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Laut Bildungsmonitor 2018 ist Bayern top in der beruflichen Bildung

Das Angebot an Lehrstellen ist laut Bildungsmonitor groß, nur wenige Jugendliche finden keinen Ausbildungsplatz. Im vergangenen Jahr waren es in Bayern gut fünf Prozent, bundesweit fast doppelt so viele. Fortbildung werde nirgendwo so groß geschrieben. Bei der beruflichen Bildung ist Bayern nach Angaben der Autoren Spitzenreiter in Deutschland.

Stark bei der Digitalisierung

Weitere Stärken in den Augen der Studienmacher: Nur wenige Schüler in Bayern verlassen die Schule ohne Abschluss. Die Altersstruktur der Lehrer ist vergleichsweise ausgewogen. Die Investitionen in Schulen und Hochschulen sind höher als in den meisten anderen Bundesländern. Auch bei der Digitalisierung gehört Bayern laut der Untersuchung zu den stärksten Bundesländern, zum Beispiel was die IT-Ausstattung an den Schulen und die Forschung angeht. Bei der Zahl der Digitalisierungspatente etwa sei Bayern bundesweit an der Spitze.

Schwächen bei der Ganztagsbetreuung

Studienleiter Axel Plünnecke vom Institut der Deutschen Wirtschaft sieht aber auch Schwächen: die Ganztagsbetreuung. Der Professor rät: "Bayern sollte trotz Fortschritten noch mehr Ganztagsplätze an Kindergärten, an Grundschulen und weiterführenden Schulen anbieten."

Bei der Ganztagsbetreuung an weiterführenden Schulen ist Bayern sogar Schlusslicht. Nicht mal jeder fünfte Schüler hat in diesem Bereich einen Ganztagsplatz. Bundesweit wird fast jeder zweite auch am Nachmittag betreut.

Herausforderung Integration

Den Bildungsmonitor gibt es zum 15. Mal. Zum ersten Mal sieht Plünnecke, dass die Bildungsqualität bundesweit im Vergleich zum Vorjahr sinkt.

Die Erklärung des Studienleiters: "Die Herausforderungen durch Integration und Migration können noch nicht durch ein besseres Bildungssystem voll kompensiert werden." Bayern sei in diesem Bereich aber gut unterwegs und führend, wenn es darum geht, Schüler in den Beruf zu bringen.

Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft hat anhand von 93 Punkten untersucht, wie die Bundesländer Bildungsarmut reduzieren, Fachkräfte sichern und Wachstum fördern. Dafür wurden vor allem bestehende Daten und Studien ausgewertet. Finanziert wurde die Studie von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, hinter der die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie stehen.