Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Streit um neues Krematorium – Sorge um Gestank und giftige Gase | BR24

© BR

Viele Menschen wollen sich nach ihrem Tod verbrennen lassen – der Bedarf an Krematorien steigt. Doch kaum jemand will in Sichtweite dazu leben. In Kolbermoor bei Rosenheim wird gerade emotional über eine geplante Feuerbestattungsanlage diskutiert.

3
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Streit um neues Krematorium – Sorge um Gestank und giftige Gase

Viele Menschen wollen sich nach ihrem Tod verbrennen lassen – der Bedarf an Krematorien steigt. Doch kaum jemand will in Sichtweite dazu leben. In Kolbermoor bei Rosenheim wird gerade emotional über eine geplante Feuerbestattungsanlage diskutiert.

3
Per Mail sharen
Teilen

Hinter dem Neuen Friedhof in Kolbermoor soll ein Krematorium entstehen – neben einem Gewerbegebiet mit den üblichen Discountern und in der Nähe von Wohnhäusern. Dafür hatte sich der Stadtrat im Mai grundsätzlich ausgesprochen. Doch es gibt eine engagierte Bürgerinitiative – und enormen Widerstand aus der Bevölkerung.

Angst vor giftigen Emissionen und Gestank

Die Anwohner fürchten giftige Emissionen durch die Einäscherungen. Sie glauben nicht daran, dass diese zu 100 Prozent herausgefiltert werden können. Die Menschen, die in der Nähe des geplanten Krematoriums leben, befürchten zudem eine Geruchsbelästigung, Störfälle und mehr Verkehr. Die Gegner haben sogar ein Handbuch vom Bundesumweltamt für Krematorienbetreiber gelesen.

Kamin des Krematoriums soll wie ein Kirchturm aussehen

Der Betreiber der geplanten Anlage ist ein Feuerbestattungsunternehmer aus Traunstein. Er entgegnet, dass von einem "Riesenschornstein", wie behauptet, keine Rede sein könne. In der Vergleichsanlage Traunstein sei es so, dass der Kamin etwa drei Meter über das Dach hinausrage und auch als Kirchturm gestaltet sei.

3.500 bis 7.000 Einäscherungen im Jahr

Während die Bürgerinitiative von 7.000 Einäscherungen im Jahr spricht, sagt das Unternehmen, die geplante Anlage sei für 3.500 Einäscherungen vorgesehen. Der zusätzliche Verkehr würde im Gewerbegebiet eigentlich kaum ins Gewicht fallen, sagt das Unternehmen.

Die Emissionswerte würden überwacht. Verwiesen wird auch auf eine moderne Rauchgasreinigung. Die Grenzwerte seien in der Bundes-Immissionsschutzverordnung gesetzlich geregelt. Das Traunsteiner Unternehmen liefert auch Vergleiche, etwa beim Quecksilberwert: 300 Krematorien mit je 1.500 Einäscherungen im Jahr würden so viel Quecksilber emittieren, wie das Kohlekraftwerk München-Nord.