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Streit wegen Superhelden-Zeichnung: FC Bayern vor Gericht | BR24

© dpa / Tobias Haase

DFB-Pokal - Halbfinale 2015: FC Bayern - Dortmund. Ribery und Robben als Badman & Robben, nach einer Zeichnung von Sikander Goldau

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    Streit wegen Superhelden-Zeichnung: FC Bayern vor Gericht

    Ribéry und Robben, die legendäre Flügelzange des FC Bayern, als Superhelden-Paar - eine Idee, mit der sich Geld verdienen lässt. Doch wem steht es zu? Ein Zeichner und der Verein streiten sich darüber vor Gericht.

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    Von
    • David Herting

    Robbery alias Arjen Robben und Franck Ribéry – die Flügelzange des FC Bayern gibt es seit letztem Jahr nicht mehr. Die beiden Fußballer spielen inzwischen in Groningen (Robben) und in Florenz (Ribéry). Doch trotz ihrer körperlichen Abwesenheit weht ihr Geist weiterhin durch München, vor allem durch die Gerichte der Landeshauptstadt. 2015 malte nämlich ein Münchner Filmemacher die Fußballer als "Badman und Robben" im Kostüm der Superhelden "Batman und Robin". Fünf Jahre später stehen der Zeichner und der FC Bayern wegen eines Urheberrechtsstreits vor dem Landgericht München I.

    Kläger hatte Idee zu "Badman & Robben" schon 2010

    Der Kläger hatte die Idee, Ribéry und Robben als Superhelden zu zeichnen, schon 2010. Mit der Idee ging er 2015 auch zum FC Bayern: Die Flügelzange als Batman und Robin für den FC Bayern Shop – doch daraus wurde damals nichts, der Verein war nicht interessiert. Die FC-Bayern-Ultra-Fans dagegen waren schnell Feuer und Flamme. Sie bauten beim DFB-Pokal-Halbfinale gegen Dortmund überlebensgroße Badman- und Robben-Figuren in eine Choreographie ein.

    Plötzlich "Badman & Robben" im FC-Bayern-Shop

    Danach wurde es einige Jahre still um die Idee des Münchners. Als aber Ribéry und Robben 2019 den FC Bayern verließen, gab es plötzlich Tassen, T-Shirts und Thermobecher mit den Superhelden im Shop – allerdings von einem anderen Zeichner. Der Münchner ging vor Gericht.

    © Screenshot Mlaperu.com

    FC-Bayern-Tasse aus dem Jahr 2019, mit dem neuen "Badman und Robben"-Motiv - von einem anderen Künstler

    Sind schon existierende Superhelden "eigenständige schöpferische Leistung"?

    Vor dem Landgericht München I ging es in der ersten Verhandlung im Juli darum, ob der FC Bayern die Idee geklaut und Geld verdient hat, das eigentlich dem Kläger zusteht. Der FC-Bayern-Anwalt sagte, Batman und Robin seien doch altbekannte Dinge. Der vorsitzende Richter sah es anders: Auch die Neukombination von Altem sei eine schöpferische Leistung.

    Jetzt geht es ums Geld

    Der FC Bayern bot 5.000 Euro. Das war dem Kläger aber zu wenig, schließlich habe der Verein 65.000 Euro Umsatz mit den Artikeln gemacht. Der Richter pochte dann auf einen Vergleich, höher als die angebotenen 5.000 Euro. Der FC-Bayern Anwalt wiederum sagte, es gebe ja noch eine nächste Instanz. Am Mittwochnachmittag will das Gericht ein Urteil verkünden.

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