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Ein Wassertropfen fällt auf eine Wasserfläche.
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Hans Häuser
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Ein Wassertropfen fällt auf eine Wasserfläche.

In den Landkreisen Mühldorf und Altötting streiten zwei Gemeinden ums Trinkwasser. Auslöser war die Anfrage eines großen Getränkekonzerns. Der möchte gern Tiefengrundwasser fördern - in der Gemeinde Polling im Landkreis Mühldorf. Dort gibt es ein paar Unternehmen, die schon jetzt Wasser für ihre Produktion verwenden dürfen.

Pollinger Mineralwasser für Supermärkte

Diese brauchen aber nicht alles - und um diese Mengen geht es. Die freien Restmengen könnten an den Interessenten weiterverkauft werden. Der Getränkekonzern möchte das Wasser dann abfüllen und als Mineralwasser an Supermärkte und Discounter weiterverkaufen. Daran hat auch Gemeinde Polling grundsätzlich Interesse. Schließlich könnten neue Arbeitsplätze entstehen.

Sinkende Wasser-Pegel

Doch die Nachbarstadt Töging am Inn ist dagegen, denn dort wird das Trinkwasser knapp. Zum einen sinken die Pegel, zum anderen ist wegen der nahen Autobahn das Wasserschutzgebiet in Gefahr. Darüber hinaus hat ausgerechnet der Landkreis Mühldorf den Tögingern ein Gewerbegebiet direkt vor die Stadtgrenze gesetzt.

Der Töginger Bürgermeister, Tobias Windhorst von der CSU, muss deswegen nach neuen Wasservorkommen suchen und da findet er es ein Unding, dass sie drüben in Polling ihr Wasser quasi verscherbeln.

Brunnen mit PFOA verunreinigt

Wie schnell es Probleme mit dem Trinkwasser geben kann, ist aber auch ein paar Kilometer weiter östlich von Töging zu beobachten. Dort sind viele Brunnen nicht mehr in Betrieb, weil sie mit PFOA verunreinigt sind, einem Stoff, den die chemische Industrie jahrzehntelang in der Region produziert hat.

Verhärtete Fronten im Landkreis Mühldorf

Momentan sind die Fronten verhärtet. Man könnte, weil es ja um Wasser geht, auch von eisiger Stimmung sprechen. Im Landkreis Mühldorf will sich derzeit niemand zu dem Streit äußern. Aber dafür hat sich der Umweltminister persönlich eingeschaltet, weil ihn die Töginger informiert haben. Marcel Huber hat ihnen geschrieben, dass auch er die Mineralwasserpläne kritisch sieht.

Gutachten soll künftige Wasserversorgung klären

Aber er hat dann schnell noch ergänzt, eine Nutzung von Tiefengrundwasser könne nicht allein mit der Begründung abgelehnt werden, dass die öffentliche Wasserversorgung stets Vorrang vor einer privaten Nutzung habe.

Huber hat einen Vorschlag gemacht, wie sich der Streit vielleicht lösen ließe: Das Umweltministerium lässt jetzt ein Gutachten erstellen, das zeigen soll, wie sich die Versorgung in der Region langfristig sichern lässt. Die Hoffnung dahinter ist wohl, dass in den Landkreisen Mühldorf und Alltötting beides möglich sein soll: Industrielle Mineralwasserproduktion und saubere Trinkwasserversorgung.