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Einem Skilift-Betreiber im Oberallgäu reicht es: Während die Kollegen im angrenzenden Baden-Württemberg Lifte stundenweise vermieten, muss sein Lift stillstehen. Er findet das ungerecht - und möchte seinen Lift wieder starten.

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Streit um Schlepplift: Allgäuer legt Gutachten vor

Der Liftbetreiber Rudi Holzberger aus Buchenberg bleibt hartnäckig: Er will nun mit einem Gutachten erreichen, dass er seinen kleinen Schlepplift im Oberallgäu, trotz der Corona-Einschränkungen, für den Skibetrieb öffnen darf.

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Von
  • Doris Bimmer
  • Werner Bader

Das rechtliche Gutachten habe er bereits an das Landratsamt Oberallgäu und das Bayerische Gesundheitsministerium geschickt, so Holzberger im BR-Gespräch. Er hoffe, dass die zuständige Stelle im Landratsamt dem Gutachten folge und ihm die eingeschränkte Öffnung des Lifts nun doch erlaube.

Holzberger will den Lift und die dazugehörende Skipiste stundenweise an Familien vermieten, sie sollen den Lift in Eigenregie betreiben und selbst für die Einhaltung der Corona-Regeln verantwortlich sein.

Verbote für Liftbetrieb nicht haltbar?

Als ihm das Landratsamt diese Nutzung untersagte, wollte Holzberger wissen, ob er, sowie die Miteigentümer, den eigenen Lift privat benutzen dürfe. Auch dies wurde ihm verweigert. Laut Gutachten sind aber beide Verbote nicht haltbar. Der Schlepplift sei zum einen keine Seilbahn für den Ausflugs- und touristischen Verkehr, sondern diene der sportlichen Betätigung.

Außerdem greife diese Regelung massiv in die Grundrechte ein. Holzberger verglich die Situation im Gespräch mit dem BR, mit einem Koch, der in seiner eigenen Gaststätte nicht kochen und essen dürfe. Aus Sicht des Anwalts habe die Bayerische Landesregierung gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verstoßen.

Abstandsregeln? Tourengeher tummeln sich auf Skipiste

Fakt sei, erzählt Holzberger, dass der Skihang ja trotzdem gut frequentiert werde – von Skitouren- und Schneeschuhgehern sowie etlichen Schlittenfahrern. Und diese Gruppen kümmerten sich nicht um die Corona-Abstandsregeln. Sollte das Landratsamt nicht bis Donnerstag auf seinen erneuten Vorstoß reagieren, erwägt Holzberger eine einstweilige Verfügung: Er hofft, dass er per Gerichtsbeschluss seinen Lift für sich und Familien öffnen darf.

Landratsamt Oberallgäu verweist auf Infektionsschutzgesetz

Das Landratsamt hat bereits reagiert und mitgeteilt, es bleibe bei seiner Haltung, generell keinen Liftbetrieb im Landkreis zuzulassen – und somit auch nicht den kleinen Schlepplift in Buchenberg-Kreuzthal. Es sei vom Land klar geregelt, dass Seilbahnen nicht öffnen dürften. Man sehe keinen Grund, die Entscheidung zu revidieren.

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