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Streuwagenprozess: Angeklagter nimmt erstinstanzliches Urteil an | BR24

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Der Berufungsprozess um einen tödlichen Unfall mit einem Streufahrzeug in Erlabrunn (Lkr. Würzburg) ist überraschend geplatzt. Der Angeklagte hat das ursprüngliche Urteil aus der ersten Instanz angenommen.

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Streuwagenprozess: Angeklagter nimmt erstinstanzliches Urteil an

Der Berufungsprozess um den tödlichen Streufahrzeugunfall von Erlabrunn ist überraschend ohne Urteil zu Ende gegangen: Der Angeklagte nahm die Berufung zurück, nachdem ihn die Richterin am Landgericht Würzburg eindringlich dazu aufgefordert hatte.

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Die Richterin hatte dem 58-jährigen Angeklagten klargemacht, dass keine Chance besteht, ohne Haftstrafe davon zu kommen und dass diese womöglich höher als in der ersten Instanz ausfallen könnte. Damals lautete das Urteil auf 22 Monate Freiheitsstrafe. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft hatten Berufung eingelegt. Der Angeklagte wollte einen Freispruch vom Vorwurf der Unfallflucht mit Todesfolge erreichen, die Staatsanwaltschaft eine höhere Strafe für den Tod einer 71-Jährigen erwirken. Nun war auch die Staatsanwaltschaft mit der Rücknahme der Berufung einverstanden.

© Barbara Markus/BR-Mainfranken

Der Berufungsprozess um den tödlichen Streufahrzeugunfall von Erlabrunn ist überraschend ohne Urteil zu Ende gegangen: Der Angeklagte nahm die Berufung zurück, nachdem ihn die Richterin am Landgericht Würzburg eindringlich dazu aufgefordert hatte.

58-Jähriger muss Haftstrafe nicht gleich antreten

Der 58-Jährige bleibt vorerst auf freiem Fuß, bis er die Haftstrafe antreten muss. Ein heute im Gerichtssaal verhängter Haftbefehl wegen Verdunkelungsgefahr wurde aufgehoben. Dieser war nach der Anhörung eines KFZ-Sachverständigen ergangen, der von dem Angeklagten mit einem Gutachten betraut worden war. Es sollte anhand der Reifensspuren beweisen, dass die 71-Jährige vor ihrem Haus nicht von dem Streufahrzeug überrollt worden war, mit dem der Angeklagte am Morgen des 5. Januar 2016 in Erlabrunn den Winterdienst versehen hatte. Der Gutachter aber verwickelte sich in Widersprüche. Zudem kam heraus, dass er auf Vermittlung eines guten Bekannten des Angeklagten eingeschaltet worden war und von diesem Bekannten auch mit Informationen aus dem Prozess versorgt worden war.

Eindeutige Indizienlage

Unmut hatte bereits Mittwoch ausgelöst, dass der Angeklagte eine Art Geständnis wieder fast vollständige relativierte und seine Entschuldigung gegenüber den Hinterbliebenen der 71-Jährigen damit zunichtemachte. Die Indizienlage gegen den 58-Jährigen war aber wie im ersten Prozess erdrückend. Demnach hatte der Mann gezielt Familienmitglieder und Bekannte eingeschaltet, um Unfallspuren zu verwischen. Unter anderem hat er in seiner Funktion als Bauhofleiter dafür gesorgt, dass das Unfallfahrzeug kurz nach dem tragischen Unfalltod der 71-Jährigen frisch lackiert wurde.

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Autor
  • Conny Kleinschroth
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