenstehenden Person hineinzuversetzen, zum Beispiel in die Lage eines Freundes, der aktiv Mitgefühl zeigt, der tröstet und der in dieser Situation aufmuntert", sagt Johanna Janson-Schmitt.

    Wie wirksam ist Selbstmitgefühl?

    Wer Selbstmitgefühl trainiert, empfindet Stress als weniger schlimm, zeigt die Forschung. Ob auch die Entzündungsreaktionen tatsächlich weniger werden, gilt es in der neuen Studie herauszufinden. Beide Gruppen müssen dazu erneut einen Stresstest absolvieren und Blut abgeben.

    Wie groß der Unterschied innerhalb der beiden Gruppen ist und wie wirksam damit das Konzept des Selbstmitgefühls sein kann, wird die Studie zeigen. Erste Zwischenergebnisse werden im kommenden Jahr erwartet. Denn noch müssen rund 120 Menschen die Studie, die mit 500.000 Euro gefördert wird, durchlaufen. Studienteilnehmer werden noch gesucht.

    Stress lässt sich bis ins Blut verfolgen: An der Uni Erlangen-Nürnberg werden die Auswirkungen von Stress erforscht.

    Bildrechte: BR-Studio Franken / Tina Wenzel

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