BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Lorenz Storch/BR
Bildrechte: Lorenz Storch/BR

Prof. Volker Sieber, Sprecher des Sachverständigenrates Bioökonomie Bayern und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: Kleidung aus Bio-Rohstoffen

Per Mail sharen

    Stroh statt Styropor: Aiwangers Agenda für Bioökonomie

    Erdöl als Basis für viele Produkte des Alltags kann schon heute zum Teil durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden. Auch Bayern will hier stärker in den Umbau der Wirtschaft investieren - sowohl in der Forschung wie auch in der Anwendung.

    Per Mail sharen
    Von
    • Lorenz Storch
    • Christoph Dicke

    Nachwachsende Rohstoffe als Bausteine für die Zukunft: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger setzt auf innovative Ideen, um fossile Rohstoffe wie Erdöl nach und nach zu ersetzen. So, wie es die Bio-Startup-Firma "Landpack" aus München vorgemacht hat: Sie verarbeitet Stroh zu festem Verpackungsmaterial als Alternative zu Styropor, das mit viel Energie aus Erdöl hergestellt wird und später verbrannt werden muss.

    Aiwanger: Notfalls fossiles Rohmaterial verbieten

    Pflanzliche Rohstoffe aus der bayerischen Land- und Forstwirtschaft, die einen Markt suchten, gebe es genug, so Aiwanger bei der Vorstellung der Bioökonomiestrategie des Freistaats: zum Beispiel Mais, Zuckerrüben oder Holz. Entscheidend aber sei, so Aiwanger, "dass wir diese Dinge auch in den Markt einführen, indem wir Dinge eben verbieten, die noch heute erdöl-basiert hergestellt werden, aber genauso bio-basiert hergestellt werden könnten. Und die Kunden dazu animieren, diese Dinge auch zu kaufen."

    EU hat Plastikbesteck schon verboten

    Die EU hat dazu bereits eine Richtlinie erlassen, die Deutschland umgesetzt hat: Plastikbesteck und Styroporbecher zum Beispiel sind ab Juli nächsten Jahres verboten.

    © Bundesregierung/dpa
    Bildrechte: Bundesregierung/dpa

    Beispiele für Produkte aus biologischem Material: In Zukunft könnten zahlreiche Gegenstände des Alltags nachhaltiger werden.

    Förderung von Forschung und Startups

    Zu den 50 Maßnahmen der bayerischen Bioökonomiestrategie zählt die Förderung von Startups wie auch die Einrichtung zusätzlicher Professuren und den Ausbau des Straubinger Technologie- und Gründerzentrums "Bio-Cubator" für nachwachsende Rohstoffe. Rund 20 Millionen Euro sollen in den Bau einer Mehrzweck-Demonstrationsanlage für industrielle Biotechnologie fließen, die auf dem Bio-Campus im Straubinger Hafen errichtet wird.

    Bauern liefern Rohstoffe für Industrie

    Geplant ist zudem eine Studie, die beziffern soll, wie viele nachwachsende Rohstoffe aus Bayern insgesamt noch für die Industrie verwendet werden können, ohne in Konkurrenz mit der Lebensmittelproduktion zu geraten. Nicht nur, weil so Treibhausgase eingespart werden: Aiwanger hofft auch auf Zusatzeinkommen für Land- und Forstwirtschaft.

    "Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!