BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Transnet BW / Benjamin Stollenberg Fotografie
Bildrechte: Transnet BW / Benjamin Stollenberg Fotografie

Die Universität Hohenheim untersucht die Auswirkungen von Stromkabeln in der Erde. In Großrinderfeld werden deshalb Kabel verlegt.

7
Per Mail sharen

    Stromtrasse: Studie zu Auswirkungen von Erdkabeln in Feldern

    Wie wirken Erdkabel auf Natur und Umwelt? Um das zu erforschen, hat die Universität Hohenheim auf der geplanten Suedlink-Stromtrasse an vier Orten einen Langzeit-Versuch gestartet. In Großrinderfeld und Güntersleben laufen Untersuchungen.

    7
    Per Mail sharen
    Von
    • Achim Winkelmann
    • BR24 Redaktion

    Erst waren die großen Strommasten mitten in der Landschaft das Problem, jetzt sind es die unterirdischen Kabel: Um die Erdkabel für große Stromtrassen verlegen zu können, müssen breite Gräben auf Wiesen und Feldern gegraben werden. Bauern befürchten, dass sich der Boden durch die Kabel erwärmt und Landwirtschaft nicht mehr möglich ist.

    Langzeit-Studie zu Auswirkungen der Suedlink-Stromtrasse

    Die Universität Hohenheim untersucht jetzt genau diese Auswirkungen. Sie hat eine Langzeitstudie an vier Standorten entlang der geplanten Suedlink-Stromtrasse gestartet. Derzeit werden etwa im Großrinderfeld im Main-Tauber-Kreis Erdkabel auf verschiedenen Untergründen verlegt, meldet der Netzbetreiber Transnet-BW.

    Versuche sind auch auf Feldern im Landkreis Würzburg geplant

    Voraussichtlich im Juni soll ein ähnlicher Versuch dann bei Güntersleben im Landkreis Würzburg gemacht werden. "Die Untersuchungsfläche je Standort entspricht mit 0,6 Hektar in etwa der Größe eines Fußballfeldes. Sie wird über vier Jahre in eine landwirtschaftliche Praxisfläche eingebunden und von dem Bewirtschafter der Fläche in der üblichen Fruchtfolge mit bearbeitet", erklärt Transnet-BW-Sprecher Alexander Schilling.

    Simulation: Mit und ohne Wärme – unterschiedliches Material

    Die Versuchsanordnung sieht dabei laut Transnet-BW so aus: Innerhalb einer Untersuchungsfläche befinden sich drei Kabelgräben. In zwei dieser Gräben simulieren die Wissenschaftler Erdkabel, die ihre Wärme in den Untergrund abgeben. Im dritten Graben erfassen sie die Situation ohne Wärmezufuhr in einem Boden, der durch Aufgraben und Wiederverfüllen gestört wurde. Auch das Bettungsmaterial und die Rückverfestigung des Bodens beim Verfüllen der Gräben wechseln.

    Mögliche Konsequenzen für die Landwirtschaft sollen untersucht werden

    Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Biogeophysikern der Uni Hohenheim nahe Stuttgart. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg fördert das Projekt mit knapp einer Million Euro. Hintergrund des Versuchs ist die Kritik von Landwirten, die befürchten, dass ihre Felder durch die unter der Erde liegenden wärmeabstrahlenden Stromkabel austrocknen.

    Suedlink gilt mit einer Länge von rund 700 Kilometern und einer Investitionssumme von rund zehn Milliarden Euro als größtes Infrastrukturprojekt der Engergiewende. Realisiert wird die Stromtrasse von den Netzbetreibern Transnet-BW und Tennet.

    © Transnet BW / Benjamin Stollenberg Fotografie
    Bildrechte: Transnet BW / Benjamin Stollenberg Fotografie

    Die Universität Hohenheim untersucht die Auswirkungen von Stromkabeln in der Erde. In Großrinderfeld werden deshalb Kabel verlegt.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!