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Streit um Umbaupläne für die Nürnberger Lorenzkirche | BR24

© BR/Michael Reiner

Baustelle Lorenzkirche: Vom Innenraum ist wenig zu sehen. So könnte es auch sein, wenn der neue Eingangsbereich steht, fürchten Denkmalschützer.

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    Streit um Umbaupläne für die Nürnberger Lorenzkirche

    Die Nürnberger Lorenzkirche ist eines der wichtigsten evangelischen Gotteshäuser in Bayern. Derzeit plant die Kirchengemeinde, dass der gesamte Eingangsbereich umgebaut werden soll. Doch für die Pläne hagelt es Kritik.

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    Von
    • Michael Reiner

    Die Nürnberger Lorenzkirche ist derzeit eine Großbaustelle. Bauarbeiter hantieren im Mittelschiff mit Gerüststangen. Gerade steht die Sanierung der Pfeiler an. Besucher müssen aufpassen, dass sie sich nicht an den Metallteilen stoßen. Sie kommen über eine kleine Tür an der Südseite in der Kirche.

    Gäste sollen durchs Hauptportal in die Kirche gelangen

    Pfarrerin Claudia Voigt-Grabenstein findet den verwinkelten Eingangsbereich wenig einladend. Sie will, dass die Menschen künftig durchs repräsentative Hauptportal eintreten können. So wie im vergangenen Jahr, als das Portal für die Kunstaktion "Lorenz Grün" für einige Tage geöffnet war. Die Reaktionen waren durchweg positiv. "Es kamen Menschen, die gesagt haben, ich wohne hier in Nürnberg, war noch nie in der Kirche und plötzlich stehe ich hier drin. Das ist ja der Hammer", sagt Pfarrerin Voigt-Grabenstein.

    Windfang zum Schutz vor Kälte und Nässe

    Doch die großen Kirchentüren unterhalb der Fensterrosette zwischen den beiden Türmen können nicht einfach so geöffnet werden. Kälte und Nässe würden so in die Kirche gelangen und die wertvollen Kunstwerke schädigen. Deshalb muss ein Windfang eingebaut werden, der nach den ersten Plänen etwa elf Meter hoch sein und Teile des Mittelschiffs verdecken würde.

    Heimatpflegerin kritisiert "unverantwortlichen Eingriff"

    Nürnbergs Stadtheimatpflegerin Claudia Maué kritisiert das vehement. Das Kirchenschiff werde durch die geplanten Einbauten optisch verkürzt. Das sei bei diesem gotischen Bauwerk, das über Deutschland hinaus Bedeutung habe, "unverantwortlich". Sie stellt auch in Frage, ob die Besucher unbedingt durchs Hauptportal kommen müssen. Historisch gesehen sei das sowieso nur zu besonderen Anlässen geöffnet worden.

    Aufenthaltsraum für die Kirchenführer sorgt für Kritik

    Doch die Kirchengemeinde will mit dem Einbau zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Er soll nicht nur Windschutz sein, sagt Pfarrerin Voigt Grabenstein. Hier sollen auch Stühle gelagert werden und die Kirchenführer sollen hier einen Raum bekommen, in dem sie sich aufwärmen können. Stadtheimatpflegerin Maué ist damit nicht einverstanden. Sie meint, dass im Pfarrhof gegenüber ausreichend Platz sei, um diese Nutzungen unterzubringen: "Für meine Begriffe gehören eine Teeküche für die Kirchenführer nicht in eine Kirche."

    Inzwischen hat sich auch der Denkmalschutz eingeschaltet. "Sowohl die untere Denkmalschutzbehörde als auch das Landesamt haben Stellungnahmen abgegeben, die sehr kritisch sind und besagen, dass die jetzige Planung ist nicht genehmigungsfähig sei", sagt Maué.

    Kirche ist offen für Diskussionen

    Rund sechs Millionen Euro hat die Kirche für die Neugestaltung des Eingangsbereichs veranschlagt. Der Planungsprozess hat erst begonnen, sagt Pfarrerin Voigt-Grabenstein. "Man könnte es natürlich auch kleiner machen. Wir sind da an den Plänen dran und es ist noch nichts festgeschrieben." Die Kirche sei offen für eine breite Diskussion der Pläne.

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