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Eine Studie aus Nürnberg bringt eine Corona-Testpflicht fürs Pflegepersonal ins Gespräch. Die Mitarbeiter müssten dann keine Maske mehr tragen.

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Studie aus Nürnberg: Corona-Impfpflicht für Personal in Heimen

Alten- und Pflegeheime müssen schnell zur Normalität zurückkehren. Das fordern Wissenschaftler aus Nürnberg. Sie schlagen in ihrer Studie eine Impfpflicht fürs Pflegepersonal vor. Die Heimbewohner leiden unter den Beschränkungen.

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Von
  • Michael Reiner

Wenn mindestens 85 Prozent der Pflegerinnen und Pfleger in Alten- und Seniorenheimen zweimal gegen Corona geimpft sind, dann können sie im Kontakt mit geimpften Senioren beispielsweise auf das Tragen von Schutzmasken verzichten. Das sagt Professor Markus Gosch, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Nürnberg. Er ist einer der Autoren der Studie, die Strategien für eine Rückkehr zur Normalität in Heimen aufzeigt.

Nur 72 Prozent des Personals sind derzeit geimpft

Um die Impfquote bei den Mitarbeitenden zu steigern, bringen die Nürnberger Wissenschaftler eine Impfpflicht fürs Heimpersonal ins Gespräch. Derzeit sind in den städtischen Heimen in Nürnberg 72 Prozent des Pflegepersonals geimpft, rechnet Michael Pflügner vor, zweiter Werkleiter des NürnbergStift. In den Häusern anderer Betreiber in Nürnberg sind die Werte ähnlich hoch. Vereinigung der Pflegenden in Bayern beispielsweise beobachtet beim Pflegepersonal eine deutliche Impf-Zurückhaltung.

Studie: Impfplicht ist "alternativlos"

Für die Studienautoren ist die Impfpflicht "alternativlos". Denn anders ist ihrer Einschätzung nach die notwendige Impfrate von mindestens 85 Prozent nicht zu erreichen. Diese ist aber notwendig, wie eine andere Zahl zeigt. Denn jeder fünfte Heimbewohner, der an Corona erkrankt ist, stirbt an der Krankheit. Für Gosch ist das ein ganz zentrales Argument für die eine Impfpflicht.

Altenheim-Bewohner leiden unter Beschränkungen

Es darf nicht vergessen werden, dass die Bewohnerinnen und Bewohner in Heimen unter den psychischen und physischen Folgen der Pandemie-Bekämpfung leiden, heißt es in der Studie. Die Pflege kommt an den Kollaps. So ist es für sie extrem belastend, dass in den Heimen Speisesäle geschlossen sind und es keine gemeinsamen Betreuungsangebote gibt. Außerdem leiden gerade demente Patienten sehr darunter leiden, wenn die Pflegerinnen und Pfleger eine Maske tragen müssen.

Restrisiko könne in Kauf genommen werden

Darauf kann verzichtet werden, wenn Bewohner und Personal geimpft seien, beziehungsweise einen Immunschutz nach einer überstandenen Corona-Erkrankung haben. Es bleibt nach den Worten von Prof. Gosch zwar ein gewisses Restrisiko. Das könne man aber in Abwägung mit den Folgen in Kauf nahmen.

Studie fordert schnelle Veränderungen

Auch Besuche in den Heimen sind ganz wichtig, um die Lebensqualität der Seniorinnen und Senioren zu verbessern. Voraussetzung für Lockerungen ist jedoch, dass auch die Besucher einen Immunschutz durch eine doppelte Impfung oder eine überstandene Corona-Infektion haben. "Es brennt die Zeit", sagt Gosch. Er fordert schnelle Veränderungen. Bei den Bewohnern in den Alten- und Pflegeheimen zählt jedes halbe Jahr.

Besuch zum Muttertag nach bisherigen Regeln

Die Studie liegt nach den Worten von Prof. Gosch beim Landesamt für Gesundheit und beim bayerischen Gesundheitsministerium vor. Eine Reaktion der Behörden haben die Autoren noch nicht bekommen. Das heißt, dass zum Muttertag nach derzeitiger Lage weiterhin die aktuellen Besuchsregeln gelten. Für die Nürnberger Heime bedeutet das, dass Seniorinnen und Senioren jeweils nur von einer Person besucht werden dürfen, die die entsprechenden Schutzmaßnahmen einhält, so NürnbergStift-Vize Pflügner.

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Wer Verwandte in Pflegeheimen hat, muss viele Hürden überwinden. So auch Jasmin Bog die ihre Oma besuchen möchte.

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