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Nach der Präsenz-Prüfung in Ansbach gibt es weiterhin Kritik. Ansbacher Studenten seien wegen Präsenzprüfung durch Deutschland gependelt.

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Studenten wegen Präsenzprüfung durch Deutschland gependelt

Nach der Präsenz-Prüfung mit einem infizierten Prüfling in Ansbach gibt es weiter Kritik an der Hochschule. Ansbacher Studenten seien wegen der Prüfung durch Deutschland gependelt. Nun hat sich Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler geäußert.

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Von
  • Laura Grun

Weil ein Student nach einer Präsenzklausur positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, befinden sich aktuell 98 Studenten der Hochschule Ansbach in Quarantäne. Deshalb gibt es Kritik von Seiten der Studierenden. Lars Appel ist einer der Studenten, die vergangenen Freitag im Prüfungsraum anwesend waren.

Pendeln durch Deutschland wegen Prüfung

Viele Studierende der Hochschule sind laut Appel wegen der Corona-Pandemie gar nicht erst nach Ansbach gezogen. Das habe zur Konsequenz, dass nun durch Deutschland gependelt wird, um bei den Präsenzprüfungen zu erscheinen. Es seien Studierende aus Hamburg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen an der Hochschule, die zu Prüfungen kommen und danach direkt wieder nach Hause fahren. "Das Risiko, dass wir uns angesteckt haben ist da, sonst wären wir nicht in Quarantäne. Damit nun durch Deutschland zu fahren, ist genau das, was man die ganze Zeit versucht, im privaten Umfeld zu verhindern", kritisiert Appel.

Studenten drängten auf Online-Klausuren

Schon vor der Prüfungsphase hätten sich die Studenten an die Hochschule gewandt, um Alternativen zu Präsenzprüfungen zu finden. "Unabhängig davon, dass es für jeden unangenehm ist, haben wir auch durchaus Risikopatienten unter uns und Leute, die mit älteren Menschen zu tun haben", so Appel. Er könne zwar verstehen, dass es kurzfristig nur sehr schwer sei, Onlineprüfungen für alle Studenten zu ermöglich, doch es habe sich bereits im Oktober angedeutet, dass Präsenzprüfungen auch im Januar nicht das Mittel der Wahl sind.

Sibler: Hygienemaßnahmen seien mit Ämtern abgesprochen

Der Bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) hat in einem Interview mit BR24 sein Bedauern über den Ansbacher Fall ausgedrückt. Die Universitäten und Hochschulen in Bayern arbeiteten gut beim Thema Hygiene, so Sibler. Alle Vorkehrungen zum Gesundheitsschutz, die bei Prüfungen getroffen werden, seien zuvor mit Gesundheitsbehörden abgesprochen worden – so auch in Ansbach. Dabei sei ein Mindestabstand zwischen den Prüflingen, ein Lüftungskonzept und eine eventuelle durchgehende Maskenpflicht geregelt. Außerdem wird laut Sibler empfohlen, wenige Studierende in viele Räume zu verteilen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Dies sei jedoch nicht immer möglich.

Onlineprüfungen wegen Corona-Pandemie bereits ausgeweitet

Das Angebot, Onlineprüfungen abzulegen, sei im Zuge der Corona-Pandemie ausgeweitet worden, betont Sibler. Der Freistaat Bayern ist nach seinen Angaben bundesweiter Vorreiter mit seiner Fernprüfungsordnung. In dieser ist festgelegt, dass Onlineprüfungen durchgeführt werden dürfen. Dies werde an der Medienfakultät der Hochschule Ansbach auch bereits zu 85 Prozent umgesetzt, so Sibler. Manche Prüfungen würden aber nach wie vor eine Präsenz erfordern.

Keine Nachteile für Studierende

Sei es beispielsweise wegen einer Quarantäne nicht möglich, eine Präsenzprüfung anzutreten, wolle man alles tun, dass die Studierenden keinen Nachteil haben. Sie sollten keine Angst haben, ein Semester oder gar ein Jahr länger studieren zu müssen, erklärt der Wissenschaftsminister. Außerdem müssten Prüfungen von Studenten nicht angetreten werden, wenn die Sorge einer Infektion bestehe. Das sei rechtlich geregelt. Die Frist für die Prüfung verlängere sich dann automatisch, Nachteile entstünden keine, so Sibler weiter. Beim Thema PCR-Test vor einer Prüfung, um das Risiko einer Corona-Infektion zu minimieren, hielt sich Sibler bedeckt. Eine Umsetzung dieser Maßnahme sei schwierig.

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Nach einer Prüfung mit Präsenzpflicht befinden sich 98 Studierende der Hochschule Ansbach in Quarantäne.

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