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Studie: Corona-Infektionsrisiko an Schulen wird überschätzt | BR24

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Das Risiko, dass sich Schulkinder unbemerkt mit dem Coronavirus infizieren und es weitertragen, ist möglicherweise deutlich geringer als angenommen.

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Studie: Corona-Infektionsrisiko an Schulen wird überschätzt

Das Risiko, dass sich Schulkinder unbemerkt mit dem Coronavirus infizieren und es weitertragen, ist möglicherweise deutlich geringer als angenommen. Das legt eine Datenanalyse von mehreren Kinderkliniken nahe. Es gibt jedoch auch andere Erkenntnisse.

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Von
  • Marcel Kehrer

Bleiben viele Corona-Infektionen an Schulen unentdeckt, weil Kinder selten Symptome zeigen? Das wollten Chefärzte der Kinderklinik Dritter Orden in Passau, der Haunerschen Kinderklinik in München und der Klinik St. Hedwig in Regensburg herausfinden. Unterstützt vom Verband der leitenden Kinderärzte und Kinderchirurgen Deutschlands haben sie die Daten von mehr als 110.000 jungen Patienten ausgewertet, die seit Juli in deutschen Kinder- und Jugendkliniken routinemäßig auf Corona getestet wurden.

Keine Hinweise auf hohe Dunkelziffer

Zwar gibt es fast täglich Meldungen, dass Schulklassen wegen Infektionsfällen in Quarantäne müssen, dennoch: Hinweise auf eine hohe Dunkelziffer unter Kindern habe die Auswertung nicht ergeben, sagte Prof. Matthias Keller von der Kinderklinik Dritter Orden in Passau. Das Fazit der Ärzte: Die Ansteckungsgefahr an Schulen werde überschätzt.

Im Schnitt war nur ein halbes Prozent der getesteten Kinder und Jugendlichen positiv. Außerdem, so die Annahme, dürften sie sich außerhalb der Schulen angesteckt haben. Im ausgewerteten Zeitraum lagen allerdings auch die Sommer- und Herbstferien.

Andere Studien zeigen Probleme auf

Eine andere Studie, die gerade vorgestellt wurde, ergab ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko in schlecht belüfteten Klassenräumen. In einem Klassenzimmer ohne maschinelle Belüftung kann das Infektionsrisiko bei 35 Schülern fast 12-fach erhöht sein, berechneten Forscher der Technischen Hochschule Aachen.

Eine Antikörper-Studie des Münchner Helmholtz Zentrums in der ersten Jahreshälfte ergab, dass sechsmal mehr Kinder in Bayern mit dem Coronavirus infiziert waren als gemeldet. Mit einer Untersuchung auf Antikörper kann nachträglich festgestellt werden, ob jemand mit Corona infiziert war. Ein normaler Coronatest erkennt nur eine aktuelle Infektion.

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