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Streit ums Personal im Zwieseler Rathaus | BR24

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Was ist los im Rathaus von Zwiesel? Zehn unbesetzte Stellen, darunter etliche leitende Beamtenpositionen sind derzeit ausgeschrieben. Immer mehr Personal kündigt wegen des Bürgermeisters, behaupten viele Stadträte.

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Streit ums Personal im Zwieseler Rathaus

Personalprobleme im Zwieseler Rathaus: Zehn unbesetzte Stellen, darunter etliche leitende Beamtenpositionen sind derzeit ausgeschrieben. Immer mehr Personal kündigt wegen des Bürgermeisters, behaupten viele Stadträte.

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Was ist los im Rathaus von Zwiesel? Eine lange Liste von Stellen war am Wochenende wieder in der Lokalzeitung ausgeschrieben; darunter auch einige leitende Beamtenpositionen. Immer mehr Personal kündige wegen des Bürgermeisters, behaupten einige Stadträte. Die Rechtsaufsicht am Landratsamt in Regen will Auskunft über die Vorgänge, muss sich die Akten aber selbst abholen, wie die Regener Landrätin Rita Röhrl anmerkt. Im Amtsdeutsch spricht man von "Ersatzvornahme" - ein völlig neues Thema für das Amt.

Keine Zeit, Akten an die Aufsichtsbehörde weiterzugeben

Der Zwieseler Bürgermeister Franz Xaver Steininger betont, dass er trotz großzügiger Nachfristen wegen des fehlenden Personals einfach nicht dazu gekommen sei, die Fragen des Landratsamts zu beantworten. Es sei ihm immer wieder etwas dazwischen gekommen, was ihm durchaus leid tue.

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Zwieseler Bürgermeister Franz Xaver Steininger

Die Rechtsaufsicht wird jetzt genau prüfen, ob im Zwieseler Rathaus inzwischen soviel Personal aufgehört hat, dass der ordnungsgemäße Gang der Geschäfte nicht mehr gewährleistet ist. Zehn Stellen sind offiziell ausgeschrieben, darunter wichtige wie Kämmerer und Geschäftsleiter. Das sei gerade im Bereich der lokalen Administration nicht normal, so die Regener Landrätin Rita Röhrl.

Schlechter Umgang oder sogar Mobbing?

Etliche Stadträte behaupten, dass der Bürgermeister schlecht mit dem Personal umgehe. Der CSU-Fraktionsführer in Zwiesel, Walter Unnasch, kritisiert, dass kein Vertrauen aufgebaut und alles in Frage gestellt werde, was die Mitarbeitenden machen würden. Von dubiosen Mails, sogar von Mobbing-Vorwürfen berichtet der Grünen-Stadtrat Jens Schlüter. All das stimme nicht, kontert Bürgermeister Franz Xaver Steininger.

"Das hat mich schon ziemlich hart getroffen, was da jetzt in den Raum gestellt und öffentlich diskutiert wird. Es gibt im Amt keinen einzigen Mobbing-Vorwurf, der mir bekannt ist." Zwieseler Bürgermeister Franz Xaver Steininger

Die Kündigungen hätten teils private Gründe, oder die Leute seien in Rente gegangen, so der Bürgermeister. Aus seiner Sicht schlage das ständige Herumgemeckere des Stadtrats am Bürgermeister auch auf das Personal durch. Das Landratsamt Regen prüft alle Unterlagen zu den psychischen Belastungen des Personals, aber sehr viel tun kann die Landrätin gegen Mobbing nicht. Das sei Sache jedes Angestellten, die Vorwürfe zivilrechtlich beim Arbeitsgericht klären zu lassen oder dem Landesanwalt vorzulegen, erklärt die Landrätin.

Landesanwaltschaft ist informiert

An die Landesanwaltschaft Bayern, die stärker durchgreifen kann, hat die Landrätin schon alle Unterlagen weitergeleitet. Die Bevölkerung in Zwiesel wünscht sich vor allem Klarheit und Ruhe. Denn dieses Hickhack sei einfach nicht gut für die Stadt. So käme ihre schöne Stadt nur in Verruf.