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Streusalz im Winter: Für die Straßenmeisterei erlaubt - für Privatpersonen aber oft verboten.

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    Streusalz im Winter: Das sind umweltfreundliche Alternativen

    Gut gegen Eis und Schnee – aber schlecht für Pflanzen und Grundwasser: Viele Städte und Gemeinden verbieten deshalb im Winter Streusalz für Privatpersonen. Doch es gibt einige Alternativen, die auch die Umwelt schonen.

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    Von
    • Tobias Brunner

    Wenn draußen der Schnee vom Himmel fällt und alles weiß ist, steht für manchen die Pflicht vor dem Vergnügen. Denn je nach Vorgaben von Stadt und Gemeinde müssen viele Grundstückseigentümer die Gehsteige und andere Wege vom Schnee befreien. Das heißt nicht nur frühmorgens schippen, sondern auch streuen, damit niemand ausrutschen und sich verletzen kann.

    Was läge da näher, als der Griff zum Streusalz, das schließlich kiloweiße in Bau- und Supermärkten verkauft wird? Wer jedoch Salz nutzt, riskiert vielerorts nicht nur Verwarnungen, sondern auch empfindliche Bußgelder von mehreren Hundert Euro. Denn viele bayerische Städte und Kommunen verbieten Privatpersonen den Einsatz von Streusalz im Winter.

    Manche Städte erlauben Streusalz zumindest eingeschränkt

    Die genauen Regeln legt jede Stadt in ihrer individuellen Verordnung fest, eine einheitliche bayernweite Liste dazu gibt es nicht. Eine BR-Stichprobe zeigt, dass beispielsweise die zehn größten Städte im Freistaat den Privatgebrauch von Streusalz verbieten oder stark einschränken – das dürfte auch für viele kleinere Kommunen gelten.

    So hat beispielsweise die Stadt München festgelegt: "Die Anwendung von ätzenden Stoffen, wie z. B. Streusalz u. ä., ist untersagt." Manche Städte wie Fürth oder Regensburg erlauben es nur bei bestimmten Wetterlagen. "Gefahrenstellen wie ausgeprägte Eisflächen, Treppen oder Rampen für Rollstuhlfahrer", nennt Christian Herr als Ausnahmen, er leitet das Amt für Abfallentsorgung, Straßenreinigung und Fuhrpark.

    Im Zweifel hilft meist ein Blick auf die Internetseite der Verwaltung oder ein Anruf dort.

    Umweltschützer: Streusalz im Winter heißt tote Bäume im Sommer

    Thorsten Kellermann ist Hausbesitzer in München und im Vorstand der Kreisgruppe beim Bund Naturschutz. Er weiß um mögliche Folgen, wenn zu viel Salz in die Natur und an die Wurzeln von Pflanzen und Bäume gelangt. "Spätestens im Sommer können die Bäume dann nicht mehr genügend Wasser aufnehmen", erklärt er – die Blätter werden gelb, der Baum stirbt.

    Versickert das gelöste Streusalz, bedeute es auch in der Kläranlage einen zusätzlichen Aufwand, sagt Kellermann. "Hier gibt es Normwerte – man muss das Salz also rausbekommen, bevor man das Wasser wieder rauslaufen lassen kann." Und natürlich könne es auch die empfindlichen Pfoten von Hunden und anderen Tieren angreifen.

    Alternativen zum Streusalz: Splitt, Sand und Granulate

    Deshalb empfehlen Experten wie auch das Umweltbundesamt als Alternative zum Salz sogenannte "abstumpfende Mittel". Allen voran ist der bekannte Splitt, zu dem auch Kellermann greift. Darüber hinaus bieten sich andere Materialien an, die den Tritt griffiger machen, wie Sand oder Sägespäne. Auch Kaminasche wird häufig als Alternative genannt, allerdings schneller fortgeschwemmt.

    Eine gute Orientierungshilfe beim Kauf von Streumitteln ist das Zeichen "Blauer Engel", das besonders umweltschonende Produkte kennzeichnet. Das können verschiedene Granulate sein, etwa aus Kalk- und Lavastein oder Blähton. Das Umweltbundesamt weist aber auch darauf hin: "In der Energiebilanz ist noch der Aufwand für das Einsammeln und gegebenenfalls Reinigen am Saisonende zu berücksichtigen."

    Straßenmeisterei in Dingolfing: Gurkenwasser statt Streusalz

    Übrigens: Nur weil die Stadtverwaltung auf den Straßen teilweise Salz streuen lässt, ist das noch kein Freifahrtschein für den Privatgebrauch. Denn hier gelten unterschiedliche Vorschriften. Doch auch die Straßenmeistereien arbeiten inzwischen daran, den Streusalz-Verbrauch möglichst gering halten – in Dingolfing beispielsweise landet deshalb teilweise Gurkenwasser auf der Straße.

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