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Streit um Steinbruch am Heuberg geht weiter | BR24

© BR / Nathalie Stüben

Der Steinbruch am Heuberg bei Rohrdorf (Landkreis Rosenheim).

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    Streit um Steinbruch am Heuberg geht weiter

    Die Rohrdorfer Zement, die den Steinbruch am Heuberg im Landkreis Rosenheim betreibt, will künftig 200.000 Tonnen Kalkstein pro Jahr abbauen. Die Bevölkerung will das verhindern. Ein jahrzehntelanger Streit geht in die nächste Runde.

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    Der Bauboom in Bayern verschlingt Rohstoffe. Sehr begehrt ist auch Kalkstein, denn daraus wird Zement gemacht – und Zement steckt in fast jedem Haus und in jeder Mauer. Seit 1961 wird der begehrte Rohstoffe am Heuberg im Landkreis Rosenheim abgebaut.

    Die Rohrdorfer Zement, die den Steinbruch betreibt, hat nun beim Landratsamt Rosenheim einen Antrag eingereicht, um künftig 200.000 Tonnen Kalkstein pro Jahr abbauen zu dürfen. Die Bevölkerung findet, dass langsam damit Schluss sein müsste. Ein jahrzehntelanger Streit geht in die nächste Runde.

    Anwohner: "Mehr Staub, Lärm und Verkehr"

    Leonhard Dettendorfer und seine Nachbarn zum Beispiel wollen auf gar keinen Fall, dass der neue Antrag der Rohrdorfer Zement durchgeht. Seit Jahrzehnten leben sie mit dem Steinbruch und den damit einhergehenden Beeinträchtigungen.

    “Wir befürchten, dass sich die Beeinträchtigung durch Staub und Lärm und Verkehr in etwa verdoppelt, weil nach meinen Zahlen ist es so, dass der beantragte Abbau noch einmal das Volumen des alten hat. Also würden wir da sicherlich zusätzlich beeinträchtigt werden.” Leonhard Dettendorfer, Anwohner

    Besonders hochwertiger Kalkstein

    Seit 1960 baut die Rohrdorfer Zement hier Stein ab und das hat einen Grund: Der Heuberg hat besonders hochwertigen Kalkstein mit geringem Dolomitgehalt – hervorragend für die Herstellung von Zement.

    Nicht nur die bayerische Baubranche giert danach. Damit sich der Abbau rechnet, muss das Gestein aus der Region kommen. Tausende Tonnen sprengt der Betreiber jedes Jahr aus dem Berg. Und er will, dass es auch weiterhin möglich ist.

    Bürgermeister: "Wunde im Berg wird immer größer"

    Bürgermeister Sepp Oberauer will das nicht. Wenn er die Lkw sieht, die das Gestein nach Rohrdorf fahren, ist er verärgert. Ercruft seine Bürger dazu auf, Bedenken in Sachen Steinbruch schriftlich zu äußern. Damit sie es leichter haben, hat er ein Formblatt erstellen lassen.

    “Die Befürchtung ist, dass die Wunde in unserem Heuberg immer größer wird und das Dorfbild ganz gewaltig gestört wird. Das ist ein großer Eingriff in die Natur. Das sollte eigentlich nicht mehr genehmigt werden.“ Sepp Oberauer, Bürgermeister von Rohrdorf

    Rohrdorfer Zement: "Neuer Steinbruch keine Alternative"

    Rund zehn Kilometer weiter nördlich, bei der Rohrdorfer Zement, gehen sie davon aus, dass sie die Genehmigung bekommen. Zumindest haben sie keinen Plan B. Geschäftsführer Mike Edelmann kann die Aufregung um den Abbau auch nicht ganz verstehen. Man habe schließlich immer alle Gesetze und Auflagen eingehalten.

    “Es ist eine Auflage per Gesetz, bestehende Steinbrüche so weit wie möglich zu gewinnen. Was wäre denn die Alternative? Wenn man in Nußdorf nicht abbauen könnte, müsste man woanders einen neuen Steinbruch aufmachen. Und das ist auch nicht im Sinne, dass man einen weiteren Einschnitt vornimmt.”

    Landratsamt entscheidet, ob es mit Abbau weiter geht

    Bis Ende Juni können die Nußdorfer nun ihre Einwände beim Landratsamt Rosenheim einbringen. Ende Juli gibt es eine zweitägige Erörterung. Danach entscheidet das Landratsamt darüber, ob es mit dem Abbau am Heuberg weitergeht.