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Parkende Autos von Tagesausflüglern vor dem zugefrorenen Spitzingsee am 9. Januar 2021

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    Streit um Tagesausflügler: Task-Force soll vermitteln

    Der aus ihrer Sicht ausufernde Tagestourismus sorgt bei Kommunalpolitikern in den Ausflugsregionen regelmäßig für Unmut. Im Visier stehen vor allem Ausflügler aus München. Verantwortliche beider Seiten trafen sich nun zu einem Friedensgipfel.

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    Von
    • Antje Dörfner
    • BR24 Redaktion

    Um mehr Verständnis beim Ausflugstourismus in Oberbayern soll sich künftig eine eigene Task Force aus den betroffenen Regionen kümmern. Das ist das Ergebnis eines digitalen Tagestourismus-Gipfels, an dem oberbayerische Vertreter aus Politik, Tourismus und Nahverkehr teilnahmen.

    Corona-Beschränkungen sorgten für Überlastung

    Initiiert hatten den Gedankenaustausch der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis (CSU), Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sowie der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner, der auch Präsident der touristischen Dachorganisation für Oberbayern, TOM, ist. Hintergrund der Initiative sind Spannungen zwischen Ausflüglern aus dem Raum München und Bewohnern der Alpenlandkreise.

    Speziell im Landkreis Miesbach kam es immer wieder zu Problemen wegen ausuferndem Tagestourismus. Während der Corona-Einschränkungen hatten sich die Ausflüge auf einige touristische Hotspots in Südbayern konzentriert.

    Betroffener Landrat wirbt um Verständnis

    Der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis zeigte sich erleichtert, dass das Thema nun überregional diskutiert werde. "Ausflügler haben es verdient, sich in unserem Landkreis wohlfühlen zu dürfen, genauso haben es aber auch die Einheimischen verdient, dass sie nicht mit der Verkehrs-, Müll- und Toiletten-Problematik alleine gelassen werden", erklärte von Löwis.

    Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter warb für mehr Miteinander und um gegenseitige Rücksichtnahme: "Denn die Situation verbessert sich nur, wenn beide Seiten Verständnis füreinander aufbringen", so Reiter wörtlich. Reiter will auch Verständnis wecken für das Erholungsbedürfnis der Münchner, die in der Ausflugsregion auch einen wirtschaftlichen Beitrag leisteten. Voraussetzung sei, dass die Ausflügler sich rücksichtsvoll verhielten.

    Task Force soll Ideen entwickeln

    Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die ebenfalls an dem Gespräch teilnahm, betonte das Miteinander: "Das Land braucht die Stadt und die Stadt das Land. Alle profitieren voneinander. "Erste Lösungsansätze wurden bereits am Beispiel Landkreis Miesbach diskutiert: Dort sind seit Weihnachten Ranger unterwegs, die den Ausflüglern die Bedeutung der Schutzgebiete und das richtige Verhalten im alpinen Gelände erklären.

    Die neu gegründete Task Force, bestehend aus Tourismusverbänden und der Metropolregion München, soll Ideen entwickeln, wie die Menschen wieder mehr Verständnis füreinander aufbringen können. Zudem solle den Interessen beider Seiten besser Rechnung getragen werden.

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