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Bildrechte: picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Ob 2G im Handel oder Kontaktbeschränkungen: Ministerpräsident Söder informiert über die strengeren Corona-Regeln im Freistaat.

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2G im Handel, Geisterspiele, Kontakte: Strengere Corona-Regeln

Nach dem Corona-Gipfel führt auch Bayern 2G im Handel ein. Die Kontaktbeschränkungen werden laut Ministerpräsident Söder verschärft, im Fußball wird es im Freistaat Geisterspiele geben. Und an Silvester kommt ein Verkaufsverbot für Böller.

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Petr JerabekPetr Jerabek
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Die bayerische Staatsregierung will schon am Freitag in einer Sondersitzung eine 2G-Regelung für den Handel beschließen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte in München an, Bayern werde den entsprechenden Beschluss von Bund und Ländern umsetzen. "Dies wird jetzt neu sein."

Damit dürfen künftig nur noch Genesene und vollständige Geimpfte in viele Geschäfte. Davon sollen jedoch Läden des täglichen Bedarfs ausgenommen sein. Für welche Geschäfte das genau gelten solle, werde im Kabinett beraten, sagte Söder. Der Zugang muss laut Bund-Länder-Beschluss von den Geschäften kontrolliert werden. Bereits am Dienstag hatte Söder angekündigt, dass die 2G-Regelung im Freistaat künftig auch in der Außengastronomie gelten soll.

Staatsregierung will Geisterspiele beschließen

Zudem soll es dem Ministerpräsidenten zufolge in Bayern kurzfristig wieder Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga geben. Söder zeigte sich enttäuscht, dass einige Bundesländer komplett leeren Rängen in den Stadien nicht zustimmen wollten. Daher will der Freistaat das nun im Alleingang beschließen. Fußballspiele seien überregionale Großveranstaltungen. "Fans bewegen sich durch ganz Deutschland", sagte Söder. Es sei nicht vorstellbar, dass Weihnachtsmärkte nicht stattfinden, und Tausende Fans im Stadion seien. Das Zuschauer-Verbot in bayerischen Stadien soll dem Ministerpräsidenten zufolge schon ab diesem Wochenende gelten. "Sonst macht's ja keinen Sinn - dann sind es nur noch ein, zwei Spiele."

Für Kultureinrichtungen wie Theater oder Kinos ändert sich dagegen nichts: Dort bleibt eine Auslastung von 25 Prozent erlaubt, allerdings benötigen Geimpfte und Genesene zusätzlich einen aktuellen negativen Corona-Test.

Strengere Kontaktbeschränkungen

Verschärft werden in Bayern wie bundesweit auch die Kontaktbeschränkungen. Für Geimpfte gebe es keine Kontaktbeschränkungen, solange kein Ungeimpfter dabei sei, erläuterte Söder. Wenn ein Ungeimpfter auf mehrere Geimpfte treffe, gelte aber die Regel: "Ein Haushalt plus zwei Personen aus einem anderen Haushalt." Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

Wenn also ein Ungeimpfter zu einer Party von Geimpften gehe, sei die Folge, "dass für alle die gleichen Kontaktbeschränkungen" gelten. Dies sei "natürlich eine Einschränkung", sagte der Ministerpräsident. "Das ist aber auch gerechtfertigt, das halten wir für richtig."

Obergrenzen für Feiern in "hochbelasteten" Kreisen

In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 350 soll es laut Bund-Länder-Beschluss Teilnehmer-Obergrenzen bei privaten Feiern geben: maximal 50 Geimpfte und Genesene in Innenräumen sowie 200 im Freien.

Auch dieser Punkt soll in der bayerischen Corona-Verordnung übernommen werden. Für private Zusammenkünfte in "hochbelasteten Gebieten" werde die Obergrenze von 50 Personen festgeschrieben, erläuterte Söder. Die Staatsregierung rate allerdings von Feiern ab, insbesondere wegen der Gefahr von Impfdurchbrüchen.

Kommunen können Silvester-Feuerwerk verbieten

Als "positiv" wertete Söder, dass sich Bund und Länder auf eine gemeinsame Regelung für Silvester geeinigt hätten. Es werde im Grunde genauso sein wie im vergangenen Jahr. Es gebe die Möglichkeit Ansammlungs- und Versammlungsverbote zu erlassen.

Möglich soll ein Feuerwerksverbot auf öffentlichen Plätzen sein. "Das entscheiden dann die Kommunen", erläuterte der CSU-Politiker. Denn es sei ein Unterschied, ob man allein im Wald sei oder auf einem öffentlichen Platz. Zudem werde es ein Verkaufsverbot für Pyrotechnik geben.

Vorerst keine früheren Weihnachtsferien

Eine Festlegung in der Frage, ob die Weihnachtsferien auch in diesem Jahr etwas vorgezogen werden, lehnt Söder aktuell ab. "Aus meiner Sicht gibt es jetzt keinen Anlass, das zu entscheiden." Das Infektionsgeschehen entwickle sich im Moment "verhalten positiv", deswegen solle die Priorität zunächst "eindeutig auf der Aufrechterhaltung des Schulbetriebes" liegen. Der Ministerpräsident gab zu bedenken, dass es für viele Eltern ein "echtes Problem" wäre, bei einem früheren Ferienstart die Betreuung der Kinder zu gewährleisten.

Außerdem bestehe in der Schule durch regelmäßige Tests Sicherheit. Wenn Kinder und Jugendliche bis zum Schluss in der Schule seien, "ist man auch bis zum Schluss getestet". Das bedeute auch etwas Sicherheit für das Weihnachtsfest mit der Familie, argumentierte Söder. Jetzt schon zu beschließen, die Ferien vorzuziehen, wäre seiner Meinung nach "einer überstürzte Entscheidung". Er sei aber offen, das zu diskutieren, falls sich die Corona-Zahlen verschlechtern sollten.

Testkonzept für Kitas soll diskutiert werden

Söder kündigte an, dass sich das Kabinett am Freitag auch mit Corona-Tests in Kinderbetreuungseinrichtungen befassen werde. Viele Eltern seien besorgt. "Wir müssen auch bei den Kleinsten Sicherheit gewährleisten", sagte der CSU-Chef. "Das wollen wir morgen noch mal beraten."

Bisher erhalten Eltern in der Kita Berechtigungsscheine, mit denen sie in der Apotheke kostenlos Schnelltests für ihre Kinder bekommen - die sie dann zuhause verwenden können. Bereits am Dienstag hatte Söder eine Test-Pflicht für Kitas ins Gespräch gebracht.

Ziel: Entspanntere Weihnachten als 2020

Die aktuellen Maßnahmen sollen nach Angaben des Ministerpräsidenten dazu führen, "dass an Weihnachten es etwas entspannter ist und besser ist als letztes Jahr". 2020 sei später reagiert worden, weil es vorher keine Einigung von Bund und Ländern gegeben habe. "Das Ergebnis war dann, dass man an Weihnachten dann umso härter rangehen musste." Dieses Jahr habe er die Hoffnung, "dass wir Weihnachten vernünftig strukturieren können".

Die aktuelle Corona-Verordnung soll Söder zufolge bis 15. Dezember gelten. Dann werde beraten, "was ist angemessen in Bayern, was müssen wir tun?" Weitere Verschärfungen werde es nach jetzigem Stand eher nicht mehr geben, sondern eine Verlängerung der Beschränkungen.

Aiwanger: 2G im Handel "problematisch"

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sieht die Einführung der 2G-Regel im Handel kritisch. Das sei "problematisch", sagte er dem BR. Der Minister verwies auf den Kontrollaufwand für die Ladenbetreiber. Der Einzelhandel sei "mit FFP2-Maske auch bisher sehr sicher", so Aiwanger. Es drohe eine "Umsatzverlagerung vom Mittelstand hin zu Online-Großisten". Dennoch deutete Aiwanger an, die neuen Corona-Maßnahmen für Bayern mitzutragen.

Dagegen lobt Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze die Maßnahme. Sie freue sich, dass die Ministerpräsidentenkonferenz einige Punkte - wie zum Beispiel 2G im Einzelhandel - umsetze, die ihre Fraktion für Bayern schon gefordert habe.

Das BR24live zur Ministerpräsidentenkonferenz zum Nachschauen:

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Bildrechte: Felix Hörhager/dpa

Bund und Länder haben sich auf bundesweite Kontaktbeschränkungen verständigt: Sobald ein Ungeimpfter dabei ist, darf sich ein Haushalt höchstens mit zwei weiteren Personen treffen. Eine allgemeine Impfpflicht wird zunächst im Bundestag beraten.

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